Ich möchte beginnen mit Nietzsches angeblicher Frauenverachtung, werden seine Texte oberflächlich gelesen, so mag an dem Vorwurf etwas dran sein, ich setzte mich bereits auf KUNO in Macht dienen glücklich oder mächtig? mit einem dieser Aphorismen aus Menschliches, Allzumenschliches auseinander und kam zu einem anderen Ergebnis.
In dem Zitat heißt es:
Die Frauen wollen dienen und haben darin ihr Glück und der Freigeist nicht bedient sein und hat darin sein Glück.
Hätte Nietzsche geschrieben: Die Frauen dienen, die Männer haben darin ihr Glück, könnte der Leser ihm zurecht eine Frauenverachtung unterstellen, das hat er aber nicht geschrieben
Durch das Wollen der Frau setzt er eine Entscheidungsmöglichkeit voraus, er sieht in der Frau ein mächtiges Wesen, dass ihre Wünsche und Bedürfnisse durchsetzt, während der Mann in diesem Aphorismus so klein ist, dass er nicht einmal Erwähnung findet, nur der Freigeist kann sich der mächtigen Frau gegenüber behaupten, sich emanzipieren und das Bedientsein ablehnen.
Ich nehme hier eher eine Angst wahr vor der übermächtigen Frau, ähnlich wie in dem Eingangszitat von Weber, eine Angst, dass nicht der Verstand, sondern die Erotik der Frau regieren könnte, wenn Frauen mehr zu sagen haben. Nietzsche schaut hier bereits genauer hin, er stellt bereits fest, dass die Frau etwas will und sich durchsetzt, völlig unabhängig von den Mitteln, die sie dafür einsetzt. Dass Nietzsche dies schärfer beobachten konnte als Weber, ist vermutlich u.a. der Tatsache geschuldet, dass er im Alter von 5 Jahren seinen Vater verlor und in einem reinen Frauenhaushalt aufwuchs, in dem Frauenmacht selbstverständlich war.
Andererseits schätzte Nietzsche die natürliche Intelligenz der Frauen, die im 19. Jahrhundert noch weitgehend von höherer Bildung ausgeschlossen wurden:
Mädchen als Gymnasiasten. - Um alles in der Welt nicht auch noch unsere Gymnasialbildung auf die Mädchen übertragen! Sie, die häufig aus geistreichen, wissbegierigen, feurigen Jungen - Abbilder ihrer Lehrer macht! (Menschliches, Allzumenschliches, 409)
Hier könnte der oberflächliche Leser annehmen, Nietzsche wollte Mädchen und Frauen von höherer Bildung ausschließen, im Nachsatz aber wird deutlich, dass Nietzsche sich gegen die Art der Bildung auf den damaligen Gymnasien ausspricht, die aus ehemals geistreichen Jungen, angepasste autoritätshörige, nicht mehr selbst denkende Männer macht (Abbilder ihrer Lehrer). Hier schreibt er der Frau eine nicht vom Mainstream belastete Intelligenz zu, die sich aus eigenem Nachdenken und Bilden entwickeln kann, die das Gymansium aber so weit zerstört, dass es intellektuelle Eliten nahezu ausschließt, er sieht in ihr den Freigeist, den der gewöhnliche, auch der gebildete, Mann kaum erlangen kann. Das erschließt sich u.a. weiter aus Satz 411:
Der weibliche Intellekt. - Der Intellekt der Weiber zeigt sich als vollkommene Beherrschung, Gegenwärtigkeit des Geistes, Benutzung aller Vorteile ...
Auch hier geht es wieder um eine Erhöhung der Frau und eine Abwertung des Mannes, denn weiter geht es mit:
... Dem widerspricht nicht, dass die Männer tatsächlich es mit ihrem Verstande so viel weiter bringen: sie haben die tieferen, gewaltigeren Antriebe; diese tragen ihren Verstand, der an sich etwas Passives ist, so weit ...
Natürlich kann Angst auch in Verachtung umschlagen, wir können hier weiter untersuchen, ob das bei Nietzsche der Fall war oder ob er der Freigeist war, der sich emanzipiert hat.
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Sonntag, 11. September 2016
Montag, 5. September 2016
Kollegengespräche - Nietzsche, Macht und Erotik - Nietzsche und Faschismus? - 2
Herzlichen Dank an Simon Reiss für die einleitenden Worte zu den Kollegengesprächen.
Simon hat einige Fragen aufgeworfen mit denen ich mich auch noch näher befassen will, zunächst möchte ich mich aber zu seiner Anmerkung äußern, dass einige in Nietzsche den Wegbereiter des Faschismus sehen. Hierbei handelt es sich meiner Ansicht nach um Menschen, die sich weder mit Nietzsches Werken, noch mit seiner Biographie jemals ernsthaft auseinandergesetzt haben. Nietzsche war ein Wegbereiter der Aufklärung, er kritisierte sämtliche Ideologien, seien es philosophische oder religiöse, er öffnete die Augen für Doppelmoral und falsch verstandenen Humanismus, Philosophen, die machtkonform schrieben ...
Nietzsches sogenanntes Hauptwerk "Der Wille zur Macht" aber, auf das sich bei den Unterstellungen, Nietzsche sei ein Wegbereiter des Faschismus gewesen, bezogen wird, hat nicht er, sondern seine Schwester Elisabeth geschrieben.
Elisabeth pflegte nach dem Bruch Nietzsches zur Familie Wagner Kontakt zu dem Antisemiten Bernhard Förster. Sie unterstütze eine Antisemitenpetition durch Förster an Bismarck, der jedoch die Annahme der Petition verweigerte.
In einem Brief an seinen Freund Overbeck schreibt Nietzsche über die Verbindung seiner Schwester zu dem Antisemiten Förster: „...die verfluchte Antisemiterei ... ist die Ursache eines radikalen Bruches zwischen mir und meiner Schwester." (Leibzig-Lese)
1885 heiratet Elisabeth Förster, Nietzsche nahm an der Hochzeit nicht teil.
Nachdem die Siedlung der arischen Rasse in Paraguay, in die sich das Paar Förster zurückzog, finanzielle Probleme bekam, beging Förster Selbstmord.
Ab 1889 lebte Nietzsche bis zu seinem Tod (1900) in geistiger Umnachtung. 1894 riss Elisabeth Förster-Nietzsche alle Rechte seines Nachlasses an sich und editierte sie, unwissenschaftlich und selbstherrlich.
Ein Jahr nach dem Tod des Bruders veröffentlichte Elisabeth das angebliche Hauptwerk Nietzsches "Der Wille zur Macht", das sich später als Fälschung Elisabeths herausstellte. Nietzsche selbst hatte nur wenige Zeilen in diesem Buch verfasst, die Elisabeth nach eigenem Ermessen erweiterte und ausschmückte. Auch Briefe fälschte sie. Auf das Werk Elisabeths ist es zurückzuführen, dass Nietzsche in Verruf geriet und ihm eine Nähe zum Faschismus unterstellt wurde.
Aber im Gegensatz zu den falschen Behauptungen brach Nietzsche sogar familiäre Beziehungen ab, nachdem Elisabeth sich zum Antisemitismus bekannte. Ideologien, noch dazu menschenverachtende waren Nietzsche ein Greuel.
Dazu noch ein Zitat aus Menschliches, Allzumenschliches, 43
Grausame Menschen als zurückgeblieben. - Die Menschen, welche jetzt grausam sind, müssen uns als Stufen "früherer Kulturen" gelten, welche übrig geblieben sind: das Gebirge der Menschheit zeigt hier einmal die tieferen Formationen, welche sonst versteckt liegen, offen. Es sind zurückgebliebene Menschen, deren Gehirn, durch alle möglichen Zufälle im Verlaufe der Vererbung, nicht so zart und vielseitig fortbebildet worden ist. Sie zeigen uns, was wir alle waren und machen uns erschrecken: aber sie selber sind sowenig verantwortlich, wie ein Stück Granit dafür, dass es Granit ist. In unserem Gehirne müssen sich auch Rinnen und Windungen finden, welche jener Gesinnung entsprechen, wie sich in der Form einzelner menschlicher Organe Erinnerungen an Fischzustände finden sollen. Aber diese Rinnen und Windungen sind nicht mehr das Bett, in welchem sich jetzt der Strom unserer Empfindungen wälzt.
Quellen: http://www.leipzig-lese.de/index.php?article_id=492
Der Wille zur Macht
Vor zu: Nietzsche und Frauenverachtung?
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Simon hat einige Fragen aufgeworfen mit denen ich mich auch noch näher befassen will, zunächst möchte ich mich aber zu seiner Anmerkung äußern, dass einige in Nietzsche den Wegbereiter des Faschismus sehen. Hierbei handelt es sich meiner Ansicht nach um Menschen, die sich weder mit Nietzsches Werken, noch mit seiner Biographie jemals ernsthaft auseinandergesetzt haben. Nietzsche war ein Wegbereiter der Aufklärung, er kritisierte sämtliche Ideologien, seien es philosophische oder religiöse, er öffnete die Augen für Doppelmoral und falsch verstandenen Humanismus, Philosophen, die machtkonform schrieben ...
Nietzsches sogenanntes Hauptwerk "Der Wille zur Macht" aber, auf das sich bei den Unterstellungen, Nietzsche sei ein Wegbereiter des Faschismus gewesen, bezogen wird, hat nicht er, sondern seine Schwester Elisabeth geschrieben.
Elisabeth pflegte nach dem Bruch Nietzsches zur Familie Wagner Kontakt zu dem Antisemiten Bernhard Förster. Sie unterstütze eine Antisemitenpetition durch Förster an Bismarck, der jedoch die Annahme der Petition verweigerte.
In einem Brief an seinen Freund Overbeck schreibt Nietzsche über die Verbindung seiner Schwester zu dem Antisemiten Förster: „...die verfluchte Antisemiterei ... ist die Ursache eines radikalen Bruches zwischen mir und meiner Schwester." (Leibzig-Lese)
1885 heiratet Elisabeth Förster, Nietzsche nahm an der Hochzeit nicht teil.
Nachdem die Siedlung der arischen Rasse in Paraguay, in die sich das Paar Förster zurückzog, finanzielle Probleme bekam, beging Förster Selbstmord.
Ab 1889 lebte Nietzsche bis zu seinem Tod (1900) in geistiger Umnachtung. 1894 riss Elisabeth Förster-Nietzsche alle Rechte seines Nachlasses an sich und editierte sie, unwissenschaftlich und selbstherrlich.
Ein Jahr nach dem Tod des Bruders veröffentlichte Elisabeth das angebliche Hauptwerk Nietzsches "Der Wille zur Macht", das sich später als Fälschung Elisabeths herausstellte. Nietzsche selbst hatte nur wenige Zeilen in diesem Buch verfasst, die Elisabeth nach eigenem Ermessen erweiterte und ausschmückte. Auch Briefe fälschte sie. Auf das Werk Elisabeths ist es zurückzuführen, dass Nietzsche in Verruf geriet und ihm eine Nähe zum Faschismus unterstellt wurde.
Aber im Gegensatz zu den falschen Behauptungen brach Nietzsche sogar familiäre Beziehungen ab, nachdem Elisabeth sich zum Antisemitismus bekannte. Ideologien, noch dazu menschenverachtende waren Nietzsche ein Greuel.
Dazu noch ein Zitat aus Menschliches, Allzumenschliches, 43
Grausame Menschen als zurückgeblieben. - Die Menschen, welche jetzt grausam sind, müssen uns als Stufen "früherer Kulturen" gelten, welche übrig geblieben sind: das Gebirge der Menschheit zeigt hier einmal die tieferen Formationen, welche sonst versteckt liegen, offen. Es sind zurückgebliebene Menschen, deren Gehirn, durch alle möglichen Zufälle im Verlaufe der Vererbung, nicht so zart und vielseitig fortbebildet worden ist. Sie zeigen uns, was wir alle waren und machen uns erschrecken: aber sie selber sind sowenig verantwortlich, wie ein Stück Granit dafür, dass es Granit ist. In unserem Gehirne müssen sich auch Rinnen und Windungen finden, welche jener Gesinnung entsprechen, wie sich in der Form einzelner menschlicher Organe Erinnerungen an Fischzustände finden sollen. Aber diese Rinnen und Windungen sind nicht mehr das Bett, in welchem sich jetzt der Strom unserer Empfindungen wälzt.
Quellen: http://www.leipzig-lese.de/index.php?article_id=492
Der Wille zur Macht
Vor zu: Nietzsche und Frauenverachtung?
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Sonntag, 4. September 2016
Kollegengespräche - Nietzsche, Macht und Erotik - 1
Danke, Anja Wurm, für die Aufnahme dieses Dialogs. Schon in der
Philosophiegruppe, in der wir das Thema angeschnitten haben,
polarisierte das Thema sehr stark. Nun unter der Reformulierung des
Themas zu Nietzsche, Macht und Erotik werde ich erst einmal zu diesen
drei Themen Stellung beziehen. Nietzsche ist ein Philosoph, der sehr
polarisiert, einige sehen in ihm den Wegbereiter des Faschismus, oder
den Zerstörer der Vernunft (Adorno), andere
schätzen ihn wiederum in seinen aphoristischen kurzen Stellungsnahmen,
die in jeder Hinsicht sehr differenziert sind und alle möglichen
gesellschaftlichen Themenbereiche aufgreifen, sie schätzen vor allem sein
genealogisches und nomadisches Denken, dazu gehöre ich. Friedrich
Nietzsche hat sich in vielen Punkten eigentlich herablassend gegenüber Frauen geäußert, dies ist aber meiner Meinung nach eine eher
oberflächliche Betrachtung der frühen Werke, die vor allem auf
"Menschliches, Allzumenschliches" zurückgeht, später sind seine
Aussagen auf den Themenbereich Macht fokussiert.
Für Macht gibt es verschiedene Diskussionsansätze, man unterscheidet zwischen der persönlichen Macht, die in der Kompetenz einer Person liegt sowie in ihren Möglichkeiten und der Macht, die in einer institutionellen Position liegt; des Weiteren gibt es verschiedene Positionen zum Thema Macht, Max Weber, der auch schon in der Eingangsdiskussionen zur Sprache kam, hat eine sehr sinnvolle nietzscheanische Definition geliefert, diese besagt: Macht soll heißen, die Chance den eigenen Willen gegen den Widerstand durch Dritte durchzusetzen, gleichviel, worauf diese Chance beruht.
Andere Ansätze, wie zum Beispiel von Michel Foucault sind ebenso nietzscheanische Positionen, doch beschreiben sie eine Mikrophysik der Macht, die auch eine Überwindung der Repressionshypothese Freuds darstellt, indem Macht vor allem als proaktiv anregend fördernd gesehen wird und nicht in erster Linie als einschränkend. Hier wird vor allem das Wie der Macht und nicht das Was der Macht betrachtet, das heißt, es geht eher um komplexe Zusammenhänge, was Machtverhältnisse sind.
Hier entwickelte Foucault zum einen das Konzept der Disziplinarmacht, also der Macht, die direkt auf den Körper abzielt, und das der Biomacht, also der Macht, die auf die Bevölkerung abzielt. Diese Ansätze von Macht will ich als erstes in den Raum stellen.
Zu Erotik: Erotik ist ein Feld, dass in der Psychoanalyse vor allem von Herbert Marcuse bearbeitet wurde in "Der eindimensionale Mensch". Marcuse beschreibt hier die enge Verknüpfung von Kapitalismus und Erotik, die sich wechelseitig verstärken; innerhalb der gender studies wird Erotik als etwas Problematisches betrachtet, da es als gesellschaftlich normativ konstruiertes Feld gilt und männliche wie weibliche Verhaltensweisen als Allianz gesehen werden, die völlig geschlechtsunspezifisch betrachtet werden.
Bei der Erotik geht es vor allem um eine zentrale Frage: Darf sie zur Machterlangung eingesetzt werden? Wenn sie einsetzt wird, ist das legitim? Ist das billig? Ist das angebracht? Oder sollte aus professionellen Gründe darauf verzichten? Schadet die Anwendung von Erotik? Wie steht es um die den Einsatz von Erotik im Berufsleben? Wie ist es mit Erotik als Machtfaktor innerhalb von Partnerschaften?
Nun will ich das Wort an Anja Wurm übergeben, einleitende Gedanken zu dem Thema habe ich nun dargelegt.
Weiter zu: Nietzsche und Faschismus?
Simon Reiss
Für Macht gibt es verschiedene Diskussionsansätze, man unterscheidet zwischen der persönlichen Macht, die in der Kompetenz einer Person liegt sowie in ihren Möglichkeiten und der Macht, die in einer institutionellen Position liegt; des Weiteren gibt es verschiedene Positionen zum Thema Macht, Max Weber, der auch schon in der Eingangsdiskussionen zur Sprache kam, hat eine sehr sinnvolle nietzscheanische Definition geliefert, diese besagt: Macht soll heißen, die Chance den eigenen Willen gegen den Widerstand durch Dritte durchzusetzen, gleichviel, worauf diese Chance beruht.
Andere Ansätze, wie zum Beispiel von Michel Foucault sind ebenso nietzscheanische Positionen, doch beschreiben sie eine Mikrophysik der Macht, die auch eine Überwindung der Repressionshypothese Freuds darstellt, indem Macht vor allem als proaktiv anregend fördernd gesehen wird und nicht in erster Linie als einschränkend. Hier wird vor allem das Wie der Macht und nicht das Was der Macht betrachtet, das heißt, es geht eher um komplexe Zusammenhänge, was Machtverhältnisse sind.
Hier entwickelte Foucault zum einen das Konzept der Disziplinarmacht, also der Macht, die direkt auf den Körper abzielt, und das der Biomacht, also der Macht, die auf die Bevölkerung abzielt. Diese Ansätze von Macht will ich als erstes in den Raum stellen.
Zu Erotik: Erotik ist ein Feld, dass in der Psychoanalyse vor allem von Herbert Marcuse bearbeitet wurde in "Der eindimensionale Mensch". Marcuse beschreibt hier die enge Verknüpfung von Kapitalismus und Erotik, die sich wechelseitig verstärken; innerhalb der gender studies wird Erotik als etwas Problematisches betrachtet, da es als gesellschaftlich normativ konstruiertes Feld gilt und männliche wie weibliche Verhaltensweisen als Allianz gesehen werden, die völlig geschlechtsunspezifisch betrachtet werden.
Bei der Erotik geht es vor allem um eine zentrale Frage: Darf sie zur Machterlangung eingesetzt werden? Wenn sie einsetzt wird, ist das legitim? Ist das billig? Ist das angebracht? Oder sollte aus professionellen Gründe darauf verzichten? Schadet die Anwendung von Erotik? Wie steht es um die den Einsatz von Erotik im Berufsleben? Wie ist es mit Erotik als Machtfaktor innerhalb von Partnerschaften?
Nun will ich das Wort an Anja Wurm übergeben, einleitende Gedanken zu dem Thema habe ich nun dargelegt.
Weiter zu: Nietzsche und Faschismus?
Simon Reiss
Samstag, 3. September 2016
Kollegengespräche - Nietzsche, Macht und Erotik - 0
Aus einer Facebookdiskussion zu einem inhaltlichen Zitat nach Max Weber ist die Idee entstanden Diskussionen und Kollegengespräche mit Simon Reiss über Nietzsche, Macht und Erotik zu führen.
Ausgangspunkt war folgendes Zitat:
"Das Wahlrecht für Frauen wie die zunehmende Macht der Frauen in der Gesellschaft halte ich für höchst begrüßenswert, leider ist dies mit der Tatsache verbunden; dass es innerhalb der Frauen zu einer Machtverschiebung hin zu den erotisch machtvollen Frauen kommen wird, die die anderen Frauen stark benachteiligen wird und zu einer Machtasymmetrie innerhalb der Frauen führen", frei nach Max Weber Aussage getroffen ca ~1919 (!) und in Anlehnung an Ehefrau Marianne Weber, beide Frauenrechtler/in und Soziologe/in
Frage dazu: Hat er recht behalten? Ist seine Prognose eingetroffen ? ( wenn man fast 100 Jahre später auf diese Aussage zurück blickt?)
Es entwickelte sich eine spannende Diskussion, die wir etwas komplexer als das in einer Facebookgruppe möglich ist, hier auf Gedankenfetzen weiterführen wollen.
Ich freue mich auf einen spannenden Austausch mit Simon Reiss.
Zur Einleitung von Simon Reiss
Ausgangspunkt war folgendes Zitat:
"Das Wahlrecht für Frauen wie die zunehmende Macht der Frauen in der Gesellschaft halte ich für höchst begrüßenswert, leider ist dies mit der Tatsache verbunden; dass es innerhalb der Frauen zu einer Machtverschiebung hin zu den erotisch machtvollen Frauen kommen wird, die die anderen Frauen stark benachteiligen wird und zu einer Machtasymmetrie innerhalb der Frauen führen", frei nach Max Weber Aussage getroffen ca ~1919 (!) und in Anlehnung an Ehefrau Marianne Weber, beide Frauenrechtler/in und Soziologe/in
Frage dazu: Hat er recht behalten? Ist seine Prognose eingetroffen ? ( wenn man fast 100 Jahre später auf diese Aussage zurück blickt?)
Es entwickelte sich eine spannende Diskussion, die wir etwas komplexer als das in einer Facebookgruppe möglich ist, hier auf Gedankenfetzen weiterführen wollen.
Ich freue mich auf einen spannenden Austausch mit Simon Reiss.
Zur Einleitung von Simon Reiss
Samstag, 2. Juli 2016
Urlaub und Theater
Pünktlich zu Urlaubsbeginn hat mich eine Erkältung ereilt. Mitten im Sommer. Das scheint das Selbständigensyndrom zu sein, krank wird man im Urlaub, weil ansonsten keine Zeit ist.
Meine Radausflüge und Unternehmungen sind so etwas zu kurz gekommen, dafür habe ich mir die Lesungen der Ingeborg-Bachmann-Preisanwärter angeschaut. Es gab eine sehr vielfältige Auswahl an Texten dieses Jahr, manches war richtig gut.
Auch an meinen eigenen Texten habe ich vermehrt gearbeitet, vor allem an Greta und Bernie, das als Kurztheaterstück schon eine Weile existierte, ohne eine zündende Idee, wie ich daraus ein abendfüllendes Stück entwickeln sollte. Die Struktur steht nun fest und ein gutes Drittel ist geschrieben. Das Überarbeiten wird diesmal auch nicht so viel Zeit in Anspruch nehmen, da ich entgegen meinem sonstigen Schreibstil, kurze Sätze und eine reduzierte Sprache benutze, die der Inhalt und die Figuren selbst einfordern: Es geht um ein Ehepaar, das die Mitte seines Lebens bereits überschritten hat und nachdem die Karriere beendet, die Kinder aus dem Haus sind, nichts mehr mit sich anzufangen weiß. Ich glaube, es hat ein bisschen etwas Tragikkomisches, zumindest für mich. Ich schreibe das etwas vorsichtig, da viele meinen Humor nicht teilen können, für sie ist es möglicherweise ein ganz normales modernes Drama, auch gut. Aufführen könnte man es, meines Erachtens, so oder so. Nachdem das erste Theaterstück als unbrauchbar in der Schreibtischschublade verschwunden ist, hoffe ich, dass dieses wirklich gut wird. Noch ist es nicht fertig, aber bis jetzt ganz vielversprechend. Wozu Erkältungen alles gut sind.
Meine Radausflüge und Unternehmungen sind so etwas zu kurz gekommen, dafür habe ich mir die Lesungen der Ingeborg-Bachmann-Preisanwärter angeschaut. Es gab eine sehr vielfältige Auswahl an Texten dieses Jahr, manches war richtig gut.
Auch an meinen eigenen Texten habe ich vermehrt gearbeitet, vor allem an Greta und Bernie, das als Kurztheaterstück schon eine Weile existierte, ohne eine zündende Idee, wie ich daraus ein abendfüllendes Stück entwickeln sollte. Die Struktur steht nun fest und ein gutes Drittel ist geschrieben. Das Überarbeiten wird diesmal auch nicht so viel Zeit in Anspruch nehmen, da ich entgegen meinem sonstigen Schreibstil, kurze Sätze und eine reduzierte Sprache benutze, die der Inhalt und die Figuren selbst einfordern: Es geht um ein Ehepaar, das die Mitte seines Lebens bereits überschritten hat und nachdem die Karriere beendet, die Kinder aus dem Haus sind, nichts mehr mit sich anzufangen weiß. Ich glaube, es hat ein bisschen etwas Tragikkomisches, zumindest für mich. Ich schreibe das etwas vorsichtig, da viele meinen Humor nicht teilen können, für sie ist es möglicherweise ein ganz normales modernes Drama, auch gut. Aufführen könnte man es, meines Erachtens, so oder so. Nachdem das erste Theaterstück als unbrauchbar in der Schreibtischschublade verschwunden ist, hoffe ich, dass dieses wirklich gut wird. Noch ist es nicht fertig, aber bis jetzt ganz vielversprechend. Wozu Erkältungen alles gut sind.
Dienstag, 14. Juni 2016
Vorbedingung des Lernens
So fehlt denn vielfach jene erste Vorbedingung des Lernens: das Wissen des Nichtwissens. Die Folge ist, daß man sich noch immer mit einer rohen Auffassung begnügt, obwohl schon Herbart eine richtigere gelehrt hat. Es ist betrübend und entmutigend, daß in dieser Weise eine Erkenntnis immer wieder verloren zu gehen droht, die schon errungen war, daß so manche Arbeit vergeblich zu werden scheint, weil man im eingebildeten Reichtume nicht nötig zu haben scheint, sich ihre Früchte anzueignen.
(Gottlob Frege, Die Grundlagen der Arithmetik)
(Gottlob Frege, Die Grundlagen der Arithmetik)
Sonntag, 5. Juni 2016
Der Koran - Der klare Beweis - al-bayyina
Der klare Beweis - al-bayyina (Sure 98, geoffenbart in Medina)
Im Namen Gottes, des Barmherzigen, des Erbarmers
Die Leugner unter den Leuten der Schrift´und die, die neben Gott Anderes stellen, ´konnten sich nicht eher loslösen,´bis der klare Beweis zu ihnen käme, ein Gesandter Gottes, der ihnen Blätter verliest, reine, sie enthalten wahre Schriften. Sie teilten sich, die denen Schrift gegeben, ´nachdem der wahre Beweis zu ihnen gekommen. Jedoch wurde ihnen nichts anderes befohlen, ´als zu dienen Gotte, aufrichtig in der Religion reines Glaubens, ´das rituelle Gebet zu verrichten und zu geben die Almosen, ´denn dies ist die Religion, die beständige. Doch die Leugner unter den Leuten der Schrift´und die, die neben Gott Anderes stellen, ´werden im Feuer der Hölle sein und darin weilen,´denn sie sind die allerschlechtesten Geschöpfe. Diejenigen aber, die Glauben und Gutes verrichten, ´sind die besten Geschöpfe. Ihr Lohn bei ihrem Herrn: die Gärten von Eden,´unterhalb derer Bäche fließen und in denen sie ewig weilen.´Gott hat an ihnen Wohlgefallen, und sie haben an ihm Wohlgefallen.´ Dies ist für jeden, der fürchtet seinen Herrn.
Aus der Übersetzung des Korans von Ahmad Milad Karimi, der in seiner Übersetzung versucht hat, den ästhetisch melodischen Charakter der Originalsprache wiederzugeben.
Durch die Medienberichterstattung ensteht bei Koranunkundigen leicht der Eindruck, es könne sich hierbei um eine Hetzschrift handeln. Salafisten und IS-Terroristen werben Unkundige an, indem sie Texte des Korans aus dem Gesamtzusammenhang reißen (die Bibel wäre dazu wesentlich besser geeignet), um sie mit Heilsversprechen als Kämpfer oder Selbstmordattentäter anzuwerben. Europäer lassen sich durch die unvollständige, nicht aufklärende Medienberichterstattung leicht gegen den Koran aufhetzen. Um diesen Vorurteilen entgegenzuwirken, will ich auf Gedankenfetzen kleine Ausschnitte aus dem Koran veröffentlichen.
Im Namen Gottes, des Barmherzigen, des Erbarmers
Die Leugner unter den Leuten der Schrift´und die, die neben Gott Anderes stellen, ´konnten sich nicht eher loslösen,´bis der klare Beweis zu ihnen käme, ein Gesandter Gottes, der ihnen Blätter verliest, reine, sie enthalten wahre Schriften. Sie teilten sich, die denen Schrift gegeben, ´nachdem der wahre Beweis zu ihnen gekommen. Jedoch wurde ihnen nichts anderes befohlen, ´als zu dienen Gotte, aufrichtig in der Religion reines Glaubens, ´das rituelle Gebet zu verrichten und zu geben die Almosen, ´denn dies ist die Religion, die beständige. Doch die Leugner unter den Leuten der Schrift´und die, die neben Gott Anderes stellen, ´werden im Feuer der Hölle sein und darin weilen,´denn sie sind die allerschlechtesten Geschöpfe. Diejenigen aber, die Glauben und Gutes verrichten, ´sind die besten Geschöpfe. Ihr Lohn bei ihrem Herrn: die Gärten von Eden,´unterhalb derer Bäche fließen und in denen sie ewig weilen.´Gott hat an ihnen Wohlgefallen, und sie haben an ihm Wohlgefallen.´ Dies ist für jeden, der fürchtet seinen Herrn.
Aus der Übersetzung des Korans von Ahmad Milad Karimi, der in seiner Übersetzung versucht hat, den ästhetisch melodischen Charakter der Originalsprache wiederzugeben.
Durch die Medienberichterstattung ensteht bei Koranunkundigen leicht der Eindruck, es könne sich hierbei um eine Hetzschrift handeln. Salafisten und IS-Terroristen werben Unkundige an, indem sie Texte des Korans aus dem Gesamtzusammenhang reißen (die Bibel wäre dazu wesentlich besser geeignet), um sie mit Heilsversprechen als Kämpfer oder Selbstmordattentäter anzuwerben. Europäer lassen sich durch die unvollständige, nicht aufklärende Medienberichterstattung leicht gegen den Koran aufhetzen. Um diesen Vorurteilen entgegenzuwirken, will ich auf Gedankenfetzen kleine Ausschnitte aus dem Koran veröffentlichen.
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