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Samstag, 22. Februar 2025

Nietzsche im Aquarium

Lies Nietzsche niemals im Aquarium 



Sonntag, 7. Februar 2021

Transhumanismus und Nietzsche

Transhumanisten sehen im Menschen eine erweiterte Maschine, deren Code man nur entschlüsseln müsse, um Kontrolle über ihn zu bekommen. Ein großes Ziel der Transhumanisten ist die Unsterblichkeit. Schon heute gibt es in den USA und Russland Möglichkeiten, den eigenen Körper nach dem Tod einfrieren zu lassen, um ihn, wenn die Chance zur Wiederbelebung, bzw. zum Auferstehen des toten Körpers gefunden ist, wieder aufgetaut zu werden, um weiterleben zu können. Andere wiederum träumen davon, dass ihr Gehirn, sobald es vollständig entschlüsselt ist, am PC nachgestellt und auf einer Festplatte abgespeichert wird oder es in einer Cloud weiterleben zu lassen. Biologen arbeiten daran, Gehirne mittels Gentechnik wachsen zu lassen und überlebensfähig zu machen.

Wie die Nationalsozialisten versuchen die Transhumanisten, Nietzsche für ihre Zwecke zu missbrauchen. 

Transhumanisten sehen in Nietzsches Übermenschen, den durch Technik selbst erschaffenen Menschen ihrer Ideologie, die ihren Wunsch Gott zu spielen und den Menschen nach ihren Vorstellungen zu erschaffen, ohne Krankheit, Schwächen, Tod sowie unter ihrer kompletten Kontrolle, also die Abschaffung des autonomen, individuellen Menschen. Sie streben ein posthumanes Zeitalter an. Doch genau darin besteht der Missbrauch von Nietzsches Übermenschen, der nämlich durch die eigene Entwicklung Autonomie und Individualität erreichen soll. 

Nietzsches Übermenschen waren wir sicher in den 1980er Jahren näher als heute, als noch Wert auf eigenständiges Denken und persönliche Entwicklung gelegt wurden, wir noch mit Kritik an Eltern, Gesellschaft und Staat unsere eigene Position und unseren persönlichen Lebensweg finden konnten. So wie in der Coronakrise alle Werte umgedeutet wurden (z.B. wurde die Isolationsfolter in Pflegeheimen zum Schutz umgedeutet oder das Verteidigen des Grundgesetzes zur faschistischen Idee pp.), so deuten die Transhumanisten heute Nietzsches Übermenschen zum Gegenteil um.

Transhumanismus und Gentechnik

Einen großen Schritt transhumanistische Ideen gegen Menschen und Gesetze durchzusetzen, bot die Coronakrise, in der das Verbot Gentechnik am Menschen anzuwenden, weltweit außer Kraft gesetzt wurde und jetzt im Großversuch am Menschen angetestet werden soll. Trotz massiver Nebenwirkungen der Impfung bis hin zum Tod und unbekannter Langzeitnebenwirkungen, wird dieses weltweite Experiment nicht gestoppt, sondern ohne Skrupel weiter durchgeführt.

Letztes Jahr wurde der Nobelpreis für die Erfindung einer passgenauen Genschere verliehen, die es Wissenschaftlern möglich macht, unpassende, wie krankheitsauslösende Genabschnitte, aus dem Gen herauszuschneiden. Nicht, dass eine solche Forschung nicht große Fortschritte in der Medizin möglich machen könnte, was aber, wenn auch unliebsame Charaktereigenschaften wie eigenes Denken, Aufmüpfigkeit, Ängstlichkeit usw. herausgeschnitten werden könnten? Da das Tabu, Gentechnik am Menschen anzuwenden, ohne Skrupel und ausreichende Testphase von heute auf morgen gebrochen wurde und die faschistischen Ideologien der Transhumanisten bereits jetzt Anwendung finden, ist morgen alles denkbar.

Im Sinne Nietzsches ist das ganz sicher nicht, der eine Befreiung aller Individuen von jeglicher Ideologie und jeder Herrschaft forderte sowie auf die Möglichkeit der Entwicklung einer eigenen Vernunft eines jeden Menschen mit seinem Übermenschen hinwies.

Samstag, 11. März 2017

Nietzsche, Christentum und Narzissmus - Der Antichrist

Ich freue mich bei Nietzsche ähnliche Thesen zum Größenwahn und der Spaltung der Welt in Gut und Böse im Christentum gefunden zu haben, hier ein kleiner Ausschnitt aus dem Antichristen:

Diese Evangelien kann man nicht behutsam genug lesen; sie haben ihre Schwierigkeiten hinter jedem Wort. Ich bekenne, man wird es mir zugute halten, daß sie ebendamit  für einen Psychologen ein Vergnügen ersten Ranges sind - als "Gegensatz" aller naiven Verderbnis, als Raffinement "par excellance", als Künstlerschaft in der psychologischen Verderbnis ...

Die Realität ist, dass hier der bewußteste "Auserwählten-Dünkel" die Bescheidenheit spielt: man hat "sich" , die "Gemeinde", die "Guten und Gerechten" ein für allemal auf die Seite gestellt, auf die "der Wahrheit" - und den Rest, "die Welt", auf die andre ... Das war die verhängnisvollste Art Größenwahn, die bisher auf Erden dagewesen ist ... (Nietzsche, Der Antichrist, 44)

-Ich gebe ein paar Proben von dem, was sich diese kleinen Leute in den Kopf  gesetzt, was sie ihrem Meister "in den Mund gelegt haben": lauter Bekenntnisse "schöner Seelen". -
"Und welche euch nicht aufnehmen noch hören, da gehet vondannen hienaus und schüttelt den Staub ab von euren Füßen, zu einem Zeugnis über sie. Ich sage euch: Wahrlich es wird Sodom und Gomorrha am Jüngsten Gericht erträglicher ergehen, denn solcher Stadt." (Markus 6,11). - Wie "evangelisch"! ...
"Und wer der Kleinen einen ärgert, die an mich glauben, dem wäre es besser, daß ihm ein Mühlstein an seinen Hals gehängt würde und er in das Meer geworfen würde." (Markus 9, 42). - Wie "evangelisch"! ... (Nietzsche, Der Antichrist, 45)

Die Zitate aus der Bibel, die Nietzsche hier anführt, er hat noch weitere Beweise erhoben, stehen für sich und bedürfen keiner weiteren Analyse, jedoch wird hier bereits deutlich, dass der Antijudaismus, also der Antisemitismus/Rassismus unserer Kultur bereits hier verkündet und hochgehalten wird. Vielleicht noch eine Anmerkung zum Narzissmus: Auch diese Spaltung der Welt/der Menschen in Gut und Böse, der Mangel an differenziertem Denken, wenn es um andere geht, die das Christentum hier vollzieht, ist Kennzeichen von Narzissmus und anderen Persönlichkeitsstörungen.

Montag, 16. Januar 2017

Nietzsche: der Körper - Wutbürger - die Vernunft und der Übermensch



In der Mann mit der Laterne (Die fröhliche Wissenschaft) zeigt Nietzsche auf, was es für die Menschen bedeutet, wenn sie Gott einfach töten, er weist auf die Gefahren hin, wenn Gott als Führer und Sinnstifter fehlt, auch wenn er nur ein abgespaltenes Ich-Ideal des Menschen war, menschlich konstruiert, mit menschlichen Eigenschaften versehen, der Ge- und Verbote vorgab. 

Entgegen Kant behauptet Nietzsche, es gäbe keine Vernunft ohne Einbeziehung des Körpers, der eine übergeordnete Vernunft schaffen wollte, die man durch das Denken alleine erreichen könne, die es aber für Nietzsche nicht gab, da hier lediglich der Körper dem Geist unterworfen werden sollte. 

Die tatsächliche autonome Menschwerdung (Übermensch) durchläuft laut Nietzsche drei Entwicklungsstufen: die des Kamels als Herdentier, das sich an ein Leittier anpasst, die des Löwen, der brüllend ohne sinnstiftende Werte ins Nichts fällt, nachdem er sich von den Werten der Kamelstufe losgesagt hat, ohne noch zu verstehen, dass er selbst Werte und einen Sinn für das eigene Leben entwickeln muss, erst auf der dritten Stufe, der des Kindes, verlässt der Mensch die Tierstufen, um eigene Werte, eine eigene Vernunft und einen eigenen Sinn zu entwickeln. 

Dieser neue Mensch, der aus eigener Kraft Werte, Vernunft und Sinnstiftung seinem Leben gegeben hat, ist nach Nietzsche der neue autonome Mensch, der individuell und auch spielerisch kreativ sein Leben gestalten kann. Erst der selbstbestimmte Mensch, der keine Führung von oben oder eine Diktatur des Geistes über den Körper mehr benötigt, sondern eine eigene Vernunft entwickelt hat, hat die Menschwerdung erreicht, die Tierstufen (Kamel und Löwe) überwunden; Nietzsche bezeichnet den autonomen Menschen als Übermenschen. Der Übermensch hat also die Herrschaft über den eigenen Geist und Körper gewonnen, ohne das eine oder andere zu leugnen oder den einen dem anderen zu unterwerfen, er hat eine eigene Vernunft entwickelt und ist der Dirigent seines eigenen Lebens, benötigt hierfür keine Ideologie und keinen Leithirten mehr.

Im Grunde entsprechen Nietzsches Entwicklungsstufen der Menschwerdung auch den groben Stufen einer gesunden Entwicklung in der Psychologie: in der Kindheit lernt das Kind sich führen zu lassen und sich anzupassen (Kamel), in der Jugend und im jungen Erwachsenenalter wirft es alle Werte, die Vernunft und Sinnstiftungen, die von Eltern und der Gesellschaft vorgegeben waren um und tobt erst einmal scheinbar Sinn frei durchs Leben, erst wenn alle Werte umgestoßen, ausgetestet, neu beleuchtet wurden, neu gestaltet oder doch als richtig empfunden wurden, tritt der Mensch ins Erwachsenenalter ein mit einer selbstbestimmten Lebensweise und eigenen Vernunft.

Laut Nietzsche erreichen aber nur sehr wenige Menschen die Entwicklungsstufe 3 der Menschwerdung (Erwachsenenalter, bei N.: das Kind) des autonomen Menschen (Übermenschen), sondern fallen immer wieder auf frühere Entwicklungsstufen zurück, die des Kamels oder die des Löwen.

Durch Nietzsches Philosophie der Menschwerdung (Übermensch, Umwertung der Werte) lassen sich gut die neuen Entwicklungen in den westlichen Ländern, auch das Aufkommen von rechten Bewegungen erklären: Durch den Mauerfall wurden der ostdeutschen Bevölkerung die sozialistischen Werte genommen. Das war zunächst kein Problem, da die Bevölkerung für demokratische Werte offen war, der Osten befand sich im Aufbruch zu neuen Werten, also im Übergang zur Menschwerdung (laut Nietzsche). Durch die Agenda 2010 Gerhard Schröders wurden aber sozialdemokratische Werte weitgehend abgeschafft wie angemessenes Einkommen, Würde des Menschen, freie Berufswahl pp., die Werte verschoben sich zugunsten des Kapitals und waren nur wenigen Eliten zuträglich. Der Arbeiter wurde wieder vom Bürger zur Ware degradiert und zwischen Zeitarbeitsfirmen, Jobcenter, Maßnahmen und verschiedenen Arbeitgebern hin- und hergeschoben, an dem alle Beteiligten verdienten, nur der Arbeiter selbst konnte von seinem Gehalt nicht mehr angemessen leben. Auch die Mittelschicht geriet in Gefahr und bekam nur noch selten feste Arbeitsverträge, angemessene Entlohnungen oder Verbeamtungen.

Lange befand sich die Bevölkerung hier in der Kamelphase (Anpassung, Gehorchen (Kindheit)), um die Wirtschaftskraft des Landes zu unterstützen.

Nachdem die Wirtschaft sich erholt hatte und die Bürger merkten, dass sie von dem großen Kuchen weiterhin nichts abbekamen, sondern allenfalls mit Almosen abgespeist wurden (z.B. Mindestlohn, einige Strafbeschränkungen der Jobcenter pp.) befindet sich ein großer Teil der Bevölkerung, der die Kindphase (Übermensch) noch nicht erreicht hat, in der Löwenphase: orientierungslos, ohne Wertekontext stampfen sie wutentbrannt durchs Land und versuchen die restlichen demokratischen Werte auch noch zu vernichten durch rechte menschenverachtende Parolen. Irrwitziger Weise ziemlich genau 13-14 Jahre nach Einführen der Agenda 2010, zur gleichen Zeit, in der sich ein Mensch in der Pubertät befindet und ein ähnliches Verhalten an den Tag legt.

Fatalerweise entwickeln die Menschen aber keine eigenen neuen Werte und Ziele, um die Menschwerdung abzuschließen, sondern fallen in die Kamelphase zurück, in der sie durch die Orientierungslosigkeit der Löwenphase, leichtes Opfer für Hassprediger und rechte Gruppierungen werden, denen sie sich kritiklos anschließen.

Hier können wir wohl nur mit Nietzsche hoffen, dass möglichst viele von ihnen die Menschwerdung mit der Entwicklung neuer Werte und Vernunft noch vollziehen und aus den wütenden, menschenverachtenden Leuten, autonome, individuelle Menschen werden.

Quellen: Nietzsche: Also sprach Zarathustra, Menschliches - Allzumenschliches, Zur Genealogie der Moral

Montag, 12. September 2016

Kollegengespräche - Nietzsches Kämpfe

Vielen Dank, Simon Reiss, für die experimentelle essaiistische Antwort, die erneut mehr Fragen aufwirft als Antworten liefert.

Ich bin mir nicht sicher, ob Nietzsche tatsächlich Ideale hatte, wenn, waren sie sicher kämpferischer Natur in der Gestalt, dass er sich  gegen Ideale und der daraus resultierenden Macht auflehnte. Beschreibt er nicht schon im Zarathustra, dass der Mensch, der alle Antworten (für sich) gefunden zu haben scheint,  sich als Übermensch sieht, doch lediglich als Lehrer auftritt und damit scheitert, weil sein Wort von jedem anders verstanden wird und jeder eigene Antworten benötigt?

Versucht Nietzsche nicht viel mehr, uns damit zu konfrontieren, uns freigeistig fern von Ideologien zu bewegen und uns mit unseren Schattenseiten zu konfrontieren, die uns im Angesicht der Ideologie verborgen bleiben und dazu führen, dass sie überraschend als unkontrolliertes Böses aus uns hervorpreschen können, wenn Ideale nicht mehr die Vernunft tragen können, wie z.B. bei Hungersnöten oder im Krieg?  Können wir nicht nur dann zu wahreren Werten emporklimmen, wenn wir uns der Schattenseiten der Menschen im allgemeinen und unser eigener bewusst werden, sie nicht durch Ich- oder Weltideologien ausblenden?

"Du solltest Herr über dich werden, Herr auch über die eigenen Tugenden. Früher waren "sie" deine Herren;aber sie dürfen nur deine Werkzeuge neben anderen Werkzeugen sein. Du solltest Gewalt über dein Für und Wider bekommen und es verstehn lernen, sie aus- und wieder einzuhängen, je nach deinem höheren Zwecke. Du solltest das Perspektivische in jeder Wertschätzung begreifen lernen - die Verschiebung, die Verzerrung und scheinbare Teleologie der Horizonte und was alles zum Perspektivischem gehört; auch das Stück Dummheit in bezug auf entgegengesetzte Werte und die ganze intellektuelle Einbuße, mit der sich jedes Für, jedes Wider bezahlt macht. Du solltest die "notwendige" Ungerechtigkeit in jedem Für und Wider begreifen lernen, die Ungerechtigkeit als unablösbar vom Leben, das Leben selbst als "bedingt" durch das Perspektivische und seine Ungerechtigkeit ..." (Vorrede zu Menschliches, Allzumenschliches, 6)

Hier steht Nietzsche ganz entgegengesetzt zu Hobbes, der in seinem Levethian fordert, dass alle Bürgerrechte abgegeben werden sollen an den Souverän, der die alleinige Entscheidungs- und Schutzmacht inne haben soll. Eine Idealisierung des Absolutismus, die Nietzsche niemals gebilligt hätte, lehnte er doch jede Macht ab, die mit Entmündigung des eigenen Geistes einhergeht. (Anm.: Die Kritik zu Levethian entnehme ich lediglich Kommentaren, gelesen habe ich ihn nicht).

Ich denke auch nicht, dass Nietzsche affektive Reaktionen schätzt, er stellt lediglich fest, dass sie dem Menschen eigen sind, zumindest vor der Umwertung der (eigenen) Werte, die von Kirche, Staat und Moral vorgegeben werden, hierzu ein Zitat aus Menschliches, Allzumenschliches:

Grausame Menschen als zurückgeblieben. - Die Menschen, welche jetzt grausam sind, müssen uns als Stufen "früherer Kulturen" gelten, welche übrig geblieben sind: das Gebirge der Menschheit zeigt hier einmal die tieferen Formationen, welche sonst versteckt liegen, offen. Es sind zurückgebliebene Menschen, deren Gehirn, durch alle möglichen Zufälle im Verlaufe der Vererbung, nicht so zart und vielseitig fortbebildet worden ist. Sie zeigen uns, was wir alle waren und machen uns erschrecken: aber sie selber sind sowenig verantwortlich, wie ein Stück Granit dafür, dass es Granit ist. In unserem Gehirne müssen sich auch Rinnen und Windungen finden, welche jener Gesinnung entsprechen, wie sich in der Form einzelner menschlicher Organe Erinnerungen an Fischzustände finden sollen. Aber diese Rinnen und Windungen sind nicht mehr das Bett, in welchem sich jetzt der Strom unserer Empfindungen wälzt.

Nietzsches Leben war geprägt von Niederungen, denen er sich durch seine Erkrankung immer wieder stellen musste, aus dem gefesselten, geknebelten Ich  ging jedoch nach der Befreiung von Krankheitsschüben auch immer sein freies Denken hervor, seine Fähigkeit alle Werte und auch die eigenen Tugenden zu hinterfragen. Mit den eigenen Schwärmereien und Idealen ging er hart ins Gericht (Wagner, Schopenhauer), auch mit den Idealen seiner Herkunft (er stammte aus einer Priesterfamilie). Selbst den eigenen Stärken begegnete er argwöhnisch.

Das permanente Hinterfragen der eigenen Werte, des eigenen Glaubens, der eigenen Schattenseiten, der Perspektiven, der Hierarchien, der Mächtigen, kann durchaus Angst machen, stellt es doch nicht nur die Welt auf den Kopf, sondern auch die eigene Person. Das Neuordnen ist mühsam und kostet Zeit, bequemer ist es sicher, sich selbst und die normativen Werte seiner Zeit und/oder seiner Gemeinschaft zu idealisieren oder sich ihnen wenigstens anzupassen.

Dass jeder Mensch den Kampf mit den Abgründen in sich immer mal wieder zu spüren bekommt, bewegt bei weitem nicht alle, sich mit diesem auch auseinanderzusetzen, dazu gibt es in unserer Zeit zu viele Möglichkeiten, ihn nach außen zu transportieren und zu transformieren, seien es kriegerische Computerspiele, künstliche Feindbilder, Shitstorms im Internet und vieles mehr. Hier ist Nietzsches Glaube, Europa sei zu einem freien Geist fähig, noch weit entfernt.




Kollegengespräche - Nietzsche und kämpferische Ideale

Aphorismen:Nietzsche schätzt kämpferische Ideale (vgl. "Also sprach Zarathustra: Von der Ehe ", die Rollenverteilung sollte gestaltet sein: der Mann als Krieger; die Frau soll Hort für den Krieger sein ;
[ zur Rolle der Frau bei Nietzsche ; vgl. Beitrag von Anja Wurm zum Dienen der Frau] )

Nietzsche wird von vielen insgeheim gefürchtet ;wir fürchten uns, dass er angreift; auch und vor allem hinterlistig;das sagt man ihm nach:" Zerstörter der Vernunft "(Theodor W. Adorno), bzw.'Proto-faschisisch' (Jürgen Habermas) man sagt eine dunkle Wahrheit; "sie" konnten nicht an ihm "vorbei"? Wer? Seine Apologeten und Kritiker;

Auch oft verfemt : Thomas Hobbes (Leviathan) der zentral den Staat als Institution des Objekt-Schutzes installiert und das Gewaltmonopol dem Staat zuspricht; der Autor der "Befriedung" des " Territoriums"..man irrt in Hobbes einen Verteidiger der Güter zu sehen; er setzt sich für die Besitzer ein; Menschen; und: er greift an; er setzt sich leidenschaftlich dafür ein, dass das Duell unvermeidbar ist; schätzt, dass die Griechen in der Freibeuterei einen tapferen Berufstand sahen; und er sagt Duelle müssten gesondert behandelt werden; gesetzlich regelbar sind sie ; aber er denkt: gelegentlich unvermeidbar ; er schätzte den Wert des prähistorischen Menschen: Tapferkeit; Nietzsche ebenso;

Nietzsche ; Hobbes ; jeder von beiden schätzt affektive Reaktion. Kriegerische Ideale verweisen auf Krieg; Kriege finden bei uns, so schliesst man sich gerne Sigmund Freud [ Das Unbehagen in der Kultur] an: zivilisiert statt; in politischen Diskursen oder: z.B.im Fussball etc.. sind z.B" einige meine ersten Gedanken dazu; und weiter: war es nicht früher üblich mit Schlimmeren aufeinander loszugehen? Muss dass ein "Zivilisierter" : Kämpfen?!?

Gegen-Frage : Hat sich der Charakter der Welt geändert ? hat die Evolution neue Mechanismen oder sind es die gleichen Gesetze oder hat sich nur der Rahmen geändert. ? - aber haben wir vor nichts mehr Angst, als wenn uns etwas angreift, das sich in unseren Kopf "einnistet"; Religion tut das gelegentlich ; Aber Nietzsche?!? Nach einiger Lektüre kann ich sagen; Hobbes; Nietzsche: beide greifen an; mit Worten; Nietzsche mit der Forderung der " Umwertung aller Werte" (vgl. Nietzsche: Der Antichrist, 1888, letzter Aphorismus) muss man sich (hier) vor Nietzsches Worten fürchten? Nein! Oder gar sie ehren? Vielleicht ; es wäre es "wert" über den Wert unserer höchsten Werte nachzudenken; sie neu zu hierarchisieren; nichts anderes meint er mit dem "Willen zur Macht" als die Umsetzung dieser Neu-Hierarchisierung, die Unwertung der Werte! Sehr zentrale Text-Passagen!

 Zurück zum Kriegerischen; Frage: Finden bedeutsame Kämpfe nicht heute "woanders" statt als früher ? Aber zu Nietzsches zurück und zu Foucault, der sich zentral auf Nietzsche bezieht!! Wie wertvoll sind Gedanken abgelöst davon, dass man immer einen Autor nennt? Mit dem Autor der sie sagt(e) als zentale Repräsentation des Gedankens? Ja! Man klebt am Autor - Das ist heute noch so! In der Post-Moderne; Internetzeitalter?

Foucault kannte es nicht; er, der den "Tod des Autors" verkündete; er starb 1984; wenige Monate nach meiner Geburt [Simon Reiss,Verfasser dieses Textes/Aphorismen] ; er gehört also wohl nicht zum Web 2.0, nicht zu diesem dieser Zeitalter. Zurück zum Kampf: ist er nicht unvermeidbar? Ist nun aber kämpfen nicht zentral;? Ja!! Nur: wie, wogegen, wofür! ; aber ein hoher "Wert" an sich !! Warum? Weil wir tapfer sein müssen! Die Welt ist kein Wunschkonzert; doch kämpfen die Wünsche miteinander! ; Ideen; Ideale; Ziele; Siege ; gibt es nichts, Werte, wofür es zu kämpfen lohnt?

In. J.R.R. Tolkiens Welten [ Das Silmarillon ; Nachrichten aus Mittelerde ; Der Herr der Ringe Bd. 1-3, Der kleine Hobbit] kämpfen die Helden; vor allem : gegen Drachen; und ihrem Herrn und Meister; den schwarzen Feind der Welt (Motgoth Bauglir, und Sauron, dessen höchsten Diener) ; und dass innerhalb einer Konzeption, einer  durch Materie gewordenen Wunsch-Gedanken-Welt [ vgl. J.R.R. Tolkien: Das Silmarillon m, Ainuedale] ;

Krieger singen! Wünsche tanzen! Gedanken kämpfen untereinander; wer hat das besser erkannt als Deleuze? Guattari, seine rechte Hand;? Wieder bleiben Namen; Tod des Autors heisst auch Tod Foucaults; aber es leben die Gedanken, gelöst von ihrem Wirt sind es "Gedanken, die leise auf Taubenfüßen gehen, die weltverändernd sind; um die Herrschaft auf der Erde kämpfen " (Nietzsche ; frei zitiert; Zitat leicht verändert) Viele Gedanken; auch die von Nietzsche ; er hat zentrale Einsichten formuliert ; wir sollten nicht feige daran vorbeigehen! Es leben die Gedanken !!

Simon Reiss

Sonntag, 11. September 2016

Kollegengespräche - Nietzsche und Frauenverachtung?

Ich möchte beginnen mit Nietzsches angeblicher Frauenverachtung, werden seine Texte oberflächlich gelesen, so mag an dem Vorwurf etwas dran sein, ich setzte mich bereits auf KUNO in Macht dienen glücklich oder mächtig? mit einem dieser Aphorismen aus Menschliches, Allzumenschliches auseinander und kam zu einem anderen Ergebnis.
In dem Zitat heißt es:

Die Frauen wollen dienen und haben darin ihr Glück und der Freigeist nicht bedient sein und hat darin sein Glück.

Hätte Nietzsche geschrieben: Die Frauen dienen, die Männer haben darin ihr Glück, könnte der Leser ihm zurecht eine Frauenverachtung unterstellen, das hat er aber nicht geschrieben

Durch das Wollen der Frau setzt er eine Entscheidungsmöglichkeit voraus, er sieht in der Frau ein mächtiges Wesen, dass ihre Wünsche und Bedürfnisse durchsetzt, während der Mann in diesem Aphorismus so klein ist, dass er nicht einmal Erwähnung findet, nur der Freigeist kann sich der mächtigen Frau gegenüber behaupten, sich emanzipieren und das Bedientsein ablehnen.

Ich nehme hier eher eine Angst wahr vor der übermächtigen Frau, ähnlich wie in dem Eingangszitat von Weber, eine Angst, dass nicht der Verstand, sondern die Erotik der Frau regieren könnte, wenn Frauen mehr zu sagen haben. Nietzsche schaut hier bereits genauer hin, er stellt bereits fest,  dass die Frau etwas will und sich durchsetzt, völlig unabhängig von den Mitteln, die sie dafür einsetzt. Dass Nietzsche dies schärfer beobachten konnte als Weber, ist vermutlich u.a. der Tatsache geschuldet, dass er im Alter von 5 Jahren seinen Vater verlor und in einem reinen Frauenhaushalt aufwuchs, in dem Frauenmacht selbstverständlich war.

Andererseits schätzte Nietzsche die natürliche Intelligenz der Frauen, die im 19. Jahrhundert noch weitgehend von höherer Bildung ausgeschlossen wurden:

Mädchen als Gymnasiasten. - Um alles in der Welt nicht auch noch unsere Gymnasialbildung auf die Mädchen übertragen! Sie, die häufig aus geistreichen, wissbegierigen, feurigen Jungen - Abbilder ihrer Lehrer macht! (Menschliches, Allzumenschliches, 409)

Hier könnte der oberflächliche Leser annehmen, Nietzsche wollte Mädchen und Frauen von höherer Bildung ausschließen, im Nachsatz aber wird deutlich, dass Nietzsche sich gegen die Art der Bildung auf den damaligen Gymnasien ausspricht, die aus ehemals geistreichen Jungen, angepasste autoritätshörige, nicht mehr selbst denkende Männer macht (Abbilder ihrer Lehrer). Hier schreibt er der Frau eine nicht vom Mainstream belastete Intelligenz zu, die sich aus eigenem Nachdenken und Bilden entwickeln kann, die das Gymansium aber so weit zerstört, dass es intellektuelle Eliten nahezu ausschließt, er sieht in ihr den Freigeist, den der gewöhnliche, auch der gebildete, Mann kaum erlangen kann. Das erschließt sich u.a. weiter aus Satz 411:

Der weibliche Intellekt. - Der Intellekt der Weiber zeigt sich als vollkommene Beherrschung, Gegenwärtigkeit des Geistes, Benutzung aller Vorteile ...

Auch hier geht es wieder um eine Erhöhung der Frau und eine Abwertung des Mannes, denn weiter geht es mit:

... Dem widerspricht nicht, dass die Männer tatsächlich es mit ihrem Verstande so viel weiter bringen: sie haben die tieferen, gewaltigeren Antriebe; diese tragen ihren Verstand, der an sich etwas Passives ist, so weit ... 

Natürlich kann Angst auch in Verachtung umschlagen, wir können hier weiter untersuchen, ob das bei Nietzsche der Fall war oder ob er der Freigeist war, der sich emanzipiert hat.

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Montag, 5. September 2016

Kollegengespräche - Nietzsche, Macht und Erotik - Nietzsche und Faschismus? - 2

Herzlichen Dank an Simon Reiss für die einleitenden Worte zu den Kollegengesprächen.

Simon hat einige Fragen aufgeworfen mit denen ich mich auch noch näher befassen will, zunächst möchte ich mich aber zu seiner Anmerkung äußern, dass einige in Nietzsche den Wegbereiter des Faschismus sehen. Hierbei handelt es sich meiner Ansicht nach um Menschen, die sich weder mit Nietzsches Werken, noch mit seiner Biographie jemals ernsthaft auseinandergesetzt haben. Nietzsche war ein Wegbereiter der Aufklärung, er kritisierte sämtliche Ideologien, seien es philosophische oder religiöse, er öffnete die Augen für Doppelmoral und falsch verstandenen Humanismus, Philosophen, die machtkonform schrieben ...

Nietzsches sogenanntes Hauptwerk "Der Wille zur Macht" aber, auf das sich bei den Unterstellungen, Nietzsche sei ein Wegbereiter des Faschismus gewesen, bezogen wird,  hat nicht er, sondern seine Schwester Elisabeth geschrieben.

Elisabeth pflegte nach dem Bruch Nietzsches zur Familie Wagner Kontakt zu dem Antisemiten Bernhard Förster. Sie unterstütze eine Antisemitenpetition durch Förster an Bismarck, der jedoch die Annahme der Petition verweigerte.
In einem Brief an seinen Freund Overbeck schreibt Nietzsche über die Verbindung seiner Schwester zu dem Antisemiten Förster: „...die verfluchte Antisemiterei ... ist die Ursache eines radikalen Bruches zwischen mir und meiner Schwester." (Leibzig-Lese)

1885 heiratet Elisabeth Förster, Nietzsche nahm an der Hochzeit nicht teil.

Nachdem die Siedlung der arischen Rasse in Paraguay, in die sich das Paar Förster zurückzog, finanzielle Probleme bekam, beging Förster Selbstmord.

Ab 1889 lebte Nietzsche bis zu seinem Tod (1900) in geistiger Umnachtung. 1894 riss Elisabeth Förster-Nietzsche alle Rechte seines Nachlasses an sich und editierte sie, unwissenschaftlich und selbstherrlich.

Ein Jahr nach dem Tod des Bruders veröffentlichte Elisabeth das angebliche Hauptwerk Nietzsches "Der Wille zur Macht", das sich später als Fälschung Elisabeths herausstellte. Nietzsche selbst hatte nur wenige Zeilen in diesem Buch verfasst, die Elisabeth nach eigenem Ermessen erweiterte und ausschmückte. Auch Briefe fälschte sie. Auf das Werk Elisabeths ist es zurückzuführen, dass Nietzsche in Verruf geriet und ihm eine Nähe zum Faschismus unterstellt wurde.

Aber im Gegensatz zu den falschen Behauptungen brach Nietzsche sogar familiäre Beziehungen ab, nachdem Elisabeth sich zum Antisemitismus bekannte. Ideologien, noch dazu menschenverachtende waren Nietzsche ein Greuel.

Dazu noch ein Zitat aus Menschliches, Allzumenschliches, 43

Grausame Menschen als zurückgeblieben. - Die Menschen, welche jetzt grausam sind, müssen uns als Stufen "früherer Kulturen" gelten, welche übrig geblieben sind: das Gebirge der Menschheit zeigt hier einmal die tieferen Formationen, welche sonst versteckt liegen, offen. Es sind zurückgebliebene Menschen, deren Gehirn, durch alle möglichen Zufälle im Verlaufe der Vererbung, nicht so zart und vielseitig fortbebildet worden ist. Sie zeigen uns, was wir alle waren und machen uns erschrecken: aber sie selber sind sowenig verantwortlich, wie ein Stück Granit dafür, dass es Granit ist. In unserem Gehirne müssen sich auch Rinnen und Windungen finden, welche jener Gesinnung entsprechen, wie sich in der Form einzelner menschlicher Organe Erinnerungen an Fischzustände finden sollen. Aber diese Rinnen und Windungen sind nicht mehr das Bett, in welchem sich jetzt der Strom unserer Empfindungen wälzt. 

Quellen: http://www.leipzig-lese.de/index.php?article_id=492
Der Wille zur Macht

Vor zu: Nietzsche und Frauenverachtung?
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Sonntag, 4. September 2016

Kollegengespräche - Nietzsche, Macht und Erotik - 1

Danke, Anja Wurm, für die Aufnahme dieses Dialogs. Schon in der Philosophiegruppe, in der wir das Thema angeschnitten haben, polarisierte das Thema sehr stark. Nun unter der Reformulierung des Themas zu Nietzsche, Macht und Erotik werde ich erst einmal zu diesen drei Themen Stellung beziehen. Nietzsche ist ein Philosoph, der sehr polarisiert, einige sehen in ihm den Wegbereiter des Faschismus, oder den Zerstörer der Vernunft  (Adorno), andere schätzen ihn wiederum in seinen aphoristischen kurzen Stellungsnahmen, die in jeder Hinsicht sehr differenziert sind und alle möglichen gesellschaftlichen Themenbereiche aufgreifen, sie schätzen vor allem sein genealogisches und nomadisches Denken, dazu gehöre ich. Friedrich Nietzsche hat sich in vielen Punkten eigentlich herablassend gegenüber Frauen geäußert, dies ist aber meiner Meinung nach eine eher oberflächliche Betrachtung der frühen Werke, die vor allem auf "Menschliches, Allzumenschliches" zurückgeht, später sind seine Aussagen auf den Themenbereich Macht fokussiert.

Für Macht gibt es verschiedene Diskussionsansätze, man unterscheidet zwischen der persönlichen Macht, die in der Kompetenz einer Person liegt sowie in ihren Möglichkeiten und der Macht, die in einer institutionellen Position liegt; des Weiteren gibt es verschiedene Positionen zum Thema Macht, Max Weber, der auch schon in der Eingangsdiskussionen zur Sprache kam, hat eine sehr sinnvolle nietzscheanische Definition geliefert, diese besagt: Macht soll heißen, die Chance den eigenen Willen gegen den Widerstand durch Dritte durchzusetzen, gleichviel, worauf diese Chance beruht.

Andere Ansätze, wie zum Beispiel von Michel Foucault sind ebenso nietzscheanische Positionen, doch beschreiben sie eine Mikrophysik der Macht, die auch eine Überwindung der Repressionshypothese Freuds darstellt, indem Macht vor allem als proaktiv anregend fördernd gesehen wird und nicht in erster Linie als einschränkend. Hier wird vor allem das Wie der Macht und nicht das Was der Macht betrachtet, das heißt, es geht eher um komplexe Zusammenhänge, was Machtverhältnisse sind.
Hier entwickelte Foucault zum einen das Konzept der Disziplinarmacht, also der Macht, die direkt auf den Körper abzielt, und das der Biomacht, also der Macht, die auf die Bevölkerung abzielt. Diese Ansätze von Macht will ich als erstes in den Raum stellen.

Zu Erotik: Erotik ist ein Feld, dass in der Psychoanalyse vor allem von Herbert Marcuse bearbeitet wurde in "Der eindimensionale Mensch". Marcuse beschreibt hier die enge Verknüpfung von Kapitalismus und Erotik, die sich wechelseitig verstärken; innerhalb der gender studies wird Erotik  als etwas Problematisches betrachtet, da es als gesellschaftlich normativ konstruiertes Feld gilt und  männliche wie weibliche Verhaltensweisen als Allianz gesehen werden, die völlig geschlechtsunspezifisch betrachtet werden.

Bei der Erotik geht es vor allem um eine zentrale Frage: Darf  sie zur Machterlangung eingesetzt werden? Wenn sie einsetzt wird, ist das legitim? Ist das billig? Ist das angebracht? Oder sollte aus professionellen Gründe darauf verzichten? Schadet die Anwendung von Erotik? Wie steht es um die den Einsatz von Erotik im Berufsleben? Wie ist es mit Erotik als Machtfaktor innerhalb von Partnerschaften?

Nun will ich das Wort an Anja Wurm übergeben, einleitende Gedanken zu dem Thema habe ich nun dargelegt.

Weiter zu: Nietzsche und Faschismus?

Simon Reiss

Freitag, 19. April 2013

Macht dienen glücklich oder mächtig? auf KUNO - Kulturnotizen

Mein überarbeiteter Aufsatz "Macht dienen glücklich oder mächtig?" ist gestern auf KUNO erschienen. Matthias Hagedorn stellt ihn im Rahmen von Nietzschezitaten so vor: Für KUNO schreitet Anja Wurm das weite Feld zwischen Nächstenliebe und Nächstenferne ab: Macht dienen glücklich oder mächtig?

Mittwoch, 27. März 2013

Macht und Dienen

Da mich der begonnene Roman Tim beim Vertiefen selbst ein wenig mitnimmt, das Theaterstück Greta und Bernie sowie die Kurzgeschichten im Moment etwas ins Stocken geraten sind, habe ich mit Matthias Hagedorn abgesprochen, meinen Aufsatz "Macht dienen glücklich oder mächtig" zu überarbeiten und bei KUNO-Kulturnotizen zu veröffentlichen. Ich plane eine Fortsetzungsreihe zum Thema, die ich Matthias gerne bei Interesse für KUNO zur Verfügung stelle, bevor ich mich dann an Bataille heranwage.

Samstag, 20. Oktober 2012

Macht dienen glücklich oder mächtig?

Essay, Aufsatz, Denkanstoß, Nietzsche


Einleitend ein provokantes Zitat Nietzsches, welches ich im Bezug zur Gegenwart vertiefen sowie auf den Wahrheitsgehalt prüfen möchte:
Missklang zweier Konsonanzen. - Die Frauen wollen dienen und haben darin ihr Glück: und der Freigeist will nicht bedient sein und hat darin sein Glück. (aus: Menschliches, Allzumenschliches, Satz 432)

Den  ersten  Satz »die Frauen wollen dienen und haben darin ihr Glück.«, gäbe heutzutage kein intelligenter Mensch mehr von sich. Heute provozierte ein solcher Ausspruch »Buh«-Rufe, Ausrufe wie »Macho«, »Showie«, bei Frauen »Ist sie blond?« oder Ähnliches. Eine Anmerkung hierzu am Rande, die Einteilung, die vor allem zu meiner Zeit von Frauen praktiziert wurde, der Männer, in »Softies« und »Machos«, ist natürlich genauso naiv wie das Aufteilen von Männern, der Frauen,  in »Heilige« und »Huren«.

Nietzsche: Frauen wollen dienen, der Freigeist nicht bedient werden

Nietzsches Aphorismen sind so erfrischend, da sie nicht schönreden, sich nicht an Kirche, Staat, Moral, unrealistischen Ideologien bedienen, sondern Begebenheiten unmissverständlich benennen.  "Die Frauen wollen dienen" spricht nicht etwa, wie es auf den ersten Blick erscheinen mag, trotz der Abwertung, die im Wort "dienen" liegt, von der unterdrückten Frau, die zum Dienen gezwungen wird, sondern gewissermaßen von einer gleichberechtigten Frau ... weiter auf Kulturnotizen

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