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Montag, 12. September 2016

Kollegengespräche - Nietzsche und kämpferische Ideale

Aphorismen:Nietzsche schätzt kämpferische Ideale (vgl. "Also sprach Zarathustra: Von der Ehe ", die Rollenverteilung sollte gestaltet sein: der Mann als Krieger; die Frau soll Hort für den Krieger sein ;
[ zur Rolle der Frau bei Nietzsche ; vgl. Beitrag von Anja Wurm zum Dienen der Frau] )

Nietzsche wird von vielen insgeheim gefürchtet ;wir fürchten uns, dass er angreift; auch und vor allem hinterlistig;das sagt man ihm nach:" Zerstörter der Vernunft "(Theodor W. Adorno), bzw.'Proto-faschisisch' (Jürgen Habermas) man sagt eine dunkle Wahrheit; "sie" konnten nicht an ihm "vorbei"? Wer? Seine Apologeten und Kritiker;

Auch oft verfemt : Thomas Hobbes (Leviathan) der zentral den Staat als Institution des Objekt-Schutzes installiert und das Gewaltmonopol dem Staat zuspricht; der Autor der "Befriedung" des " Territoriums"..man irrt in Hobbes einen Verteidiger der Güter zu sehen; er setzt sich für die Besitzer ein; Menschen; und: er greift an; er setzt sich leidenschaftlich dafür ein, dass das Duell unvermeidbar ist; schätzt, dass die Griechen in der Freibeuterei einen tapferen Berufstand sahen; und er sagt Duelle müssten gesondert behandelt werden; gesetzlich regelbar sind sie ; aber er denkt: gelegentlich unvermeidbar ; er schätzte den Wert des prähistorischen Menschen: Tapferkeit; Nietzsche ebenso;

Nietzsche ; Hobbes ; jeder von beiden schätzt affektive Reaktion. Kriegerische Ideale verweisen auf Krieg; Kriege finden bei uns, so schliesst man sich gerne Sigmund Freud [ Das Unbehagen in der Kultur] an: zivilisiert statt; in politischen Diskursen oder: z.B.im Fussball etc.. sind z.B" einige meine ersten Gedanken dazu; und weiter: war es nicht früher üblich mit Schlimmeren aufeinander loszugehen? Muss dass ein "Zivilisierter" : Kämpfen?!?

Gegen-Frage : Hat sich der Charakter der Welt geändert ? hat die Evolution neue Mechanismen oder sind es die gleichen Gesetze oder hat sich nur der Rahmen geändert. ? - aber haben wir vor nichts mehr Angst, als wenn uns etwas angreift, das sich in unseren Kopf "einnistet"; Religion tut das gelegentlich ; Aber Nietzsche?!? Nach einiger Lektüre kann ich sagen; Hobbes; Nietzsche: beide greifen an; mit Worten; Nietzsche mit der Forderung der " Umwertung aller Werte" (vgl. Nietzsche: Der Antichrist, 1888, letzter Aphorismus) muss man sich (hier) vor Nietzsches Worten fürchten? Nein! Oder gar sie ehren? Vielleicht ; es wäre es "wert" über den Wert unserer höchsten Werte nachzudenken; sie neu zu hierarchisieren; nichts anderes meint er mit dem "Willen zur Macht" als die Umsetzung dieser Neu-Hierarchisierung, die Unwertung der Werte! Sehr zentrale Text-Passagen!

 Zurück zum Kriegerischen; Frage: Finden bedeutsame Kämpfe nicht heute "woanders" statt als früher ? Aber zu Nietzsches zurück und zu Foucault, der sich zentral auf Nietzsche bezieht!! Wie wertvoll sind Gedanken abgelöst davon, dass man immer einen Autor nennt? Mit dem Autor der sie sagt(e) als zentale Repräsentation des Gedankens? Ja! Man klebt am Autor - Das ist heute noch so! In der Post-Moderne; Internetzeitalter?

Foucault kannte es nicht; er, der den "Tod des Autors" verkündete; er starb 1984; wenige Monate nach meiner Geburt [Simon Reiss,Verfasser dieses Textes/Aphorismen] ; er gehört also wohl nicht zum Web 2.0, nicht zu diesem dieser Zeitalter. Zurück zum Kampf: ist er nicht unvermeidbar? Ist nun aber kämpfen nicht zentral;? Ja!! Nur: wie, wogegen, wofür! ; aber ein hoher "Wert" an sich !! Warum? Weil wir tapfer sein müssen! Die Welt ist kein Wunschkonzert; doch kämpfen die Wünsche miteinander! ; Ideen; Ideale; Ziele; Siege ; gibt es nichts, Werte, wofür es zu kämpfen lohnt?

In. J.R.R. Tolkiens Welten [ Das Silmarillon ; Nachrichten aus Mittelerde ; Der Herr der Ringe Bd. 1-3, Der kleine Hobbit] kämpfen die Helden; vor allem : gegen Drachen; und ihrem Herrn und Meister; den schwarzen Feind der Welt (Motgoth Bauglir, und Sauron, dessen höchsten Diener) ; und dass innerhalb einer Konzeption, einer  durch Materie gewordenen Wunsch-Gedanken-Welt [ vgl. J.R.R. Tolkien: Das Silmarillon m, Ainuedale] ;

Krieger singen! Wünsche tanzen! Gedanken kämpfen untereinander; wer hat das besser erkannt als Deleuze? Guattari, seine rechte Hand;? Wieder bleiben Namen; Tod des Autors heisst auch Tod Foucaults; aber es leben die Gedanken, gelöst von ihrem Wirt sind es "Gedanken, die leise auf Taubenfüßen gehen, die weltverändernd sind; um die Herrschaft auf der Erde kämpfen " (Nietzsche ; frei zitiert; Zitat leicht verändert) Viele Gedanken; auch die von Nietzsche ; er hat zentrale Einsichten formuliert ; wir sollten nicht feige daran vorbeigehen! Es leben die Gedanken !!

Simon Reiss

Sonntag, 11. September 2016

Kollegengespräche - Nietzsche und Frauenverachtung?

Ich möchte beginnen mit Nietzsches angeblicher Frauenverachtung, werden seine Texte oberflächlich gelesen, so mag an dem Vorwurf etwas dran sein, ich setzte mich bereits auf KUNO in Macht dienen glücklich oder mächtig? mit einem dieser Aphorismen aus Menschliches, Allzumenschliches auseinander und kam zu einem anderen Ergebnis.
In dem Zitat heißt es:

Die Frauen wollen dienen und haben darin ihr Glück und der Freigeist nicht bedient sein und hat darin sein Glück.

Hätte Nietzsche geschrieben: Die Frauen dienen, die Männer haben darin ihr Glück, könnte der Leser ihm zurecht eine Frauenverachtung unterstellen, das hat er aber nicht geschrieben

Durch das Wollen der Frau setzt er eine Entscheidungsmöglichkeit voraus, er sieht in der Frau ein mächtiges Wesen, dass ihre Wünsche und Bedürfnisse durchsetzt, während der Mann in diesem Aphorismus so klein ist, dass er nicht einmal Erwähnung findet, nur der Freigeist kann sich der mächtigen Frau gegenüber behaupten, sich emanzipieren und das Bedientsein ablehnen.

Ich nehme hier eher eine Angst wahr vor der übermächtigen Frau, ähnlich wie in dem Eingangszitat von Weber, eine Angst, dass nicht der Verstand, sondern die Erotik der Frau regieren könnte, wenn Frauen mehr zu sagen haben. Nietzsche schaut hier bereits genauer hin, er stellt bereits fest,  dass die Frau etwas will und sich durchsetzt, völlig unabhängig von den Mitteln, die sie dafür einsetzt. Dass Nietzsche dies schärfer beobachten konnte als Weber, ist vermutlich u.a. der Tatsache geschuldet, dass er im Alter von 5 Jahren seinen Vater verlor und in einem reinen Frauenhaushalt aufwuchs, in dem Frauenmacht selbstverständlich war.

Andererseits schätzte Nietzsche die natürliche Intelligenz der Frauen, die im 19. Jahrhundert noch weitgehend von höherer Bildung ausgeschlossen wurden:

Mädchen als Gymnasiasten. - Um alles in der Welt nicht auch noch unsere Gymnasialbildung auf die Mädchen übertragen! Sie, die häufig aus geistreichen, wissbegierigen, feurigen Jungen - Abbilder ihrer Lehrer macht! (Menschliches, Allzumenschliches, 409)

Hier könnte der oberflächliche Leser annehmen, Nietzsche wollte Mädchen und Frauen von höherer Bildung ausschließen, im Nachsatz aber wird deutlich, dass Nietzsche sich gegen die Art der Bildung auf den damaligen Gymnasien ausspricht, die aus ehemals geistreichen Jungen, angepasste autoritätshörige, nicht mehr selbst denkende Männer macht (Abbilder ihrer Lehrer). Hier schreibt er der Frau eine nicht vom Mainstream belastete Intelligenz zu, die sich aus eigenem Nachdenken und Bilden entwickeln kann, die das Gymansium aber so weit zerstört, dass es intellektuelle Eliten nahezu ausschließt, er sieht in ihr den Freigeist, den der gewöhnliche, auch der gebildete, Mann kaum erlangen kann. Das erschließt sich u.a. weiter aus Satz 411:

Der weibliche Intellekt. - Der Intellekt der Weiber zeigt sich als vollkommene Beherrschung, Gegenwärtigkeit des Geistes, Benutzung aller Vorteile ...

Auch hier geht es wieder um eine Erhöhung der Frau und eine Abwertung des Mannes, denn weiter geht es mit:

... Dem widerspricht nicht, dass die Männer tatsächlich es mit ihrem Verstande so viel weiter bringen: sie haben die tieferen, gewaltigeren Antriebe; diese tragen ihren Verstand, der an sich etwas Passives ist, so weit ... 

Natürlich kann Angst auch in Verachtung umschlagen, wir können hier weiter untersuchen, ob das bei Nietzsche der Fall war oder ob er der Freigeist war, der sich emanzipiert hat.

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Montag, 5. September 2016

Kollegengespräche - Nietzsche, Macht und Erotik - Nietzsche und Faschismus? - 2

Herzlichen Dank an Simon Reiss für die einleitenden Worte zu den Kollegengesprächen.

Simon hat einige Fragen aufgeworfen mit denen ich mich auch noch näher befassen will, zunächst möchte ich mich aber zu seiner Anmerkung äußern, dass einige in Nietzsche den Wegbereiter des Faschismus sehen. Hierbei handelt es sich meiner Ansicht nach um Menschen, die sich weder mit Nietzsches Werken, noch mit seiner Biographie jemals ernsthaft auseinandergesetzt haben. Nietzsche war ein Wegbereiter der Aufklärung, er kritisierte sämtliche Ideologien, seien es philosophische oder religiöse, er öffnete die Augen für Doppelmoral und falsch verstandenen Humanismus, Philosophen, die machtkonform schrieben ...

Nietzsches sogenanntes Hauptwerk "Der Wille zur Macht" aber, auf das sich bei den Unterstellungen, Nietzsche sei ein Wegbereiter des Faschismus gewesen, bezogen wird,  hat nicht er, sondern seine Schwester Elisabeth geschrieben.

Elisabeth pflegte nach dem Bruch Nietzsches zur Familie Wagner Kontakt zu dem Antisemiten Bernhard Förster. Sie unterstütze eine Antisemitenpetition durch Förster an Bismarck, der jedoch die Annahme der Petition verweigerte.
In einem Brief an seinen Freund Overbeck schreibt Nietzsche über die Verbindung seiner Schwester zu dem Antisemiten Förster: „...die verfluchte Antisemiterei ... ist die Ursache eines radikalen Bruches zwischen mir und meiner Schwester." (Leibzig-Lese)

1885 heiratet Elisabeth Förster, Nietzsche nahm an der Hochzeit nicht teil.

Nachdem die Siedlung der arischen Rasse in Paraguay, in die sich das Paar Förster zurückzog, finanzielle Probleme bekam, beging Förster Selbstmord.

Ab 1889 lebte Nietzsche bis zu seinem Tod (1900) in geistiger Umnachtung. 1894 riss Elisabeth Förster-Nietzsche alle Rechte seines Nachlasses an sich und editierte sie, unwissenschaftlich und selbstherrlich.

Ein Jahr nach dem Tod des Bruders veröffentlichte Elisabeth das angebliche Hauptwerk Nietzsches "Der Wille zur Macht", das sich später als Fälschung Elisabeths herausstellte. Nietzsche selbst hatte nur wenige Zeilen in diesem Buch verfasst, die Elisabeth nach eigenem Ermessen erweiterte und ausschmückte. Auch Briefe fälschte sie. Auf das Werk Elisabeths ist es zurückzuführen, dass Nietzsche in Verruf geriet und ihm eine Nähe zum Faschismus unterstellt wurde.

Aber im Gegensatz zu den falschen Behauptungen brach Nietzsche sogar familiäre Beziehungen ab, nachdem Elisabeth sich zum Antisemitismus bekannte. Ideologien, noch dazu menschenverachtende waren Nietzsche ein Greuel.

Dazu noch ein Zitat aus Menschliches, Allzumenschliches, 43

Grausame Menschen als zurückgeblieben. - Die Menschen, welche jetzt grausam sind, müssen uns als Stufen "früherer Kulturen" gelten, welche übrig geblieben sind: das Gebirge der Menschheit zeigt hier einmal die tieferen Formationen, welche sonst versteckt liegen, offen. Es sind zurückgebliebene Menschen, deren Gehirn, durch alle möglichen Zufälle im Verlaufe der Vererbung, nicht so zart und vielseitig fortbebildet worden ist. Sie zeigen uns, was wir alle waren und machen uns erschrecken: aber sie selber sind sowenig verantwortlich, wie ein Stück Granit dafür, dass es Granit ist. In unserem Gehirne müssen sich auch Rinnen und Windungen finden, welche jener Gesinnung entsprechen, wie sich in der Form einzelner menschlicher Organe Erinnerungen an Fischzustände finden sollen. Aber diese Rinnen und Windungen sind nicht mehr das Bett, in welchem sich jetzt der Strom unserer Empfindungen wälzt. 

Quellen: http://www.leipzig-lese.de/index.php?article_id=492
Der Wille zur Macht

Vor zu: Nietzsche und Frauenverachtung?
Zurück zur: Einleitung

Sonntag, 4. September 2016

Kollegengespräche - Nietzsche, Macht und Erotik - 1

Danke, Anja Wurm, für die Aufnahme dieses Dialogs. Schon in der Philosophiegruppe, in der wir das Thema angeschnitten haben, polarisierte das Thema sehr stark. Nun unter der Reformulierung des Themas zu Nietzsche, Macht und Erotik werde ich erst einmal zu diesen drei Themen Stellung beziehen. Nietzsche ist ein Philosoph, der sehr polarisiert, einige sehen in ihm den Wegbereiter des Faschismus, oder den Zerstörer der Vernunft  (Adorno), andere schätzen ihn wiederum in seinen aphoristischen kurzen Stellungsnahmen, die in jeder Hinsicht sehr differenziert sind und alle möglichen gesellschaftlichen Themenbereiche aufgreifen, sie schätzen vor allem sein genealogisches und nomadisches Denken, dazu gehöre ich. Friedrich Nietzsche hat sich in vielen Punkten eigentlich herablassend gegenüber Frauen geäußert, dies ist aber meiner Meinung nach eine eher oberflächliche Betrachtung der frühen Werke, die vor allem auf "Menschliches, Allzumenschliches" zurückgeht, später sind seine Aussagen auf den Themenbereich Macht fokussiert.

Für Macht gibt es verschiedene Diskussionsansätze, man unterscheidet zwischen der persönlichen Macht, die in der Kompetenz einer Person liegt sowie in ihren Möglichkeiten und der Macht, die in einer institutionellen Position liegt; des Weiteren gibt es verschiedene Positionen zum Thema Macht, Max Weber, der auch schon in der Eingangsdiskussionen zur Sprache kam, hat eine sehr sinnvolle nietzscheanische Definition geliefert, diese besagt: Macht soll heißen, die Chance den eigenen Willen gegen den Widerstand durch Dritte durchzusetzen, gleichviel, worauf diese Chance beruht.

Andere Ansätze, wie zum Beispiel von Michel Foucault sind ebenso nietzscheanische Positionen, doch beschreiben sie eine Mikrophysik der Macht, die auch eine Überwindung der Repressionshypothese Freuds darstellt, indem Macht vor allem als proaktiv anregend fördernd gesehen wird und nicht in erster Linie als einschränkend. Hier wird vor allem das Wie der Macht und nicht das Was der Macht betrachtet, das heißt, es geht eher um komplexe Zusammenhänge, was Machtverhältnisse sind.
Hier entwickelte Foucault zum einen das Konzept der Disziplinarmacht, also der Macht, die direkt auf den Körper abzielt, und das der Biomacht, also der Macht, die auf die Bevölkerung abzielt. Diese Ansätze von Macht will ich als erstes in den Raum stellen.

Zu Erotik: Erotik ist ein Feld, dass in der Psychoanalyse vor allem von Herbert Marcuse bearbeitet wurde in "Der eindimensionale Mensch". Marcuse beschreibt hier die enge Verknüpfung von Kapitalismus und Erotik, die sich wechelseitig verstärken; innerhalb der gender studies wird Erotik  als etwas Problematisches betrachtet, da es als gesellschaftlich normativ konstruiertes Feld gilt und  männliche wie weibliche Verhaltensweisen als Allianz gesehen werden, die völlig geschlechtsunspezifisch betrachtet werden.

Bei der Erotik geht es vor allem um eine zentrale Frage: Darf  sie zur Machterlangung eingesetzt werden? Wenn sie einsetzt wird, ist das legitim? Ist das billig? Ist das angebracht? Oder sollte aus professionellen Gründe darauf verzichten? Schadet die Anwendung von Erotik? Wie steht es um die den Einsatz von Erotik im Berufsleben? Wie ist es mit Erotik als Machtfaktor innerhalb von Partnerschaften?

Nun will ich das Wort an Anja Wurm übergeben, einleitende Gedanken zu dem Thema habe ich nun dargelegt.

Weiter zu: Nietzsche und Faschismus?

Simon Reiss

Samstag, 3. September 2016

Kollegengespräche - Nietzsche, Macht und Erotik - 0

Aus einer Facebookdiskussion zu einem inhaltlichen Zitat nach Max Weber ist die Idee entstanden Diskussionen und Kollegengespräche mit Simon Reiss über Nietzsche, Macht und Erotik zu führen.

Ausgangspunkt war folgendes Zitat:

"Das Wahlrecht für Frauen wie die zunehmende Macht der Frauen in der Gesellschaft halte ich für höchst begrüßenswert, leider ist dies mit der Tatsache verbunden; dass es innerhalb der Frauen zu einer Machtverschiebung hin zu den erotisch machtvollen Frauen kommen wird, die die anderen Frauen stark benachteiligen wird und zu einer Machtasymmetrie innerhalb der Frauen führen", frei nach Max Weber Aussage getroffen ca ~1919 (!) und in Anlehnung an Ehefrau Marianne Weber, beide Frauenrechtler/in und Soziologe/in
Frage dazu: Hat er recht behalten? Ist seine Prognose eingetroffen ? ( wenn man fast 100 Jahre später auf diese Aussage zurück blickt?)

Es entwickelte sich eine spannende Diskussion, die wir etwas komplexer als das in einer Facebookgruppe möglich ist, hier auf Gedankenfetzen weiterführen wollen.

Ich freue mich auf einen spannenden Austausch mit Simon Reiss.

Zur Einleitung von Simon Reiss

Samstag, 14. November 2015

Masse und Ideologie

Aufgrund der starken Ideologienbildung der letzten Monate, die sich leider auch in der Mitte der Gesellschaft immer weiter ausbreitet und die ich wesentlich bedrohlicher finde, als die Geschehnisse selbst,  ich finde dabei nicht nur die neue rechte Bewegung bedrohlich, sondern ebenso die neue deutsche Willkommenskultur, die eine ähnliche Massenhysterie aufweist, wie die Rechten, eine kleine Stellungnahme. Verständlich, dass die Presse diese Hysterie anfeuert, da jede Menge Bürgerhelfer benötigt werden, gefährlich ist das trotzdem.  Manchmal würde ich die Leute gerne schütteln und sie zum Durchatmen und selbst Denken auffordern, aber dazu ein Zitat von Gustave Le Bon.

Triebhaftigkeit, Beweglichkeit und Erregbarkeit der Massen

Bei der Untersuchung ihrer grundlegenden Charakterzüge sagten wir, dass die Masse beinahe ausschließlich vom Unbewussten geleitet wird. Ihre Handlungen stehen viel öfter unter dem Einfluss des Rückenmarks als unter dem des Gehirns. Die vollzogenen Handlungen können ihrer Ausführung nach vollkommen sein, da sie aber nicht vom Gehirn ausgehen, so handelt der Einzelne nach zufälligen Reizen ...

Die mannigfachen Triebe, denen die Massen gehorchen, können je nach dem Anreiz edel oder grausam, heldenhaft oder feige sein, stets aber sind sie so unabweisbar, dass der Selbsterhaltungstrieb vor ihnen zurücktritt ...

 Daher sehen wir sie (die Masse) auch in dem selben Augenblick von der blutigsten Grausamkeit zum unbedingtem Heldentum oder Edelmut übergehen. Die Masse wird leicht zum Henker, ebenso zum Märtyrer.  (Psychologie der Massen, Die Massenseele, S. 40)

Samstag, 9. August 2014

Macht und Wahrnehmung

Die essayistische Annäherung an das Thema Macht und Wahrnehmung ist am Montag auf KUNO veröffentlicht worden. Aufgrund der Breite der Thematik, kann es sich hier nur um einen kleinen Ausschnitt handeln, der Gegenstand beschäftigt mich aber weiter, sodass zusätzliche Abhandlungen folgen werden.

Angerissen sind zunächst uneindeutige Machtverhältnisse, Macht durch Manipulation und Wahrnehmungsverzerrung, psychische Gewalt/Ausbeutung.

Hier gehts zum Essay: Macht und Wahrnehmung

Samstag, 19. April 2014

Ostern, Wahrnehmung und Macht

Es ist Ostern, somit freie Zeit zum Schreiben. Mein drittes Essay ist in Arbeit, diesmal geht es um Wahrnehmung/Kommunikation und Macht. Ich habe beschlossen, zunächst die Mikroprozesse der Macht zu analysieren und darzulegen, einmal weil das in der Fachliteratur nicht oder nur unzureichend ausgearbeitet ist, zum zweiten weil das Phänomen Macht nur so umfassend zu verstehen ist, undurchsichtige Machtverhältnisse können so aufgespürt werden sowie schwer zu erkennende Gewalt. Viele Autoren machen hier meiner Ansicht nach den Fehler durch Abstrahieren große Bereiche der Macht und Gewalt auszublenden. Wir können schließlich nur zu einer Ethik der Macht oder zu einer wenig gewalttätigen Macht kommen, wenn wir das Zerstörerische an der Macht identifizieren können. Dazu möchte ich im nächsten Essay einen ersten Beitrag leisten.

Auch habe ich beschlossen meinen in Arbeit befindlichen Roman "Tim" noch einmal umzuarbeiten und nicht rein fragmentarisch zu lassen, eine Charakterentwicklung scheint mir hier doch zu wichtig, um rein experimentell zu bleiben, auch in Tim wird es um Macht und Gewalt gehen.

Ansonsten wünsche ich allen Lesern ein schönes Osterfest und/oder entspannte freie Tage.

Dienstag, 15. April 2014

Die Arbeit mit der Macht

Mit Begeisterung arbeite ich mich nach und nach weiter in die verschiedenen Machttheorien ein, die Bücher hier häufen sich von Agamben und Arendt über Foucault, Han, Russel, Popitz bis Weber habe ich die wichtigsten Vertreter inzwischen hier, sammele Theorien, Zitate, diskutiere sie, analysiere, entwickele eigene Theorien und Schaubilder, versuche mich in Formeln. Das macht alles großen Spaß, allerdings fehlt mir inzwischen die Leichtigkeit mit der ich die ersten beiden Essays geschrieben habe ohne Kenntnis der Fachliteratur. Matthias wartet schon seit einiger Zeit auf das Nächste für KUNO. Ich werde mich Ostern wohl dran setzen, voraussichtlich wird es um Macht und Wahrnehmung gehen und hoffe wieder einen interessanten, informativen und unterhaltsamen Beitrag abliefern zu können.

Donnerstag, 28. November 2013

Machtarten

Nachtrag: Da in der Literatur unter Machtformen, die Differenzierung von z.B. politischer und wirtschaftlicher Macht gemeint ist,  ich aber von den verschiedenen Formen der Machtausübung ausgehe, habe ich diesen Beitrag umbenannt in "Machtarten" und angepasst.

Die Machtdefinitionen, die Macht und Herrschaft (Gewalt,Zwang) nebeneinander stellen und nicht die Herrschaft als einen Teil, bzw. eine Untergruppierung der Macht betrachten, stehen bisher nach wie vor auf einem sehr dünnen Argumentationsaufbau. Selbst wenn ich vielleicht davon ausgehen kann, dass sie als Teilmenge dann immer noch die Strafe oder Konsequenzen haben, handelt es sich trotzdem um eine sehr oberflächliche Betrachtung, da Strafen oder Konsequenzen, auch wenn sie nicht körperlicher Art sind, immer auch Zwang und Gewalt sind und die scheinbare Entscheidungsfreiheit des Untergebenen, nicht wirklich vorhanden sein muss. Abgesehen davon gibt es weit mehr Machtarten als diese zwei. Auch weiß man heute, dass Gewalt, die sich nicht als solche für jeden auf den ersten Blick erkennbar zeigt, oft wesentlich weitreichendere tragischere Folgen hat, als beispielsweise physische Gewalt.

Dies nur als kleinen Gedankenfetzen, im Moment bin ich immer noch am Lesen, Argumente sammeln und habe begonnen eine Liste der verschiedenen Machtarten anzulegen.

Montag, 18. November 2013

Machtdefinitionen

Nach Feierabend versuche ich im Moment mich tiefer in das Thema Macht einzuarbeiten. Im Grunde ist es schon schwierig eine ordentliche Definition zu finden. Es wird z.B. unterschieden zwischen Macht und Herrschaft oder Macht und Zwang/Gewalt. Mir widerstreben diese Definitionen, da es sich hier um künstliche Grenzen handelt, die meiner Ansicht nach, so nicht existieren. Ich denke, Macht ist eher etwas Allumfassendes, das zwar untergliedert, aber nicht in sich getrennt werden kann. Nunja, ich bin noch nicht sehr weit mit meinen Recherchen, muss abwarten, ob sich noch größere Einsichten auftun oder ob mir die Erklärungsmodelle wirklich nicht zusagen und ich eigene finden muss.

Sonntag, 10. November 2013

Macht und Dienen

Nachdem mich eine Erkältung am Wochenende lahm legte, schmökere ich heute wieder für meine Reihe "Macht und Dienen" in der Literatur, die ich besitze, weitere habe ich bestellt. Dazu bin ich die letzte Zeit leider nicht gekommen, neben meinem Beruf habe ich im Moment viel für den Verlag zu tun und muss die erste Lesung vorbereiten.

In meiner essayistischen Annäherung zum Thema habe ich mich bisher um eine eindeutige Definition gedrückt und möchte dies auch erst einmal so beibehalten, da Macht so vielschichtig und unterschiedlich besetzt ist, dass eine Definition für mich an diesem Punkt noch nicht in Frage kommt. Die Auseinandersetzung mit diesem Thema hat für mich so an Bedeutung gewonnen, weil in unserer Gesellschaft, in der Politik, im Arbeitsleben, im Umgang der Menschen miteinander, Macht in ihrer negativen Ausprägung immer weiter an Bedeutung gewinnt, die Freiheit der Menschen zunehmend beschneidet, die Toleranz untereinander sinken lässt und mir das Land, dass ich aufgrund seiner Vielfalt und seinen Möglichkeiten einmal sehr geliebt habe,  immer fremder und unangenehmer wird.

Ob ich irgendwann einmal mehr als eine Essaysammlung daraus machen werde, kann ich im Moment noch nicht sagen, das Thema beschäftigt mich weiterhin, ich werde tiefer einsteigen und mich selbst  überraschen lassen.

Freitag, 20. September 2013

Größenwahn und Kontrollsucht - Das Ende der Demokratie - auf KUNO

Mein Essay aus der Reihe "Macht und Dienen" zu Prism, Tempora und dem Zustand unserer Demokratie ist am Dienstag auf Kuno erschienen.

Für mich waren es aufregende Tage, die Anfertigung, die Veröffentlichung und die Resonanz, da ich mich normalerweise nicht öffentlich politisch äußere. Diese Affäre  hat mich jedoch so unruhig gemacht, mein Entsetzen war so groß, dass ich nicht mehr umhin kam, von meiner Linie abzuweichen, da ich unter anderem durch meine Erziehung im Elternhaus und Schule sehr ermutigt wurde, meine Meinung zu sagen, Gefahren, Strukturen zu erkennen und zu benennen sowie im Notfall auch etwas zu unternehmen. Abgesehen davon sehe ich es als meine Pflicht als Bürgerin und Schriftstellerin, auch als völlig unbekannte, mich zu positionieren, insbesondere jetzt, vor der Wahl, zu einem Zeitpunkt, zu dem die öffentlichen Medien schon zensiert sind, nicht mehr frei berichten dürfen, das Internet aber (noch) keiner Zensur unterliegen kann.

Hier gehts zum Essay: Größenwahn und Kontrollsucht - Das Ende der Demokratie?

Samstag, 14. September 2013

Prism - Reihe Macht und Dienen

Aus leider immer noch aktuellem Anlass habe ich mich entschlossen, in der Reihe "Macht und Dienen" einen Essay zu Prism zu schreiben. Dieser ist nun bis auf den Feinschliff vollendet, nachdem ich mich von der Vorstellung verabschiedete, es müsse in einem ähnlichen Humor zu bewerkstelligen sein, wie "Macht dienen glücklich oder mächtig", dazu ist die Sache zu ernst, zu aktuell. Außerdem musste ich mich zum Mut zur Unvollständigkeit überreden, da eine vollständige Analyse vermutlich ein ganzes Buch füllen würde, für einen Onlinetext ist es eigentlich jetzt schon zu lang, jedoch hoffe ich, dass es einige neue Denkanstöße liefern kann. Nachdem ich noch einmal eine Nacht darüber schlafe, werde ich es morgen Matthias Hagedorn zur Veröffentlichung einreichen und hoffe, dass es ihm zusagt.

Sonntag, 21. Juli 2013

Macht und Dienen - Reihe

Da ich eigentlich ein ziemlich unpolitischer Mensch bin, habe ich direkte politische Äußerungen stets vermieden. Natürlich enthält jeder tiefere Text Botschaften, die gewissermaßen auch politisch sind.  Die Entwicklungen der letzten Jahre, die jetzt ihren ersten Höhepunkt in Prism gefunden haben, beunruhigen mich, mein freiheitliches, demokratisches, soziales Gewissen jedoch zunehmend, sodass ich als Schriftstellerin langsam an einen Punkt komme, an dem auch ich nicht mehr schweigen kann und darf. Die Demokratie wird in unserem Land schon lange mit Füßen getreten, lediglich das Ausmaß des verfassungswidrigen Handelns war nicht öffentlich.

Da das Thema gut in die geplante Essay-Reihe "Macht und Dienen" passt, werde ich einen Text dazu schreiben und Matthias Hagedorn für KUNO zur Veröffentlichung anbieten.

Das Theaterstück "Greta und Bertie" kann ich erst einmal zur Seite legen, da es als Kurztheaterstück bereits vollendet ist, auch wenn ich irgendwann noch ein abendfüllendes Stück daraus machen will.
Der Roman "Tim" wird sowieso nur langsam wachsen und behandelt ebenso das Thema Macht, sodass ich meine Recherchen auch für ihn nutzen kann.

Freitag, 19. April 2013

Macht dienen glücklich oder mächtig? auf KUNO - Kulturnotizen

Mein überarbeiteter Aufsatz "Macht dienen glücklich oder mächtig?" ist gestern auf KUNO erschienen. Matthias Hagedorn stellt ihn im Rahmen von Nietzschezitaten so vor: Für KUNO schreitet Anja Wurm das weite Feld zwischen Nächstenliebe und Nächstenferne ab: Macht dienen glücklich oder mächtig?

Mittwoch, 27. März 2013

Macht und Dienen

Da mich der begonnene Roman Tim beim Vertiefen selbst ein wenig mitnimmt, das Theaterstück Greta und Bernie sowie die Kurzgeschichten im Moment etwas ins Stocken geraten sind, habe ich mit Matthias Hagedorn abgesprochen, meinen Aufsatz "Macht dienen glücklich oder mächtig" zu überarbeiten und bei KUNO-Kulturnotizen zu veröffentlichen. Ich plane eine Fortsetzungsreihe zum Thema, die ich Matthias gerne bei Interesse für KUNO zur Verfügung stelle, bevor ich mich dann an Bataille heranwage.

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