Sonntag, 18. Oktober 2015

Jean-Paul Sartre - Der Körper

Wenn ich nämlich, nachdem ich "mein" Bewusstsein in seiner absoluten Interiorität und durch eine Reihe reflexiver Akte erfasst habe, es dann mit einem bestimmten lebenden Objekt zu vereinigen suche, das aus einem Nervensystem, einem Hirn, aus Drüsen, aus Verdauungs-, Atmungs- und Kreislauforganen besteht, deren Materie selbst chemisch als Wasserstoff-, Kohlenstoff-, Stickstoff-, Phosphoratome usw. analysierbar ist, begegne ich unüberwindlichen Schwierigkeiten: aber diese Schwierigkeiten kommen daher, dass ich mein Bewusstsein nicht mit "meinem" Körper, sondern mit dem "der anderen" zu vereinigen suche. Denn der Körper, dessen Beschreibung ist soeben skizziert habe, ist nicht "mein" Körper, so wie er "für mich" ist ... Mein Körper, wie er "für mich" ist, erscheint mir nicht innerweltlich. Zwar konnte ich selbst bei einer Durchleuchtung das Bild meiner Wirbelsäule auf dem Schirm sehen, aber ich war eben genau "draußen", innerweltlich; ich erfasste ein völlig konstituiertes Objekt als ein "Dieses" unter anderen "Dieses" , und nur durch eine Schlußfolgerung, führte ich ihn darauf zurück, "meiner" zu sein: er war viel mehr mein "Eigentum" als mein "Sein".
(Jean-Paul Sartre, Das Sein und das Nichts, Dritter Teil, Zweites Kapitel, Der Körper, S. 540)

Freitag, 16. Oktober 2015

Zettelkasten - Macht und Gewalt

Gerade habe ich das Update des Zettelkastens heruntergeladen, bei dieser Gelegenheit einige Zettel zum Thema Macht und Gewalt durchgesehen und festgestellt, dass ich mich auch hier noch tiefer einarbeiten und die Schnittmengen von beiden noch weiter herausarbeiten muss, die viele Autoren leider übersehen, was möglicherweise der Zeit geschuldet ist, in der sie entstanden sind.

Die Erkenntnisse, die man durch lange Sozialarbeit/Sozialpädagogik gewonnen hat, die inzwischen auch die Wissenschaft durch Untersuchungen bestätigt, fehlen in vielen Thesen. Hier wird auf eine Weise abstrahiert, die nach heutigem Kenntnisstand schlichtweg falsch ist. Auch wenn die Argumentation folgerichtig ist, wird sie doch am Menschen und der Gesellschaft vorbei geführt. Erste Erläuterungen hierzu gab es ja bereits in Macht und Wahrnehmung, jedoch werde ich das noch weiter ausführen und diskutieren müssen.

Logik und Kreativität

Nachdem meine kreative Seite und meine logische derzeit privat wenig zusammen arbeiten wollen, schreibe ich hauptsächlich an meinem Fachbuch zur Psychosebegleitung, hier bekommt meine logische Seite ausreichend zu tun, für das kreativ Emotionale zeichne und male ich weiterhin;  Die schriftstellerischen Arbeiten benötigen aber leider eine Zusammenarbeit beider Seiten, so bin ich hier im Moment nur sporadisch tätig.

Leider verarmt dadurch  auch mein Blog.

Ab und an schreibe ich zwar an "Tim", dem begonnenen Roman, weiter, jedoch ist das Geschriebene noch weit entfernt von meiner Vorstellung, die sich natürlich nicht mit Mittelmaß zufrieden geben will. Sollte Tim aber doch nur schlecht bis mittelmäßig werden, weil ich für ein so großes Werk noch nicht reif bin, verspreche ich, ihn in der Schublade verschwinden zu lassen und niemandem zuzumuten. :-)

Ein Fachbuch ist leichter zu schreiben, da es eindeutig von der logischen Struktur und vom Aufbau ist, es gibt wenig nachzudenken, weil sich eins aus dem anderen ergibt.
Zu meiner entwickelten Diagnose- und Behandlungshilfe zur Differenzierung von Wahnkrankheiten habe ich leider noch kein professionelles Feedback erhalten, da sich mein Vortrag verschoben hat.  Meine Form der Psychosebegleitung habe ich bereits während des Studiums begonnen zu entwickeln, sie wurde von meinem damaligen Psychologieprofessor sehr begeistert kommentiert, sodass ich diesen Teil nur weiter ausbauen muss. 

Ich werde mir demnächst einmal Gedanken machen, wie ich meinen Blog weiterführe, damit ich nicht weiter durch schlechte Bilder und Bestandsaufnahmen meiner schriftstellerischen Krise glänze. ;-)

Gerne nehme ich hier Ideen entgegen.

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