Samstag, 25. Januar 2014

Blogbeitrag, Kreativität oder Tagebuch?

Sehr verwundert bin ich, wenn ich beobachte, welche Blogbeiträge bei Lesern besonders gut ankommen. So ist tatsächlich zu bemerken, dass Beiträge, in denen ich über mich selbst erzähle, den größten Anklang finden. Dies wäre für mich nachvollziehbar, wenn ich etwas Spannendes aus meinem Leben von mir gäbe oder berühmt wäre. Beides ist jedoch nicht der Fall. Weder als Schriftstellerin noch als Pädagogin habe ich einen Namen, auch wenn ich im Vergleich zu anderen recht innovativ bin, sicher irgendwann Fachpublikationen folgen und hoffentlich weitere Veröffentlichungen meiner Prosa und Lyrik, ist ein Interesse an Belanglosigkeiten aus meinem Leben völlig unerklärlich. Vermutlich ein Phänomen der heutigen Zeit, das ich einfach nur feststellen kann, das von Medien forciert wird.

Warum ich mir darüber Gedanken mache? Nun, ich überlege derzeit, wie diese Blogbeiträge interessanter zu gestalten wären. Um mich schriftstellerisch weiter zu entwickeln, habe ich vor einiger Zeit begonnen, ein Beobachtungstagebuch zu schreiben, tatsächlich lässt sich feststellen, dass genau dieser individuelle Blick auf die Dinge es ist, der eine Beschreibung interessant macht. Einige Einträge hätten durchaus den Wert für sich stehen zu können. Außerdem habe ich ein Buch bestellt, wie ein philosophisches Tagebuch geführt werden kann. Hier erhoffe ich mir Anregungen, wie ich die eigenen Gedanken/Philosophien ansprechend aufbereiten kann.

Wenn ich den ein oder anderen Eintrag aus diesen Tagebüchern veröffentlichen würde, könnten tatsächlich reizvolle Blogbeiträge entstehen, die nicht lediglich Lückenfüller für unkreative Zeiten oder Phasen, an denen ich vermehrt an weiteren Projekten arbeite, sind. Die konkrete Umsetzung bedarf aber noch einiger Planung. Für Vorschläge bin ich offen, wer also Ideen oder Wünsche hat, kann sie gerne äußern.

Sonntag, 5. Januar 2014

Schriftsteller, Autor oder Schreibhure

Wenn M. bestimmte Autoren als Schreibhuren bezeichnet, komme ich manchmal nicht drumherum ihm Recht zu geben. Es handelt sich dann um Autoren, die Mainstream oder Unterhaltungsliteratur schreiben. Verfolge ich allerdings deren Profile, so muss ich zumindest annehmen, dass sie solche Werke, die sie schreiben, auch selbst lesen. Es kann sich dabei natürlich lediglich um einen Werbegag handeln, aber das glaube ich inzwischen nicht mehr.

Zunehmend stelle ich fest, dass selbst in meinem Freundeskreis, der hauptsächlich aus hochintelligenten bis hochbegabten Menschen besteht, sich das Bedürfnis breit macht, nach Feierabend nur noch »Schund« zu lesen. Möglicherweise liegt das am Alter, wenn der Kopf den ganzen Tag auf Hochtouren laufen muss, sind viele dann abends zu müde, zu erschöpft, um noch gute Literatur zu lesen, sicherlich auch bedingt durch immer forderndere Arbeitgeber und Stellenkürzungen in unserer Leistungsgesellschaft.

Also möglicherweise ist Mainstreamautoren gar kein Vorwurf zu machen, wenn sie schreiben, wie und was sie schreiben, weil sie selbst bevorzugt Ähnliches lesen. Wenn ein Autor mit dem, was er schreibt etwas verdienen muss oder will, ist er gezwungen sich der Mode anzupassen. Journalisten oder Autoren, die Schreibaufträge entgegennehmen, sehen das sicher weniger eng als Schriftsteller: Es ist ihr Job, das zu schreiben, was andere von ihnen wollen.

Auch früher schon haben Schriftsteller unter einem Pseudonym Groschenromane geschrieben, um Geld zu verdienen.

Für mich persönlich käme so etwas nicht in Frage, aber ich bin auch in der luxuriösen Situation, mein Geld nicht mit dem Schreiben verdienen zu müssen.

Trotzdem bemängelte Frederik meinen Schreibstil, der zwar experimentell sei, aber noch zu sehr an den Leser anbiedernd.
Natürlich habe ich mich real nie dem Leser, den ich gar nicht hatte, angebiedert, trotzdem nehme ich jede Kritik ernst, die ich bekomme und dachte lange darüber nach. Inzwischen bin ich aber zu dem Schluss gekommen, dass mein Schreibstil genau richtig ist, so wie er ist, er möglicherweise sogar eine Schnittstelle darstellt zwischen normaler Literatur und avantgardistischer, der heutzutage nur sehr wenige Menschen folgen können und die selbst den Kopf zu hoch trägt, um andere erreichen zu können. Ich lese es gerne, aber ich möchte nicht so schreiben, ich möchte mit meiner Literatur schon eine Schnittstelle bilden, die für Menschen, die wollen und sich Mühe geben, noch einigermaßen eingängig ist und nicht ausschließlich für die Intelligenzelite schreiben.

Trotzdem sind meine Texte für die gängigen Wettbewerbe noch zu experimentell, zu wenig Spannung und Geschichte, zu  lyrisch für Prosa, sodass ich dort wenig Chancen habe. Jetzt habe ich einen Text geschrieben, der etwas mehr Geschichte enthält und etwas weniger Lyrik, vielleicht habe ich damit bessere Chancen. Bin ich jetzt ne Schreibhure? ;-) :-)

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