Donnerstag, 28. Juni 2012

Die rosarote Brille und der Zettelkasten

Inspiriert durch meinen satirischen Blogbeitrag Von rosaroten und anderen Brillen oder ich mache mir die Welt, wie sie mir gefällt, habe ich begonnen zum Thema rosarote Brille zu recherchieren. Dank Frederiks Tipp mit dem Zettelkasten zu arbeiten, habe ich ein gutes Werkzeug, Theorien und Zitate mit Schlagworten und Quellenangaben zu sammeln sowie sie mit Kommentaren zu versehen.  Langfristig besteht so die Möglichkeit sich tief in Themen einzuarbeiten, auch dann, wenn man eigentlich nicht die Zeit dazu hat. Zu einigen Themen habe ich bereits Zettelkästen begonnen, so auch zum rosarote Brille-Effekt. Nebenbei versuche ich auch größere Prosawerke, wie den begonnenen Roman und das Theaterstück darin zu organisieren.

Einen Teil meiner ersten Recherchen zur rosaroten Brille habe ich vorab zu einem kleinen Artikel bei Suite101 verarbeitet: Der rosa-rote Brille-Effekt oder vom Glauben und Wissen

Freitag, 22. Juni 2012

Ausstellung hinter der Stirn


Hier ein kleiner Ausschnitt aus meiner Kurzgeschichte "Ausstellung hinter Stirn", die einen experimentellen Stilmix enthält:

Es gab ein Tor, sie wollte schauen, eindringen, die Wirrungen betreten, erörtern, anfassen, auseinander nehmen, vielleicht ordnen. Er kam, klingelte, sein bezauberndes Lächeln lenkte ab von den Inhalten, den Motiven, den Verschlingungen hinter seiner Stirn. Immerhin war er gekommen, auch wenn sein Lächeln das Wesentliche in Nebel hüllte, verdunkelte, es sich verflüchtigen ließ. Die Nelke - brachte sie Licht ins Vordergründige, ein Friedensangebot oder war sie ein manipulatives Spiel, eine Finte, sollte den Blick verschleiern, verhüllen, das Wesentliche verdecken? Versteckte er sich hinter Blumen, Charme und Liebesnächten, nicht nur bei ihr?

Der Wille war stark, das Fleisch fand sich inmitten heißer Umarmungen und Liebkosungen, ließ das Wesentliche schrumpfen zu einem winzigen Punkt in einer dunklen Nische. Die sich ausbreitende Wollust hinter ihrer Brust, die durch Leidenschaft ertränkten Gedanken, die verflogenen Zweifel, verschmolzen zu einem violett - violinen Orchester im Sopranissimo und verliefen sich in paradiesische Höhen.

Sie nippte an ihrem schweren roten Wein, ihre Gedanken begannen sich zu formen, erneut Zweifel freizusetzen, Bewusstsein stellte sich allmählich wieder ein weiter auf Kulturnotizen

Anja Wurm

Sonntag, 17. Juni 2012

Fachwissensrat und das Schreiben


Neben meinem Freiberuf als Sozialpädagogin arbeite ich mich derzeit in meiner Freizeit für unseren Shop Fachwissensrat ins Urheber- und Verlagsrecht ein, soweit das als Nicht-Juristin möglich ist, eruiere den Markt und die handelsüblichen Preise, bahne erste Kontakte mit möglichen Autoren an und auch sonst steckt noch jede Menge Arbeit hinter den Kulissen, um unser Projekt demnächst umsetzen zu können. Henriette und ihr Sohn arbeiten zeitgleich fleißig an der Gestaltung und der Programmierung des Shops.

Meine Hobbys bleiben dafür zur Zeit etwas auf der Strecke, leider auch das Schreiben. Ich hoffe jedoch, dass ich Ende nächster Woche wieder etwas Luft habe, um mich dem ein oder anderen Fachthema zu widmen oder an meinem Roman oder Theaterstück weiter zu schreiben. Vielleicht lasse ich aber auch einfach nur mal wieder die Seele baumeln, wenn für beides Zeit bleibt, umso besser.

Unsere Startseite ist schon im Netz: http://fachwissensrat.de/

Samstag, 9. Juni 2012

Salz

Ich laufe
Schmerz im Gepäck
im Kreis irrend und
suchend nach lindernden Worten
Tonlos schreit es mir entgegen
hinterlässt ein wüstes Feld
die Trockenheit sprengt Risse in die dürre Erde
Geschmacklos regnet es Salz
wuchert zu einer Klagemauer
mit ungeheurem Echo
deren Mund
zur Kirschblüte in China speist

Anja Wurm

Sonntag, 3. Juni 2012

Kellerräume

Ein kleiner Ausschnitt aus meiner Geschichte Kellerräume:

Tastend schleppte sie sich durch die modrige Dunkelheit. Hangelnd am feuchten Gemäuer, einen Weg suchend, nach einer Lichtquelle Ausschau haltend, schlich ein Angstschauer ihren Rücken hinab und entfaltete sich allmählich über den Boden im gesamten Gewölbe.
Fäkaliendämpfe stiegen ihr in die Nase. Sie hielt inne, ein Wechselspiel, ungestüme Ranken wucherten in alle Richtungen. Sie drehte sich zur anderen Seite und berührte mit einer Hand eine glitschige Stelle. Ekel ergriff sie, würgend tastete sie sich weiter an unebenen, matschigen Steinen in die andere Richtung, den Ausscheidungen entfliehend. Eine Brise unverdorbener Luft zog an ihr vorüber, ein Fenster, eine Tür oder nur eine schmale Ritze? Frische, Nebel, Herbstwald, klamme Winde suchten ihre Bahn zu Geruchsknospen und Hirnverschlingungen, bald jedoch verband sich die eindringende junge Feuchte mit dem Moder des Kellers zu einem Dunst schmutzig nasskalten Atems in ihrem Empfinden, welcher ihr nach den übelriechenden Schwaden erschien, wie ein staubig würziges Parfum. Die Duftwasserpforte erweckte den Anschein die richtige zu sein, entgegengesetzt zu derjenigen mit Würmern, Insekten und in Dunkelheit wuchernden Gewächsen auf der Notdurft eines Obdachlosen oder eines herrenlosen Tieres.

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