Dienstag, 30. Dezember 2014

Die Ursachen von PEGIDA

Sarcastic Fiction
Dresden  Der B. F. begab sich mit Befragungen von Politikern von CDU und SPD und dem Schulamt Dresden bezüglich der rassistischen Demonstrationen Pegida, auf Ursachenforschung.

Auf die Frage, ob an ostdeutschen Schulen und in ostdeutschen Parteien denn die jüngste Vergangenheit der ehemaligen DDR aufgearbeitet wurde und wird, bekam der F. ein einhelliges Nein zu hören. 

Hintergrund dafür sei, dass diese Schuld für die tatsächlich schuldige Generation doch nicht zumutbar sei, außerdem wolle man dies nach westdeutschem Vorbild machen und die Schuld der dritten Generation nach der DDR aufbürden, so wie in Westdeutschland die Schuld für die Judenvernichtung der Kriegsenkelgeneration aufgebürdet wurde.
  
In Westdeutschland ließ man Schüler in den 70er und 80er Jahren weitgehend geschichtlich ungebildet,  um sie jahrelang im Geschichtsunterricht mit der Nazizeit sowie der Kriegsenkelschuld zu quälen. Das habe doch heute ganz amüsante Folgen:  Durch das Fehlen des Erlebniszusammenhanges der dritten Generation nach dem Krieg, würde die Schuld doch heute wie im Irrenhaus verteilt;

Jeder dürfe heute doch jeden wegen Tabubrüchen oder eines falschen Wortes als Nazi titulieren und ins Aus katapultieren. Das sei einerseits sehr praktisch, wenn man einen Politiker loswerden will, andererseits könne man so verhindern, dass systemkritische Prominente für wachsenden Zulauf bei Widerstandsbewegungen sorgen. Man stelle sich doch einmal vor, die Menschen würden gegen die tatsächlich Schuldigen der Verarmung und der schlechten Städtepolitik demonstrieren, statt gegen Moslems. Was wäre dann für ein Zulauf zu erwarten?  Nicht auszudenken, das würde zusätzlich zu unseren rassistischen Mitbürgern auch noch Arbeitslose, Niedriglöhner und Linke auf die die Straße treiben. Sodom und Gomorrha,  so die CDU, wir wissen schon, was wir tun. Wir können das Ganze nur unter Kontrolle halten, wenn Rassisten gegen Antirassisten kämpfen, statt geschlossen gegen die Verantwortlichen. Alleine deswegen könne man die Verantwortung nicht bei den Verantwortlichen lassen, sondern müsse sie zwangsläufig auf Nachfolgegenerationen abwälzen, sonst wären solche Verwirrspielchen gar nicht möglich.

Auf die Frage, ob die Politik die Zusammenhänge zwischen Judenverfolgung und Moslemverfolgung nicht sehe und ob sie auch Demonstrationen gegen Juden unterstützen würde, antworteten SPD und CDU geschlossen, dass sie die Zusammenhänge zwar sehen, aber eine Demonstration gegen Juden aufgrund der deutschen Vergangenheit nicht erlauben würden, das würde ganz Deutschland internationales Ansehen kosten. Die Antimoslembewegung sei aber  bereits von den öffentlichen Medien jahrzehntelang forciert worden, um deutschen Hass in die richtigen Bahnen zu lenken, also fort von den Verantwortlichen.  Der Versuch, den Hass wieder auf Russland abzuwälzen, sei leider fehlgeschlagen, also wurde eine neue Kanalisation benötigt, die Moslems, als kleine Minderheit vor allem in Dresden, seien dazu hervorragend geeignet, da einige von ihnen noch fremder wirken als beispielsweise Juden oder europäische Ausländer. Außerdem mussten nur  noch wenige Informationen über einzelne jugendliche IS-Kämpfer ins Volk gestreut werden,  um hysterische Eltern gegen Moslems aufzubringen.

Merkel gab zusätzlich zu bedenken, wenn sie die DDR-Vergangenheit aufgearbeitet hätte, wäre sie doch nicht in der Lage ganz  Deutschland überwachen zu lassen und die totalitäre Entwicklung der Demokratien mitzutragen.  Außerdem werde sie doch von den Medien bereits als Führer-Mutti gehandelt, diese Rolle könnte sie doch im Falle einer Aufarbeitung gar nicht ausfüllen.

Mittwoch, 24. Dezember 2014

Skizzen ll

Tusche/Aquarell

Tuschestifte

Tuschestifte

Tuschestifte

Tuschestifte

Pastellkreiden

Skizzen


Nach jahrelanger Pause habe ich im Moment wieder das Skizzieren entdeckt Das ist mit ein Grund, warum mein Blog etwas eingeschlafen ist, aber es entspannt nach Feierabend einfach mehr als das Schreiben. Nach Großstadturlauben habe ich immer zunächst das Bedürfnis zu malen, da so viele neue Eindrücke auf mich einprasseln, die ich leichter beim Malen und Skizzieren verarbeiten kann als beim Schreiben. Ich habe mir neue Kreiden zugelegt und Tuschestifte. Professionalisieren werde ich das Ganze aber nicht, für mich ist es eher eine Ergänzung zum Schreiben.

Hier einmal ein paar Skizzen aus den letzten Wochen:













Dienstag, 16. Dezember 2014

Diskursanalyse

Um nicht mehr nur auf mich alleine gestellt zu sein, was meine Analysen und Konzepte betrifft, habe ich mich dieses Jahr dem diskursanalyse.net und der Sektion Wissenssoziologie angeschlossen. Dort werde ich regelmäßig über Neuveröffentlichungen  sowie Tagungen und Workshops informiert.

Im Januar werde ich das erste Mal an einer Tagung in Düsseldorf mit Workshop teilnehmen. Hier erhoffe ich mir eine Horizonterweiterung, evtl. ein Erarbeiten einer Planung meiner Projektarbeiten sowie Kontakte zu Gleichgesinnten.

Ich bin jedenfalls sehr gespannt, was ich von dort mitnehmen kann und wie sich das auf meine weitere Arbeit auswirkt.

Montag, 24. November 2014

Lob aufs Internet

Nach dem NSA-Skandal musste man sehr genau überlegen, ob man sich weiterhin wagt, seine Meinung zu sagen, demokratische Werte und Grundrechte wurden ja schließlich weitgehend abgeschafft.

Umso mehr dürfen wir uns freuen, dass trotz der Gefahr, die von den Regierenden jetzt ausgeht, wenn sie unser Datenmaterial akribisch sammeln, sich nach den ersten Mutigen immer mehr Menschen wagten, ihre Meinung zu äußern, Petitionen zu unterschreiben und zu signalisieren, dass sie sich nicht mehr alles gefallen lassen.

Diesem Umstand dürften wir es auch verdanken, dass gestern Abend bei Günter Jauch das erste Mal seit Monaten eine ausgewogene differenzierte Diskussion über den Ukrainekonflikt möglich war, in der  wieder eine Meinungsfreiheit toleriert wurde, ohne Wortabschneiden oder Denunzierungen. Das kannten wir ja kaum noch, ein erster Schritt demokratische Grundrechte zurückzuerobern.

Freitag, 21. November 2014

Ärztepfusch, Gesundheitsreform oder Absicht?

Schon seit langem, bereits vor den Kürzungen durch die Gesundheitsreformen, beobachte ich einen Trend in der ärztlichen Praxis, Patienten nicht, unzureichend oder grob fahrlässig zu untersuchen und zu behandeln.

Besonders dramatisch gestaltet sich das bei Patienten, die auch eine psychiatrische Diagnose haben. Hier bekommen selbst Menschen mit Krebs schnell einmal ohne Untersuchung die Diagnose "Psychosomatisches Schmerzsyndrom" oder Menschen mit Schlaganfall die Verdachtsdiagnose "Hysterie" (um die Lähmung zu begründen) oder "Verdacht auf Körperhalluzinationen" oder sie werden aufgrund der ungewöhnlichen Körperhaltung zum Orthopäden geschickt. Zwei dieser Patienten befanden sich sogar beim Auftreten der Symptome in der Psychiatrie, also unter ständiger ärztlicher Kontrolle, und wurden trotzdem nicht untersucht und behandelt.

Nicht immer gestaltet es sich so dramatisch wie in diesen Fällen, in denen die Diagnose und Behandlung zu spät kam. Doch vor kurzem erst  hatte ich wieder zwei Klienten, die als Notfälle im Krankenhaus landeten, ein Fall, der von den behandelnden Psychiatern schlichtweg belogen wurde, was die Einnahme der Psychopharmaka betraf, ein anderer, der trotz offensichtlichem MRT (laut Krankenhaus), einfach nicht behandelt wurde. Ein weiterer Fall, der aufgrund einer körperlichen Erkrankung psychiatrische Symptome entwickelte, jahrelang mit Psychopharmaka behandelt wurde, weil er nicht auf körperliche Erkrankungen vor Einleiten der Therapie untersucht wurde.

Die Ursachen hierfür sind vielfältig. Zum einen gibt es ein altes Vorurteil bei Ärzten, das sich trotz solch dramatischer Fälle weiter hartnäckig hält, das lautet: Wer psychiatrisch erkankt ist, kann nicht gleichzeitig körperlich erkranken.

Eine weitere Tendenz ist zu beobachten:  Während Praxen, die sich mit körperlichen Erkrankungen befassen, immer weiter Gelder für Untersuchungen und Behandlungen von den Krankenkassen gestrichen bekommen, können Psychiater gut an Patienten verdienen, selbst Kassenpatienten bekommen hier Psychopharmaka für mehrere hundert Euro im Monat verschrieben.  Hier nimmt also die Pharmaindustrie ganz massiven Einfluss, ob und wie behandelt wird.

Ein Schelm, der Böses dabei denkt.

Obwohl Michel Foucault und Thomas Szasz hier bereits hervorragende Arbeiten zum Thema Macht in Medizin und Psychiatrie geleistet haben, spitzen sich die Zustände weiter zu.

Ich möchte dabei jedenfalls nicht weiter tatenlos zusehen, möchte Material sammeln, eventuell Fortbildungen für Ärzte organisieren, Schriften verfassen, damit solch grobe Fehler in der Zukunft vermieden werden können. Für Zuschriften, Tipps usw.bin ich deswegen dankbar.

Wer meine bisherigen Arbeiten zum Thema Macht lesen möchte, kann das auf KUNO tun:

Macht und Wahrnehmung

Größenwahn und Kontrollsucht - Das Ende der Demokratie?

Macht dienen glücklich oder mächtig?

Erfahrungsberichte und Materialien zum Thema Macht in Medizin und Psychiatrie, Auswirkungen der Gesundheitsreformen und der Pharmaindustrie auf die ärztliche Praxis, Lehre und Forschung bitte an.
anjawurm@psychosebegleitung.de
oder an

Anja Wurm
Elsa-Brändström-Str. 10
55124 Mainz

 Berichte und Informationen werden selbstverständlich nur in anonymisierter Form verwendet.

Sonntag, 16. November 2014

Geschafft. Lesung vorbei.

Wider Erwarten war der Drusussaal in der Mainzer Zitadelle, trotz des beschwerlichen Weges dorthin, zur Lesung der Mainzer Autorengruppe fast voll. Allerdings wurde die Lesung von Herrn Steinmetz vom Kulturamt und Herrn Rüdiger vom Literaturbüro im Rahmen der Büchermesse groß angekündigt: Kulturamt lädt zu zwei Lesungen

Ingo Rüdiger leitete die Lesung mit einer kleinen Chronik ein, die Mainzer Autorengruppe besteht bereits seit 25 bis 30 Jahren und hat einige große Namen hervorgebracht, unter anderem Herta Müller.

Das ließ die Aufregung natürlich nicht gerade sinken, es handelte sich erst um meine zweite Lesung und die erste mit Mikrofon. Um meine Aufregung abzubauen, änderte ich während des Lesens einige Male die Sitzposition, was zu einer unruhigen Akustik beitrug. Naja, beim nächsten Mal werde ich darauf achten.

Gott sei Dank haben einige wesentlich mehr Vorleseerfahrung als ich, so waren die Beiträge von Wanja Wiese, Matthias Boosch und Bernhard Gerl sehr schön gelesen.

Um der Aufregung Herr zu bleiben, habe ich diesmal beim Lesen keinen Kontakt zum Publikum aufgenommen, es hat mich bei der ersten Lesung sehr erschreckt, alle Augen auf mich gerichtet zu sehen, sodass ich den Abend diesmal wenigstens ohne Zittern überlebt habe.

Wer meinen Text noch einmal lesen möchte, er ist auf KUNO erschienen, kann das hier tun: Geschenkbande

Dienstag, 4. November 2014

Warum ich nicht berühmt werde

Auch wenn es gar nicht zur Debatte steht, kam mir dieser nette Satz gerade eben in den Kopf:

Zwei Gründe, warum ich nicht berühmt werde: Meine Texte lassen sich nicht in eine Schablone pressen und ich kann meinen Mund nicht halten, wenn Schweinereien überhand nehmen.

Aber mal ganz ehrlich, es gibt Wichtigeres als Ruhm. ;-)

Samstag, 25. Oktober 2014

Schöne interessante Zeiten

Ich hatte die letzte Zeit wenig Freiraum zum Schreiben, konnte aber die wenige Zeit, die ich hatte, nutzen, um einmal wieder ein paar Übungsskizzen zu machen. Den Ansporn dazu gab mir ein Treffen mit Katharina aus der Autorengruppe, bei dem wir uns viel über das Zeichnen unterhalten haben. Sie zeichnet noch nicht lange, hat aber ein ausgesprochenes Talent dafür, das sie erst vor Kurzem entdeckte.

Außerdem habe ich einen Vortrag über Schizophrenie vorbereitet, den ich am Donnerstag in der TA-Gruppe (Transaktionsanalyse) hielt. Nach der ersten Aufregung wurde es dann doch noch eine schöne interaktive Fortbildung. Von einigen wurde sogar noch der Wunsch geäußert, das Thema weiter zu vertiefen; wie ein aktuelles Eingreifen in den Wahn möglich ist und wie man den schizophrenen Wahn von demjenigen abgrenzt, den auch schwere Persönlichkeitsstörungen entwickeln können. In der Praxis ist dringend notwendig, das eindeutig zu trennen, da dann eine andere Behandlung vonnöten ist, um die Problematik der Klienten nicht zu verschärfen.

Auch zu meinem Essay,  Macht und Wahrnehmung, das ich in der TA-Gruppe rund geschickt hatte,  habe ich viele positive Rückmeldungen bekommen. Das freut einen umso mehr, wenn die Anerkennung für die Arbeit von Fachleuten ausgesprochen wird.

Außerdem habe ich einige neue Anfragen bekommen für eine psycho-soziale Einzelfallbetreuung.

Im November folgt dann noch die Lesung mit der Mainzer Autorengruppe.

Ich hoffe, dass ich dann auch endlich irgendwann zu meinen Schreibaufträgen komme und an meinen eigenen Arbeiten weiter schreiben kann.

Donnerstag, 16. Oktober 2014

Zeit



gesternheutemorgen: oh, verstrichen ohne mich.
gesternheutemorgen : bin ich da, nicht vermutet.
gesternheutemorgen : noch nicht verblutet.

gesternheutemorgen : unscheinbar,  im monströsen Gewand
gesternheutemorgen : wollen mich zerreißen im Rudel
gesternheutemorgen: Hundesöhne.

gesternheutemorgen : die Angst vergangen
gesternheutemorgen : Hemmungen fallen
gesternheutemorgen : stehen bleiben felsenfest.

gesternheutemorgen: das Gefüge  modert
gesternheutemorgen: Atem steigt auf
gesternheutemorgen: unter Ackern  gefangen

Montag, 6. Oktober 2014

Die Drohungen der westlichen Demokratien ll

Der exzessiv Konfliktbereite reagiert auch auf geringfügige Anlässe, jede Kleinigkeit zum Konflikt treibend. Er reagiert ungewöhnlich scharf, hektisch. Er frappiert durch seine Risikobereitschaft, die Neigung, bei jeder Gelegenheit alles aufs Spiel zu setzen. Und vor allem signalisiert er von vornherein eine geringe Disponiertheit, Konflikte zu beenden, Kompromisse zu schließen. Jeder Streit droht sich in einer endlosen Konfliktspirale hochzuschrauben.
Heinrich Popitz, Phänomene der Macht, Drohen und Bedrohtsein, S. 96

Sonntag, 5. Oktober 2014

Reflexionen zu Tim

Mein Romanexperiment gestaltet sich schwerer als gedacht, da es auf verschiedenen Handlungs- und Bewusstseinsebenen gleichzeitig spielt. Sollte es zunächst rein fragmentarisch gestaltet werden, baue ich nun doch einen gewissen roten Faden ein, eine Entwicklung, damit Tim nicht komplett im luftleeren Raum schwebt, auch ist er inzwischen minimal zeitlich und räumlich verortet, sodass er nicht völlig unleserlich wird. Dadurch musste ich einiges umschreiben und umstrukturieren.

Die dahinterliegende Idee, das Konzept wird dadurch deutlicher. Trotzdem kann ich Tim noch nicht in der Autorengruppe vorstellen, da es mir weiterhin schwer fällt, die Grundidee so darzulegen, dass die Kritik nicht dahingehend ausgelegt wird, einen "richtigen Roman" aus Tim zu machen.

Eine weitere Komplikation ergibt sich aus der Tatsache, dass Tim ein Ein-Mann-Roman bleiben wird. Trotzdem soll er natürlich nicht zäh oder gar langweilig werden. Wer einmal ein Ein-Mann-Stück im Theater gesehen hat, weiß, wie schwer das ist.

Aber zur Beruhigung, ich werde keinen 300-Seiten-Wälzer daraus machen. ;-)

Die Drohungen der westlichen Demokratien

Drohungen sind nicht nur Alltagsphänomene, sie sind auch Hebel zur Beherrschung von Weltreichen.
Heinrich Popitz, Phänomene der Macht, Drohen und Bedrohtsein, S. 90

Samstag, 27. September 2014

Antikriegspostings

Gerade festgestellt, ich habe nur noch 50 Zugriffe aus Amerika auf meinen Blog, die Zugriffe der NSA fehlen, die offensichtlich durch meine Antikriegspostings angelockt wurden. So schnell macht man sich verdächtig. Natürlich bin ich weiterhin gegen Krieg, ich kann mich nur nicht permanent damit beschäftigen, aber es werden weitere folgen, wenn ich wieder bereit bin, mich mit dem Thema auseinanderzusetzen.

Freitag, 19. September 2014

Auszug aus Tim

Hier einmal wieder ein kleiner Auszug aus meinem Roman "Tim", der noch nicht weit fortgeschritten ist, da ich den Anfang immer wieder geändert habe, es wird sicher, wie ich mich kenne, nicht die letzte Änderung sein, trotzdem wollte ich ja ab und an einen kleinen Einblick geben:

Die Masse flößte ihm schon immer Angst ein, dieses Verlieren der Grenzen, das sich nicht über den Intellekt erstreckte, sondern rein biologisch zu sein schien, das Knistern, die Glut, ein Funke reichte aus, um das Feuer zu entfachen, eine Explosion herbeizuführen, eine Meute Wilder aus ihnen zu machen, die sich selbst zerfetzte. Wenn alle zu einem großen Ganzen verschmolzen, fürchtete er sich, bekam das Bedürfnis zu fliehen mit der Gewissheit der Jubel könnte jederzeit in Hass oder Panik umschlagen. Nie wollte er mit der Masse etwas zu tun haben, so saß er hier in diesem beengten Raum und verließ ihn lieber im Geiste.

Er stand auf, ging zum Regal, die Auswahl war nicht groß, Bibel oder Tagebuch, ein Mathematikbuch hatte er noch mitgehen lassen, das versteckte er aber unter der Matratze. Er griff nach der Bibel und schlug sie, wie so oft, an beliebiger Stelle auf.

Aus der Menschen Mitte werden sie weggetrieben: man schreit ihnen nach wie einem Dieb;
an den Hängen der Täler wohnen sie, in den Löchern der Erde und in Steinklüften;
zwischen den Büschen schreien sie, und unter den Disteln sammeln sie sich
gottloses Volk und Leute ohne Namen, die man aus dem Lande weggejagt hatte
Jetzt bin ich ihr Spottlied geworden und muss ihnen zum Gerede dienen.
Hiob 30, S. 542

Er war nicht alleine offenbar. Nicht nur ihm erging es so, doch wo waren die anderen Verdammten, wo waren sie nur hin?

Er starrte auf die Wand

Tosendes Gebrüll, animalisches, Geschrei ohne Worte, fand er sich unter den Verendenden, in ihrer Mitte, manche lupften noch die Schwerter bevor sie zu Boden gingen. Einen netten Jungen sah er, mit ihm hätte er gerne seine Nudeln geteilt, doch sie überlebten nicht bis morgen, die Geier warteten bereits.

Auszug aus Tim, Anja Wurm

Mittwoch, 10. September 2014

Rechtes Gedankengut und Bildung

Bildung für alle, ein hohes Ziel, erstrebenswert. Bildung fördert Kritikfähigkeit, eigene Meinung für jeden, ein großes Ziel.  Doch was läuft verkehrt, wenn Bildung zu totalitärem Gedankengut, Fanatismus, Krieg und rechtem Wahlergebnis in Europa führt? Woran krankt Europa, woran scheitert die Bildung?

Warschau

Warschau ist wirklich eine Reise wert. Ich habe mir die Stadt spannend und interessant vorgestellt, meine Erwartungen wurden allerdings weit übertroffen. Eine wunderschöne Altstadt, prachtvolle Schlösser, Parks, Kirchen, eindrucksvolle Hochhäuser, gutes preiswertes Essen, viele tolle Einkaufsmöglichkeiten, eine Großstadt wie aus dem Bilderbuch.

So viele Hochzeiten in solch kurzer Zeit wie in Warschau habe ich noch nie gesehen, Warschau hat 500 katholische Kirchen und diese scheinen auch alle genutzt zu werden, das wäre hier hier kaum vorstellbar.

Unser Stadtführer am Samstag war gewöhnungsbedürftig, unsere Neugier, Film- und Fotographieleidenschaft kommentierte er mit "ich habe vier Gruppen zu betreuen" -  wir waren zu viert unterwegs.
Auch das war spannend, wir waren das erste Mal zusammen im Urlaub, es verlief jedoch harmonischer als erwartet.

























Donnerstag, 4. September 2014

Bildung der kriegerischen Masse

Wie  kommt es aber zur "Bildung" der kriegerischen Masse? ...
Es ist ein ganz erstaunliches Unternehmen. Man beschließt, dass man mit physischer Vernichtung bedroht ist, und verkündet diese Bedrohung öffentlich vor aller Welt. "Ich kann getötet werden", erklärt man, und leise denkt man dazu: "Weil ich den oder jenen töten will." Der Ton müßte in Wahrheit auf dem Nachsatz liegen: "Ich will den oder jenen töten, darum kann ich selber getötet werden." Aber für den Beginn des Krieges, für seinen "Ausbruch", für die Entstehung der kriegerischen Gesinnung unter den eigenen Leuten ist es die erste Fassung allein, die man sich zugibt. Ob man in Wirklichkeit selber der Angreifer ist oder nicht, immer wird man die Fiktion zu schaffen suchen, daß man bedroht wird.
Elias Canetti, Masse und Macht, Die Dopplemasse: Der Krieg, S.82

Dienstag, 26. August 2014

Freunde und Wegbereiter

Nach dem Tod meiner besten Freundin haben ein paar Menschen meinen Weg gekreuzt, die mir nicht nur wohlgesonnen waren, sie hielten sich nur eine kurze Weile in meinem Leben auf, trotzdem waren sie wichtige Wegbereiter, Bahnbrecher für meine schlummernden Talente und Bedürfnisse, denen ich fortan den nötigen Raum zubilligte. Ich bin mir nicht sicher, ob ich ohne diese Menschen meinen Weg gefunden hätte. Sie hatten also ebenso viel Berechtigung in meinem Leben zu sein, wie meine guten Freunde, auf die ich mich immer verlassen kann, die mir immer zur Seite stehen, bei denen ich mich wohl und geborgen fühle. Es ist schon manchmal seltsam, was das Leben zu welchem Zeitpunkt für einen bereithält.


Montag, 25. August 2014

Das Gewissen der Kriegsenkel und die Beschneidung der Meinungsfreiheit

Anlass zu diesem Artikel gibt mir ein Spiegelartikel über Xavier Naidoo, eine Diskussion darüber gestern auf Facebook und ein darauf folgendes Gespräch mit Katharina aus der Autorengruppe.

Im Spiegel  wurde mit hetzerischen Mitteln und aller Gewalt versucht, Xavier Naidoo ins rechte Lager zu stellen. Die gelieferten Beweise waren dürftig bis gar nicht vorhanden: Zunächst wurde er als Schnulzensänger beschimpft, darauf aufbauend warf man ihm vor auf Montagsdemonstrationen gewesen zu sein, die meines Wissens eher links orientiert sind, zumindest hier in Mainz. Auf einer dieser Demos äußerte Naidoo Kritik an unserer Politik. Vierter Beweis für die rechte Gesinnung Naidoos sollte sein Hasssong gegen Pädophile darstellen. In diesem Zusammenhang wurde er als homophob beschimpft, als seien Homosexualität und Pädophilie das Gleiche. Hier entlarvte der Autor des Artikels lediglich seine eigene Homophobie. Hätte der Artikel in der Bild gestanden, hätte ich mich nicht gewundert, im Spiegel schockieren mich solche Hetzschriften nach wie vor.

Man kann sicher darüber streiten, ob solche Songs, die mit Fäkalsprache arbeiten und Gewalt in ihrer vollen, unmittelbaren Härte ohne Werturteile präsentieren, jugendfrei sein sollten, weil sie missverstanden werden könnten oder fehlinterpretiert, aber das Benennen der Gewalt an Kindern und die dazugehörigen Rachegefühle/-phantasien der Opfer, die in der Folge ebenso gewalttätig sind, müssen erlaubt sein. Das bricht ein Tabu, verstößt gegen den guten Geschmack, für (ehemalige) Opfer massiver Gewalt sind solche Songs aber ein Sprachrohr und Ventil, das sie ansonsten vergeblich suchen.

Da diese massive Gewalt gegen Kinder, die Naidoo besingt, vor allem in satanistischen und germanofaschistischen Gruppierungen üblich ist, könnte man unter diesem Aspekt den Song sogar als gegen Rechts bezeichnen.

Was mich aber am meisten erschreckt, unsere Generation, die Generation der Kriegsenkel, die die Schuld unserer Großelterngeneration aufgebürdet bekommen hat, weil diese sich nicht adäquat mit den Kriegsverbrechen und den dazugehörigen Verlusten auseinandergesetzt hat, ist immer wieder anfällig, sich von solchen Artikeln aufhetzen zu lassen, ohne sie auf ihre Richtigkeit zu überprüfen.

Dieser Kriegskomplex der Kriegsenkel wird von den Medien schamlos ausgenutzt, um Menschen mundtot zu bekommen und abzusägen, da reicht oftmals ein einziges falsches Wort, um einen Prominenten oder Politiker ins Aus zu katapultieren. Besonders erschreckend ist hier, dass von den Medien immer weiter die Meinungsfreiheit beschnitten wird, sobald es jemand wagt Kritik in der Öffentlichkeit zu üben, insbesondere an der Politik,  dann ufern Beschimpfungen über eine angebliche Radikalität zur Zeit dermaßen aus, dass man inzwischen von einer totalitären Beschneidung der Meinungsfreiheit reden kann.

Das über die gesamte Kindheit eingetrichterte schlechte Gewissen, das wir gefälligst für unsere Großeltern stellvertretend haben sollten, ohne jedoch die dazugehörigen Erlebnisse gehabt zu haben, um es einordnen zu können, führt tatsächlich bei vielen zu einer Wahrnehmungsverzerrung, sodass sie statt der  Beschneidung der Meinungsfreiheit, dann überall Nazis sehen, wenn ein Journalist mit dem Finger auf kritische Menschen zeigt.

Eins haben solche Journalisten aber vergessen, wir haben auch eingetrichtert bekommen, wenn Anzeichen totalitärer Macht wieder aufflammen, wie das Beschneiden der Meinungsfreiheit, diese zu erkennen und uns dagegen zur Wehr zu setzen.

Hier gehts zum Spiegelartikel:  Xavier Naidoos rechte Thesen: Vom Popstar zum Populisten
Hier zu einer weiteren Stellungnahme zur Beschneidung der Meinungsfreiheit: Political Correctness statt Meinungsfreiheit 
Stellungnahme des Mannheimer Morgen: Naidoo, ein neuer Rechter?

Donnerstag, 21. August 2014

Verherrlichung der totalen Gewalt

Glorifizierung und Indifferenz fördern sich wechselseitig: Verherrlichungen der eigenen Gewalttat werden noch unbedenklicher, noch ungestörter möglich, wenn der Gegner ein Nichts ist - wenn auch ein gefährliches Nichts -, dessen Gegenmotive gar nicht in einen Vergleich eintreten können. Umgekehrt wird der andere für den Töter umso gleichgültiger, je mehr die eigenen Ideale und Heldentaten den gesamten Konflikt überstrahlen. 
 Heinrich Popitz, Phänomene der Macht, Das Syndrom der totalen Gewalt, S. 74

Montag, 18. August 2014

Twitteratur - eine Anthologie - Edition Das Labor

Matthias Hagedorn hat eine Anthologie zum Thema Twitteratur bei der Edition Das Labor herausgegeben. Neue und alte Autoren kommen hier zu Wort. Von Begeisterung bis hin zu scharfer Kritik reichen die Texte über das neue Medium Twitter, das Literaten herausfordert, sich kurz zu fassen und ihre Texte auf 140 Zeichen zu reduzieren. Matthias Hagedorn sieht in den technischen Neuerungen auch eine Chance für scheinbar überholte literarische Formen sowie die Denkgenauigkeit der Spätmoderne.

Autoren der Anthologie sind: Ulrich Bergmann, Karl Kraus, Karl Feldkamp, Laurence Sterne, Ferdinand de Saussure, Jesko Hagen, Friedrich Nietzsche, Michel de Montaigne, A.J. Weigoni und Sophie Reyer, die dieses Jahr den lime_lab gewannen, Tamara Kudryavtseva, Angelika Janz, Michael Gratz, Holger Benkel, Haimo Hieronymus, Peter Meilchen, Franz Kafka, Anja Wurm.

Sehr erfreut und überrascht war ich, als ich Anfang August das kleine, vielfältige Werk aus dem Briefkasten holte. Danke an Matthias Hagedorn, die Überraschung war wirklich gelungen, da ich mit einer gedruckten Ausgabe der Texte nicht gerechnet habe.

Wer Interesse an Twitteratur, eine Anthologie, Hrsg. Matthias Hagedorn, Edition Das Labor, Verlag der Artisten, 2014 hat, kann sie hier bestellen: Matthias-Hagedorn@gmx.de

Samstag, 16. August 2014

Das Syndrom der totalen Herrschaft


Gewalt und vorzüglich absolute Gewalt gilt als äußerste Steigerung der Überlegenheit über andere Menschen. Verherrlichung des Gewaltakts bedeutet daher die Verherrlichung eines höheren Seins, des Herrschaftsrechtes schlechthin. Die siegreichen Herrscher, die siegreiche Stadt, das siegreiche Volk beweisen durch ihren Sieg ihren Vorrang, ihre Sendung, ihre Erwähltheit. Gewalt wird glorifiziert als Bestätigung der Glorie des Herr-Seins. Heinrich, Popitz, Phänomene der Macht, S. 67

Freitag, 15. August 2014

Genuss oder Askese?

Wieder Sex gehabt. Ohne Kondom. Russisch Roulette, doch die Hormone, wie immer. Blöde Ausrede sagen Sie, ja, blöde Ausrede, stimmt, pflichte ich bei. Ich esse auch pestizides Gemüse, Hormonfleisch, rauche dafür aber ohne Zusatzstoffe und trinke Biowein. Am häufigsten war ich wegen Sportverletzungen beim Arzt, der Rest, hm, bringt mich irgendwie nicht um, da kann ich tun, was ich will.  Ich sei ein ekelhaftes Genussschwein, weil ich die mediale Askese nicht teile, als guter Europäer sollte ich nicht rauchen, nicht trinken, kein Fleisch essen, eigentlich auch keine Fleischprodukte, sollte schlank sein und Sport treiben, nur noch Cybersex haben, auch damit die NSA etwas gegen mich in der Hand hat, schließlich belaste ich ansonsten das Gesundheitssystem über die Maße hinaus, zumindest als Kassenpatient, Sie haben Recht. Nur wissen Sie, ich war für die Dressur noch nie so geeignet, die politische, die mediale, die wissenschaftliche, wissen Sie, irgendwie überlasse ich das asketische Dressiertwerden lieber anderen und lebe, denke  ... manchmal auch nicht ... ich weiß, das kommt heute einem Verbrechen gleich, aber, aber, irgendwie bin ich dann doch lieber ein Verbrecher ...

Einforderung des nackten Lebens


Zitat: Die Sache ist die, daß ein und dieselbe Einforderung des nackten Lebens in den bürgerlichen Demokratien zu einem Vorrang des Privaten gegenüber dem Öffentlichen und der individuellen Freiheiten gegenüber den kollektiven Pflichten führt, in den totalitären Staaten dagegen zum entscheidenden politischen Kriterium und zum Ort souveräner Entscheidungen schlechthin wird. Und nur weil das biologische Leben mit seinen Bedürfnissen überall zum "politisch" entscheidendem Faktum geworden ist, besteht überhaupt die Möglichkeit, die sonst unerklärliche Geschwindigkeit zu begreifen, mit der in unserem Jahrhundert die parlamentarischen Demokratien in totalitäre Staaten haben umstürzen und die totalitären Staaten sich beinah ohne Übergangslösung in parlamentarische Demokratien haben umwandeln können. In beiden Fällen vollzogen sich die Umbrüche in einem Umfeld, wo die Politik sich schon seit längerem in Biopolitik verwandelt hatte und wo der Einsatz nunmehr bloß darin bestand, zu bestimmen, welche Organisationsform sich für die Pflege, die Kontrolle und den Genuß des nackten Lebens am wirksamsten erweisen würde. Wenn das nackte Leben zur fundamentalen Referenz geworden ist, verlieren die traditionellen politischen Unterscheidungen (wie jene zwischen rechts und links, Liberalismus und Totalitarismus, privat und öffentlich) ihre Klarheit und Intelligibilität und treten in eine Zone der Unbestimmtheit. Auch das plötzliche Abdriften der Klassen des Exkommunismus in den extremsten Rassismus (wie in Serbien mit den Programmen der "ethnischen Säuberung") und die Wiedergeburt des Faschismus in Europa haben hier ihre Wurzeln. Giorgio Agamben, Homo sacer, Die souveräne Macht und das nackte Leben, S. 130

Donnerstag, 14. August 2014

Humanismus und Terror

Die Probleme der Politik rühren daher, daß wir alle Subjekte sind und dennoch die Anderen als Objekte ansehen und behandeln.

M. Merleau-Ponty, Humanismus und Terror

Mittwoch, 13. August 2014

Die Doppelmasse: Der Krieg II

Aber nie ist der Krieg ein wirklicher Krieg, wenn er nicht zuerst auf einen Haufen von feindlichen Toten zielt.

Elias Canetti, Masse und Macht, Die Doppelmasse: Der Krieg, S.77

Dienstag, 12. August 2014

Die Doppelmasse: Der Krieg

Es ist die wachsende Masse der Nachbarn, der man im Kriege entgegentritt. Ihre Zunahme ist an sich beängstigend. Ihre Drohung, die im Wachstum alleine schon enthalten ist, löst die eigene aggressive Masse aus, die zum Krieg drängt.

Elias Canetti, Masse und Macht, Die Doppelmasse: Der Krieg, Fischer 2011, S. 77

Montag, 11. August 2014

Hetzmassen

Die Hetzmasse bildet sich im Hinblick auf ein rasch erreichbares Ziel. Es ist ihr bekannt und genau bezeichnet, es ist auch nah. Sie ist aufs Töten aus, und sie weiß, wen sie töten will. Mit einer Entschlossenheit ohnegleichen geht sie auf dieses Ziel los;

Elias Canetti, Masse und Macht, Hetzmassen, S. 54

Sonntag, 10. August 2014

Verkehrte Welt - Krieg in der Ukraine

Obama und Merkel drohen offen mit einem militärischen Einsatz in der Ukraine, wollen also aus dem Bürgerkrieg in der Ukraine einen dritten Weltkrieg machen (FAZ), das kündigte sich seit Monaten bereits an, statt Verhandlungen kamen aus dem Westen nur Drohungen.

Zusätzlich zu den seit Monaten stattfindenden Kriegshetzen in deutschen Zeitungen, werden in der Zeit inzwischen volksverhetzende Schriften gegen Russen veröffentlicht, wie man sie bis dato bestenfalls einem rechtsextremen Schmierblatt zugetraut hätte. Zumindest in diesen Zeiten, in denen permanent mit Krieg gegen Russland gedroht wird, Sanktionen bereits eingetreten sind, ist eine solche "Glosse" nicht nur geschmacklos, sondern treibt die Kriegshetzen voran, wenn sie Russen mit dem "Es" (Freud) vergleicht.

Frau Merkel, die ich eigentlich für eine kluge, besonnene Frau halte, ist durch den NSA-Konflikt erpressbar geworden und wird sich alleine aus diesem Grund nicht gegen einen Krieg stellen. Aber was bedeutet die eigene Privatsphäre gegen Menschenleben? Gar nichts.

Krieg, Zerstörung, Übermacht, Totalüberwachung, Tod haben mit westlichen, demokratischen Werten nichts zu tun, sie widersprechen ihnen.

Das Volk stellt sich offen gegen einen Krieg in der Ukraine mit westlicher Beteiligung, das interessiert aber in den angeblich demokratischen Regierungen niemanden.

Ich bin mit westlichen, demokratischen Werten aufgewachsen und habe sie immer geschätzt, deswegen erschüttern mich die totalitären Handlungsweisen der angeblich westlichen Demokratien zur Zeit aufs Äußerste - ich verstehe die Welt nicht mehr - und befürchte wir sind bald wieder an einem Punkt, an dem wir uns für unser Land schämen müssen, ich tue es jetzt schon.

Samstag, 9. August 2014

Macht und Wahrnehmung

Die essayistische Annäherung an das Thema Macht und Wahrnehmung ist am Montag auf KUNO veröffentlicht worden. Aufgrund der Breite der Thematik, kann es sich hier nur um einen kleinen Ausschnitt handeln, der Gegenstand beschäftigt mich aber weiter, sodass zusätzliche Abhandlungen folgen werden.

Angerissen sind zunächst uneindeutige Machtverhältnisse, Macht durch Manipulation und Wahrnehmungsverzerrung, psychische Gewalt/Ausbeutung.

Hier gehts zum Essay: Macht und Wahrnehmung

Sonntag, 27. Juli 2014

Der Gewaltbegriff

Wenn die Philosophie oder Soziologie von Gewalt spricht, meint sie in der Regel physische Gewalt. Leider klammern diese Theorien, den Tatbestand der psychischen Gewalt aus. Aus der Sozialarbeit und psychotherapeutischen Praxis weiß man, dass psychische Gewalt aber dieselben, wenn nicht sogar noch schlimmere Auswirkungen hat und gravierende Spätfolgen hinterlässt, wie körperliche oder sexuelle Gewalt. Das Strafgesetzbuch bietet wenig Handhabe gegen psychische Gewalt. Es gibt den Tatbestand der Bedrohung oder der Verleumdung, ansonsten kaum Möglichkeiten Täter zu bestrafen. Stalking wird inzwischen zwar bestraft, jedoch unter der Voraussetzung, dass das Opfer nachweist, dass es sein Leben aufgegeben hat (wie Wohnort, Arbeitsplatz) und weiterhin verfolgt wird. Hier geht der Täter- in seiner extremsten (gewalttätigsten) Weise vor den Opferschutz. Für Mobbingopfer gibt es nach wie vor keinen Schutz, von Kindern, die psychischer Gewalt ausgesetzt sind, ganz zu schweigen. Inzwischen gibt es Studien zum Thema, in denen Opfer, die körperliche, sexuelle und psychische Gewalt erlebten, die psychische häufig als die gewalttätigste benannten.

Es ist deswegen dringend erforderlich, den Begriff der Gewalt auch in der Soziologie und Philosophie, um psychische Gewalt zu erweitern und weitere Forschungen und Studien zu betreiben, Grenzen zu definieren; nicht jedes Fehlverhalten führt direkt zu Dauerschäden des Opfers, psychische Gewalt ist in der Regel durch die Dauer des Stresses gekennzeichnet. Ich halte es deswegen für erforderlich, damit psychische Gewalt erkannt werden kann, ihren Opfern Rechnung getragen wird und das Strafgesetzbuch entsprechend erweitert werden kann.

Sonntag, 20. Juli 2014

Amalgam

Als mir das Amalgam aus den Zähnen gebohrt wurde, fühlte ich mich leicht und frei, ich schwebte förmlich. Ob dies das Resultat der Entfernung des Giftes war oder ob ich über die Schleimhäute meiner Mundhöhle, das frei wirbelnde Amalgam aufnahm und lediglich high davon wurde, entzieht sich bis heute meiner Kenntnis.

Montag, 7. Juli 2014

Geschafft

Ich habe das ganze Wochenende daran gesessen, das Essay Wahrnehmung und Macht noch einmal zu überarbeiten, leider habe ich niemanden gefunden, der sich imstande fühlte, es noch einmal durchzuschauen, das ist auch nicht leicht, wenn das Thema neu ist. Ich denke, es ist trotzdem nachvollziehbar formuliert, ich bin kein Freund von Fach- und Fremdworten, es soll ja schließlich jedem zugänglich sein.

Obwohl ich das Thema nur angerissen habe, ist es für einen Onlineartikel doch ziemlich lang geworden, aber wer sich dafür interessiert, wird es trotzdem lesen. Es erscheint am 4. August auf KUNO.

Dienstag, 1. Juli 2014

Macht und Wahrnehmung

Mein nächstes Essay ist so gut wie fertig, es fehlt noch der Feinschliff und ist ziemlich lang geworden.

Es gibt erste Einblicke in die Wahrnehmung von Macht, in nicht-physische Gewalt sowie in Manipulation und Wahrnehmungsverzerrung, mit deren Hilfe ein Widerstand des Untergebenen auch ohne körperliche Gewalt nahezu unmöglich gemacht wird.

Ich will mich noch nicht eindeutig in Begrifflichkeiten festlegen, jedoch scheinen mir im Moment die Differenzierungen, die  Max Weber zwischen Macht, Herrschaft und Gewalt aufstellt, am geeignetsten, um klare Trennlinien zu ziehen. Andere Autoren neigen zu diffusen Vermischungen bei den Definitionen, sodass nach ihnen eine fehlerfreie Analyse nicht möglich zu sein scheint, auch wenn sie in der Abstraktion logisch erscheinen mögen, nutzen sie in der Detailarbeit wenig und sind nicht haltbar.

Donnerstag, 29. Mai 2014

Liebster Award - Gedankenfetzen


Zunächst möchte ich mich bei Dörthe Huth bedanken für die Nominierung meines Blogs Gedankenfetzen zum Liebsten Award.
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Dörthe Huth betreibt einen Blog mit Ratgeberartikeln zu Themen der Psychologie und des Coachings: http://www.doerthe-huth.de/ 
 Nun zu Dörthes Fragen:
Wo würdest du am liebsten leben?
Zu meinem Bedauern bin ich fürchterlich sesshaft, ich bin in Wiesbaden aufgewachsen und habe es gerade einmal bis über den Rhein geschafft. Vor 1,5 Jahren bin ich dann von der Mainzer Innenstadt in den schönsten Vorort nach Gonsenheim gezogen. Dort habe ich eine wunderbare Wohnung im 13./14. Stock mit Blick auf der Südseite über Gonsenheim und Mainz bis in den Odenwald und auf der Nordseite über den Mainzer Sand und Wiesbaden bis in den Taunus. Hier habe ich das erste Mal in meinem Leben das Gefühl, zu Hause angekommen zu sein und nicht mehr in einer Studentenbude zu wohnen. Ich liebe es und möchte nicht mehr fort, vom Klima würde ich allerdings Norddeutschland bevorzugen.  
Das ist die eine Seite, auf der anderen steigt mein Unbehagen in Deutschland zu leben seitdem wieder Kriege geführt werden, Armut künstlich erzeugt wird, Grundrechte immer weiter beschnitten werden, angefangen mit den Hartz IV-Gesetzen über Antirauchergesetze bis hin zur Totalüberwachung jedes Bürgers.

Ich liebte Deutschland für seine Freiheit, seine Grundrechte, seine vielfältigen Möglichkeiten, seine Chancengleichheit, so bin ich aufgewachsen und lernte es zu schätzen.  Leider ist davon nicht viel übrig geblieben, sodass ich bei fortbestehenden Missständen oder gar weiterer Beschneidungen durchaus Überlegungen anstelle, trotz meiner Sesshaftigkeit irgendwann auszuwandern.
Wie kamst du auf die Idee für deinen Blog?
Hauptberuflich bin ich freiberufliche Sozialpädagogin, deswegen wollte ich zunächst einen Blog rund um die Themen Psychologie/Psychiatrie/Soziales erstellen. Da mir aber die Autorentätigkeit ebenso wichtig ist wie mein Beruf und ich meinen Blog in der Freizeit ohne Bezahlung betreibe, habe ich mich dann doch dazu entschlossen ihn für meine Literatur und anderen Projekte zu nutzen. Meinem Blog verdanke ich es auch, dass mich Matthias Hagedorn von KUNO entdeckt hat und ich dort nun experimentelle Prosa und Essays veröffentlichen kann.
Worüber schreibst du in deinem Blog am liebsten?
Am liebsten gebe ich kleine Einblicke in meine experimentelle Prosa oder Lyrik. Aber auch meine ersten Versuche in Satire oder Essay sind hier entstanden. Wobei ich die Geschichten um Mr. X bereits mit Anfang 20 begonnen, aber nie fertig gestellt habe, ursprünglich sollte es ein satirischer Kurzgeschichtenroman werden. Außerdem schreibe ich über weitere Projekte, gebe kleine Einblicke in den begonnenen Roman oder das Theaterstück. Derzeit arbeite ich mich in Premiere Elements und Blender ein, um irgendwann kleine Kunstfilme erstellen zu können. Die ersten peinlichen Anfänge habe ich auch veröffentlicht, sodass hoffentlich irgendwann eine Entwicklung zu verfolgen ist.
Was tust du bei einer Schreibblockade?
Schreibblockaden kenne ich eigentlich nicht. Entweder bin ich zu müde, dann schreibe ich nicht oder ich habe einen unkreativen Tag, dann überarbeite ich eines meiner Schreibprojekte.

Wie entspannst du dich am liebsten?
Da ich einen sehr anstrengenden Beruf habe, in dem ich auch viel Leid sehe, entspannen mich meine kreativen Arbeiten. Wenn diese dann in Arbeit und Stress ausarten, gehe ich spazieren, fahre Rad oder mache Yoga.

Wann bist du am kreativsten?
Morgens nach dem Kaffee und abends nach der Arbeit.

Was machst du in deiner Freizeit am liebsten?
Am liebsten verbringe ich meine Freizeit mit Freunden, gehe gern ins Theater, in Ausstellungen, mache Radtouren oder Kurztrips in andere Städte.

Wer ist dein Lieblingsautor?
Ich habe viele Lieblingsautoren, Sartre, Beckett, Cocteau, um nur einige zu nennen, tendenziell gefallen mir russische und französische Autoren am besten. Meine größte Bewunderung gilt allerdings Dostojewski, dessen Gedächtnis so herausragend gewesen sein muss, er versteht es so viele Protagonisten und Handlungsstränge in seinen Werken zusammenzuführen, dass es wohl keinen zweiten seiner Art je geben wird, nicht einmal mit den heutigen Hilfsmitteln. Detailliert beschreibt er menschliche Abgründe, psychologische Einzelheiten, vermittelt eine durchdringende Ethik in seinen Romanen, der man sich nicht entziehen kann. In diesen Bereichen ist Dostojewski nicht zu überbieten, aber ich schätze auch die experimentellen Texte zeitgenössischer Autoren.

Was ist dein Lieblingsbuch?
Ich habe kein spezielles Lieblingsbuch, zu nennen wären aber die Theaterstücke von Sartre und Beckett, Kinder der Nacht von Cocteau, Schuld und Sühne sowie Der Idiot von Dostojewski.

Welche Ideen würdest du momentan gerne umsetzen?
Derzeit faszinieren mich grenzüberschreitende Kunstprojekte, wie bebilderte Twitteratur oder  die besagten Kunstkurzfilme mit denen ich meine Lyrik oder experimentellen Texte unterlegen möchte. Das sind aber langfristige Planungen, da ich mich erst einmal ins Filmen, Videoschnitt und  3-D-Animation einarbeiten muss. In Zusammenarbeit mit Schauspielern könnte ich mir auch vorstellen, Kurztheaterstücke zu schreiben und zu produzieren. Dafür könnte über das Peng in Mainz auch eine professionelle Filmausrüstung organisiert werden.

Was macht dich glücklich?
Über viele Um- und Irrwege habe ich es geschafft, meine beiden größten Träume und Leidenschaften zu verwirklichen, nämlich in meinem Beruf mit einem eigenen Konzept und eigenen Methoden psychisch kranke Menschen dabei zu unterstützen sich wieder in die Gesellschaft zu integrieren und ein zufriedenes Leben zu führen sowie meine kreativen Projekte, in erster Linie das Schreiben. Das macht mich glücklich und wenn ich es schaffen sollte, alle meine wichtigen Projekte bis zu meinem Tod fertigzustellen, werde ich auch glücklich sterben können.

Nun kommen meine Nominierungen:
wortliebmartin
jinn-pogy.blogspot.de
susisorglos.net
unerhörteworte
faust-kultur

Meine Fragen an die Nominierten:

1. Wie würdest du am liebsten leben?
2. Besitzt du einen Traumwohnort, an dem du gerne leben würdest, wenn du frei von Verpflichtungen wärest?
3. Worüber schreibst du in deinem Blog am liebsten?
4. Welche Ideale/Motive verfolgst/verknüpfst du mit deinem Blog?
5. Woher nimmst du deine kreativen Ideen?
6. Wann bist du am kreativsten?
7. Welche Ziele verfolgst du außerhalb des Schreibens oder welche Ziele verfolgst du über das Schreiben hinaus durch weitere Aktivitäten?
8. Wer ist dein Lieblingsautor?
9. Wer ist dein Lieblingskünstler?
10. Welche Ideen/Projekte würdest du momentan gerne umsetzen?
11. Was macht dich glücklich?

So gebt ihr den »Liebster Award« weiter:
1. Verlinkt die Person, die euch nominiert hat. In diesem Fall:
http://anjawurm.blogspot.de/
2. Beantwortet meine elf Fragen.
3. Wählt Blogs aus und nominiert diese.
4. Teilt den Bloggern mit, dass ihr sie nominiert habt.
5. Denkt euch elf Fragen aus, die ihr den Blogs stellt, die ihr nominiert habt. Viel Freude daran!

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