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Montag, 16. September 2024

Macht zu haben ist gefährlich - Gedicht

Macht zu haben ist gefährlich

Denn selten sind die Mächtgen ehrlich

Ein bisschen Geld ein bisschen Lob

Erhält der Bürger ein Verbot


Macht zu haben ist gefährlich

Denn ein Rückgrat ist entbehrlich

Winken Scheine und mehr Macht

Ist der Rücken eingekracht.


Kommt dann noch ein Machtkartell

Droht und lockt jetzt rasend schnell

Ist des Mächtgen Rückgrat dort

Wo dem Mächtgen droht kein Mord


Nur des Bürgers Aufstand dann

Im Land noch was bewegen kann

Denn lass dir sagen eins ist sicher

Keine Macht ist ehrlicher


Macht zu haben ist gefährlich

Denn der Bürger der ist ehrlich

Und ist er in der Mehrzahl dann

Kein Mächtiger kommt mehr an ihn ran


Drum wird der Mächtge dafür sorgen

dass der Bürger nackt geboren

Und der Bürger nackig bleibt

Sich nicht etwa am Mächtgen reibt


Die größte Angst des Mächtgen ist

Ein Bürger aus der Hand nicht frisst

Und ist die Zeit gekommen

Wird die Macht verschwommen


Doch der Mächtge der hat Mittel

Ist ungehorsam bereits ein Drittel

Dann greift der Mächtge schnell zum Krieg

Und der Bürger ist besiegt


Doch glaubt er nicht an des Mächtgen Siege

Ruft der Mächtge dann zum Kriege

Boykottiert der Bürger Tod und Mord

Ist des Mächtgen Macht auch fort




Donnerstag, 16. Oktober 2014

Zeit



gesternheutemorgen: oh, verstrichen ohne mich.
gesternheutemorgen : bin ich da, nicht vermutet.
gesternheutemorgen : noch nicht verblutet.

gesternheutemorgen : unscheinbar,  im monströsen Gewand
gesternheutemorgen : wollen mich zerreißen im Rudel
gesternheutemorgen: Hundesöhne.

gesternheutemorgen : die Angst vergangen
gesternheutemorgen : Hemmungen fallen
gesternheutemorgen : stehen bleiben felsenfest.

gesternheutemorgen: das Gefüge  modert
gesternheutemorgen: Atem steigt auf
gesternheutemorgen: unter Ackern  gefangen

Donnerstag, 19. Dezember 2013

Digitale Malerei

Nachdem ich lange Zeit Smartphones und ähnliche technische Neuerungen ignoriert und verschmäht habe, mit meinem Handy lediglich telefoniert, bestenfalls einmal eine SMS geschrieben habe, bin ich nun völlig begeistert, welch neue Möglichkeiten mir das neue Tablet eröffnet. Mit der App GoodNotes wollte ich ursprünglich nur handschriftliche Notizen anlegen, bis ich feststellte, dass sie auch zum Malen und Zeichnen geeignet ist, sodass sich ganz neue Möglichkeiten eröffnen, wie Gedichte malerisch zu hinterlegen. Hier mein erster Versuch:


pech

wenn ein licht
flammen schlägt
pech
die wände runterfließt
den boden pflastert
schwarz
leben versenkt
den keim begräbt
und
an der sonne aushärtet
dann
helfen nur noch wunder
oder hackebeile

Dienstag, 2. Juli 2013

Höhlenkollaps

Lyrik, Gedicht

Wenn Salzriffe in Farbenfinsternis
Natronchips hervorbringen
Ödsäure mit Gasmalereien in Biovarianten
Feuerringe erzeugen
dann entsteht in Nanozeit
ein Höhlenkollaps

Anja Wurm

Donnerstag, 27. Juni 2013

Rein und Raus

Rein und Raus
                      so entsteht Leben
der Zustand
in dem ich mich befinde

Bewegung
               doch kein Leben

vorgeburtliches Zeugungstrauma
vielleicht auch das

Zappeln
             vor dem Tod

doch das scheint eins
ein übelerregender Zustand
                                         bei Bewusstsein

Anja Wurm

Samstag, 8. Juni 2013

Wenn Hecken über Körper wachsen

Lyrik, Gedicht

Wenn Hecken über Körper wachsen
Ameisen die Äste hinauflaufen
Dornenkronen Häupter schmücken
die Täler des Magens
sich im Darm fortsetzen
der Schmerz in jede Nische zieht
Taubheit folgt
und dumpfe Töne klingen

werden zuckend
im Todeskampf
Scheren beschworen
der Geist auch nickt
doch sie nicht holt
sodass sie sich schließlich
neu erfinden

Anja Wurm

Mittwoch, 20. März 2013

Unkraut

 Lyrik, Gedicht, Unkraut
Wenn Unkraut sich am Darm verschlingt
Algen sich am Grund vermeeren
in Gipfeln Blüten Tücher flechten
Gekötzel aus den Mündern läuft

und
tonvasenleere Kurzhaarschnitte
sabbernd Steine speien ohne Widerhall
dann Amen


Anja Wurm

Freitag, 15. März 2013

Schleifwort

Lyrik, Gedicht, Wort
Worte schleifen
                        gräuliche Tonfolgen
                                                      mühsallohnende  Maschinenwerke
ölen
plündern
              Hand aufhalten
                                     Ohren zuhalten
und durch

© by Anja Wurm





Samstag, 16. Februar 2013

Zerfall

Lyrik, Gedicht, Zerfall

Eine Person
die Arme
die Beine
der Kopf
der Körper
zerbarst
kein Wort
keine Geste
implodierte
im Nichts

© by Anja Wurm

Sonntag, 23. Dezember 2012

Kokon der Höflichkeit


Lyrik, Gedicht, Höflichkeit
 
Warum darf ich nicht die Wahrheit nennen
jenes erzählen, welches ist
warum darf ich nicht die Worte küssen
verrostete Stiche nehmen
wie sie sind -  flüchtig
ihnen Atem einhauchen
sie festhalten - in flügelschlagenden Bildern
Momentaufnahmen bilden - nackt und pur
so wie sie sind
und alle Belehrungen über den Haufen schmeißen
die Höflichkeit mit Schmutz bewerfen
die mich zum Schweigen zwingt
und Konflikte brodeln lässt
bis zur Explosion - die
nur weil man nicht die Wahrheit spricht
Seuchen wuchern
Gallensäfte überschäumen lässt
Beulen und Geschwulste zum Gedeihen bringt
im Kokon der Höflichkeit
Warum darf ich mir das nicht ersparen
und den Dreck in Farben malen

 © by Anja Wurm

Sonntag, 11. November 2012

Weihnachten

Gedicht, Lyrik, Nikolaus, Weihnachten

Wenn der Schnee im Kopf zu Eis friert                             
der Nikolaus Purzelbäume auf ihm schlägt
die einzige Abfahrt zum Herzen nimmt
das schlägt
als wolle es zerschellen
der Magen sich mit Blut und Galle füllt
der Körper wieder einmal Achterbahn mit mir fährt
obschon er die Schmerzen nicht mehr spürt
als gäbe es kein Morgen
dann lasse ich die Korken knallen und warte
auf Weihnachten

© by Anja Wurm




Sonntag, 8. Juli 2012

die oberfläche schwimmt

rosa gestalten schwimmen an land / nennen sich freunde / mir sind sie fremd - malen bilder in luftigen höhen / skizzieren fruchtbare landschaften / sie kennen mich nicht - schwingen große reden / fordern mit süßen worten unnatürliches / und spinnen hauchdünne fäden /
ein grauer blick - sogleich ziehen sie das gesponnene ein / schwimmen davon / nehmen wieder rosa farbe an / landen bei der nächsten blüte / skizzieren fruchtbare landschaften / und spinnen hauchdünne fäden ...

Anja Wurm

Samstag, 9. Juni 2012

Salz

Ich laufe
Schmerz im Gepäck
im Kreis irrend und
suchend nach lindernden Worten
Tonlos schreit es mir entgegen
hinterlässt ein wüstes Feld
die Trockenheit sprengt Risse in die dürre Erde
Geschmacklos regnet es Salz
wuchert zu einer Klagemauer
mit ungeheurem Echo
deren Mund
zur Kirschblüte in China speist

Anja Wurm

Freitag, 11. Mai 2012

Münder

Ohne Unterlass
laufen Münder den Bach hinunter
essen Brot als sei nichts gewesen
und küssen die Zeit mit rotem Wein

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