Montag, 3. April 2017

Gewalt im Neuen Testament

Dem grausamen Gott des Alten Testamentes folgte nun sein Sohn, Jesus, im Neuen Testament, der nicht mehr nahezu ausschließlich grausam war, sondern auch gute Seiten hatte, die sich dem Menschen zuwendeten. Allerdings nur denjenigen, die an ihn glaubten, die anderen wurden weiter verfolgt, vernichtet oder zumindest bestraft. Jesus teilte die Welt, die zunächst im Alten Testament fast ausschließlich schlecht war, in Gut und Böse. Ein Menschenbild, das wir auch aus Comics (Superman/Batman), Trivialliteratur oder schlechten Filmen kennen. Die Grausamkeit Jahwes setzt sich also im Neuen Testament fort. Die Gläubigen (die Guten) werden zwar erlöst, geheilt, ihnen wird verziehen, sie kommen in den Himmel, die anderen aber werden bestraft und kommen in die Hölle. Mit einem solchen Menschenbild, lässt sich Krieg, Verfolgung und Rassismus ohne weiteres rechtfertigen.

Vom Weltgericht

Wenn aber der Menschensohn kommen wird in seiner Herrlichkeit, und alle Engel mit ihm, dann wird er sitzen auf dem Thron seiner Herrlichkeit und alle Völker werden vor ihm versammelt werden. Und er wird sie voneinander scheiden, wie ein Hirt die Schafe von den Böcken scheidet, und wird die Schafe zu seiner Rechten stellen und die Böcke zu seiner Linken. 
Da wird dann der König sagen zu denen seiner Rechten: Kommt her, ihr Gesegneten meines Vaters, ererbt das Reich, das euch bereitet ist von Anbeginn der Welt! ...
Dann wird er auch sagen zu denen zur Linken: Geht weg von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln! ... (Matthäus 25)

Hier wird das primitive Weltbild und die Spaltung der Welt, der Menschen in Gut und Böse erneut deutlich, wie wir sie auch aus Comics, von Kriegspropaganda oder von politischen Extremisten kennen. Der Mensch mit seiner Gesamtpersönlichkeit mit vielen verschiedenen Facetten (Grautönen, statt schwarz-weiß), aus Erbanlage, persönlicher Geschichte, Kultur, Bildung, situativem Handeln usw. wird hier geleugnet und eine stark vereinfachte Sicht dargeboten, die nur zu Gewalt führen kann, wenn schon der Herr diese Gewalt ankündigt und will. Wir sehen also auch im Neuen Testament keinen gewaltfreien Gott, sondern lediglich einen, der seine Gewalt besser verkaufen/vertuschen kann und nur einen erlesenen auserwählten (Gläubigen-) Kreis verschont. Aber genau dieser Glaube an das Auserwähltsein, impliziert doch, anders Denkende als minderwertig, schlecht oder sogar nicht lebenswert zu erachten, er nährt diesen Narzissmus, etwas besseres sein zu wollen, der Gewalt, Verfolgung, und auch Krieg zugrunde liegt, weil die anderen angeblich minderwertig seien. Möglicherweise weit mehr als der Rachegott des Alten Testamentes, der jeden ohne Ausnahme, der ihm nicht aufs Wort gehorchte, bestrafte.

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