Montag, 21. März 2016

Egoismus, Altruismus und das Sein

Sich selbst zu sein, ist ein langer Prozess, der nur durch lange Selbstprüfung gelingt. Nun könnte man annehmen, der reine Egoist besitzt sich selbst, doch tut er das? Indem er nur auf sich bedacht, schließt er den anderen aus und zwar so vollständig, dass er nicht einmal bemerkt, dass er andere nicht fragt, nicht einschließt, nicht bedenkt, also nicht mit ihnen ist. Doch kann jemand, der andere aus seiner Wahrnehmung ausschließt, sich selbst besitzen? Das Bedürfnis nach Kontakt, einem Miteinander, einem Aufeinanderbezogensein, ähnliche Interessen zu pflegen, die Erfüllung des Gebens scheint er nicht zu kennen. In der Abspaltung menschlicher Bedürfnisse kann er nicht sich selbst sein, auch er benötigt einen langen Weg zum eigenen Ich, zum Bedürfnis nach echtem Kontakt, zum Icherleben, das andere nicht ausschließen muss, um eine Daseinsberechtigung zu haben. Derjenige, der mehr für  andere lebt als für sich selbst, der Altruist, auch er kann sich nicht besitzen, nicht er selbst sein, leugnet er ähnlich wie der Egoist, eigene Bedürfnisse, ebenfalls pflegt er keinen wirklichen Kontakt zu seinen Mitmenschen, sondern glaubt nur liebenswert zu sein, wenn er sich selbst opfert und eigene Bedürfnisse leugnet.

Dienstag, 2. Februar 2016

Heil Petry oder ein Märchen aus uralten Zeiten

Während Angela Merkel noch mit Erdugan verhandelt, unter welchen Bedingungen syrische Flüchtlinge in der Türkei verbleiben können, sodass sie nicht nach Europa weiterfliehen müssen, geht es Frauke Petry nicht schnell genug.

Petry kaufte mit Parteigeldern alte Bundeswehrgewehre und bewaffnete Pegidaanhänger in Dresden und Leibzig, um sie an der deutschen Grenze zu positionieren. Sie erließ Schießbefehl auf jeden Flüchtling, der die Grenze passieren wollte. Abends gab sie bekannt, Deutschland vor über 400 Flüchtlingen gerettet zu haben. Ihre Anhänger jubelten ihr zu: "Heil Petry, heil Petry."

Unbemerkt blieben die Vorkommnisse bei Politkern der CDU, SPD und den Grünen, die weiterhin in ihrer Dauerhysterie abwechselnd in die Kameras des öffentlichen Fernsehens schrien: "Wir schaffen das" , "wir schaffen das nicht" und immer noch keine Strategien und Konzepte vorlegen konnten, da sie zu sehr mit kopflosen Hahnenkämpfen beschäftigt waren.

Frauke Petry nutzte die Gelegenheit, um weiter aufzurüsten und positionierte ihre Kämpfer nun auch in den Großstädten, mit dem Ausspruch: "Deutsche Städte müssen wieder sauber werden" gab sie Schießbefehl gegen alle südländisch aussehenden Menschen, Obdachlose, Kranke, Behinderte  und Arbeitslose." "Heil Petry", jubelten ihr AfD- und Pegidaanhänger zu und traten zur großen Säuberungsaktion an.

Schließlich trat Petry vor die Kamera und verkündete, das Land sei nun übersät mit Leichen, der Duft des Dritten Reiches sei endlich wieder  zu riechen und erließ Schießbefehl gegen jeden, der nicht mit "Heil Petry" grüßte.

Da Petry aber vergessen hatte, die Öfen im Land wieder anzuschmeißen und die Städte voller Leichen lagen, kam eine große Pestwelle über das Land und rottete alle Deutschen aus.

Freitag, 15. Januar 2016

Der freie Wille

Der freie Wille ist nur so frei, wie der Mensch sich frei fühlt. Ein Mensch handelt häufig aus seinen ureigenen Verstrickungen aus Erziehung, Moral, gesellschaftlichen Anforderungen, weniger aus seinem freien Willen. Diese ureigenen Verstrickungen könnte man natürlich als freien Willen definieren, sind sie doch bei zwei Menschen niemals gleich. Einen freien Willen ohne diese Fesseln, muss der Mensch sich hart erarbeiten.  Kann bei dieser harten Arbeit noch von freiem Wilen gesprochen werden? Die Entscheidung, sich den eigenen freien Willen zu erarbeiten, ist durchaus nicht immer eine freie Entscheidung, sondern entsteht, viel häufiger als man denkt, aus Not.

Samstag, 9. Januar 2016

Silvesternacht in Köln - eine Annäherung

Nicht, dass wir nicht wüssten, dass sexuelle Übergriffe auf Volksfesten, in Schlaf- und Kinderzimmern, am Arbeitsplatz zum normalen Tagesablauf, in nicht zu ermittelnder Zahl, jeden Tag in Deutschland gehören.

Was aber ist der Unterschied zu den Übergriffen in der Silvesternacht?

1. Sie haben nicht heimlich, wie ansonsten üblich, sondern öffentlich stattgefunden.
2. Es handelte sich nicht um Einzeltaten, sondern um ein Massenphänomen.

Finden in einer großen Masse Gewalttaten statt und bricht eine Panik bei den Opfern aus, so können diese Masseneskalationen nicht mehr von außen durch staatliche Gewalt aufgelöst werden. Umso schlimmer, dass die öffentliche Meinung hier die Schuld bei der Polizei sucht.

Um Massenphänomene, wie die sexuellen Übergriffe in Köln und Hamburg in der Silvesternacht, nachvollziehen zu können, benötigt man einige Kenntnisse zur Psychologie der Massen.

Sexuelle Straftaten gehören in Deutschland zu den geächteten Straftaten, deswegen finden sie in der Regel heimlich und ohne Zuschauer (Zeugen) statt.

Handelte es sich hier tatsächlich um eine größere Zahl junger integrationsunwilliger Männer, die ihre Verachtung unserer Kultur und den hier lebenden Frauen zum Ausdruck bringen wollten? Ich denke nicht, bei Einzelnen mag das der Fall gewesen sein, andere folgten vermutlich den Gesetzen der Masse.

Triebhaftigkeit, Beweglichkeit und Erregbarkeit der Massen

Bei der Untersuchung ihrer grundlegenden Charakterzüge sagten wir, dass die Masse beinahe ausschließlich vom Unbewussten geleitet wird. Ihre Handlungen stehen viel öfter unter dem Einfluss des Rückenmarks als unter dem des Gehirns. Die vollzogenen Handlungen können ihrer Ausführung nach vollkommen sein, da sie aber nicht vom Gehirn ausgehen, so handelt der Einzelne nach zufälligen Reizen ...

Die mannigfachen Triebe, denen die Massen gehorchen, können je nach dem Anreiz edel oder grausam, heldenhaft oder feige sein, stets aber sind sie so unabweisbar, dass der Selbsterhaltungstrieb vor ihnen zurücktritt ... (Le Bon: Psychologie der Massen, Die Massenseele, S. 40)

Welche Ursachen bewegen eine Masse, die zunächst Silvester feiern wollte, plötzlich ins barbarisch Triebhafte umzukippen und ohne Skrupel menschenverachtende Straftaten zu begehen? Nach Le Bon gibt der Mensch in der Masse seine eigenen Charaktermerkmale, Überzeugungen, Meinungen zugunsten der Masse auf. Man kann hier auch von einer Massenseele oder einem Massenleib sprechen, die keine Individualität mehr zulassen.

Dies ist auch immer wieder bei AfD- und Pegida-Anhängern zu beobachten, die sich mehr Gerechtigkeit, Sozialstaatlichkeit und Werte wünschen, aber sich trotzdem den ungerechten, menschenverachtenden Parolen und Straftaten von rechten Führungspersonen und Gewalttätern unterwerfen, die völlig gegen ihre eigentlichen Vorstellungen und Meinungen verstoßen. Diesen Widerspruch nehmen sie selbst aber nicht wahr, da sie in der Masse agieren und den klaren Menschenverstand zugunsten der Masse zurückstellen, selbst dann, wenn sie, im Falle einer rechten Macht, aufgrund ihres gesellschaftlichen oder gesundheitlichen Standes, zu den ersten gehörten, die von Rechts bekämpft werden würden.

In der Silvesternacht waren ähnliche Massenphänomene gegen deutsche Frauen zu beobachten. In muslimischen Ländern gilt eine Frau, die nicht die eigene Ehefrau ist, als unberührbar, trotzdem hat es gegen die eigene Überzeugung massive Übergriffe auf Frauen gegeben.

Le Bon nennt hier 3 Ursachen für das Auftreten des Massencharakters, der gegen eigene Charakterzüge und Überzeugungen verstößt.

1. Der Einzelne erfährt durch die Masse, ein Gefühl unüberwindlicher Macht, die ihm erlaubt, Trieben nachzugehen, die er als Einzelner gedrosselt hätte. Durch die Anonymität und Unverantwortlichkeit der Masse verschwindet das eigene Verantwortungsgefühl, das den Einzelnen vor Straftaten zurückhält.

2. Geistige Übertragung (contagion mentale): Sie bewirkt in hypnotischer Weise, dass die Gedanken und Gefühle der Masse auf alle übertragen werden, die sowohl die Richtung als auch die Taten bestimmt. Die Übertragung dieser Phänomene, der Handlungen ist so stark, dass die eigenen Wünsche den Gesamtwünschen geopfert werden.

3. Die Masse ruft bei den einzelnen Mitgliedern besondere Eigenschaften hervor, welche denen der alleinstehenden Einzelnen vollkommen widersprechen.

Diese Massenphänomene kann man bei jeder größeren Menschenansammlung beobachten, seien es Volksfeste, Versammlungen, Rockkonzerte oder weitere Massen. Da offene Massen wie in der Silvesternacht oder auch die rechtsgerichteten Massen (Pegida, AfD) die Neigung zum Wachstum haben, obwohl sie in Parolen und Handlungen der Persönlichkeit des Einzelnen häufig widersprechen, werden sie gefährlich und häufig gewalttätig. Auch ein plötzliches Kippen der Stimmung bei eigentlich harmlosen Veranstaltungen (Feste), etwa von guter Laune in Aggressionen oder Panik, oftmals durch eigentlich nichtige Anlässe, ist durchaus normal und höchstens in den Anfängen noch steuerbar. In Massen lösen sich die Persönlickeits- und Körpergrenzen so weit auf, dass von einem Massenleib oder einer Massenseele gesprochen werden kann, die bis hin zu Massenhalluzinationen ( Marienerscheinungen ), Verschwörungstheorien ( gemeinschaftlicher Verfolgungswahn ) oder gemeinschaftlichen Ohnmachtsanfällen auf Rockkonzerten führen kann. In Großraumdiscos erhält z.B. die Security deswegen Anweisungen, jeden kleinen Stänkerer zur Raison zu rufen oder hinauszuschmeißen, weil natürlich ein allgemeines Wissen darüber vorliegt, ist die Massengewalt erst einmal ausgebrochen, kann auch eine Hundertschaft Polizei die Eskalation nicht mehr stoppen und auflösen.

Auch wenn man um diese Massenphänomene weiß, darf dies natürlich keine Entschuldigung sein für die Straftaten, die begangen wurden, sondern kann lediglich zur Erklärung dienen und zur Entwicklung von Strategien, solche Straftaten in Zukunft zu verhindern.

Freitag, 1. Januar 2016

Die guten Vorsätze

Gute Vorsätze fürs neue Jahr habe ich keine. Planungen ja, Ideen, viel zu viele, wie immer.

Den Vertrag für das Fernstudium im kreativen Schreiben habe ich unterschrieben, mit einer Kollegin will ich mich als Gasthörerin an der Uni einschreiben, einmal in Theater- oder Literaturwissenschaften, um mehr über Struktur und Umsetzung des modernen Theaters/der modernen Literatur zu lernen, dann in Absprache mit ihr vielleicht noch eine Vorlesung in Philosophie oder Soziologie, das entspricht meinen Interessen und ist beruflich sinnvoll. Ein Vollstudium schaffe ich neben dem Beruf nicht, das hat in der Vergangenheit immer nur so lange funktioniert, wie ich beruflich noch nicht voll eingespannt war, dann fehlte mir einfach die Zeit.

Das Fachbuch zur Psychosebegleitung will ich in einem groben Rahmen bis Ende des Jahres fertigstellen, auch wenn der Teil der Fachdiskussion, zu der ich noch Recherche benötige, vielleicht erst später erfolgt. Die Recherchearbeiten sind ja doch am zeitaufwendigsten.

Den Roman habe ich neu begonnen, eine neue Version, die erst einmal besser funktioniert, ob es die endgültige bleiben wird, weiß ich noch nicht, aber auch hier sollte bis Ende des Jahres die grobe Struktur stehen und ein Teil geschrieben sein.

Für die freien Tage habe ich mir Gips und Ton für Skulpturen gekauft und erste weiterführende Erfahrungen gesammelt, um dann auch einmal größer arbeiten zu können. Dafür musste ich aber mein Wohnzimmer zur Werkstatt umbauen, was natürlich im Alltag nicht möglich ist, da ich mein Büro in meiner Wohnung habe. Trotzdem werde ich das Thema Kunst nicht aufgeben, selbst wenn die Fortschritte nur langsam zu erkennen sind, weil ich einen Ausgleich zum Beruf und zum Schreiben benötige.

Ich weiß, das Jahr hat nur 365 Tage und der Tag nur 24 Stunden, zu schaffen ist das alles nicht, aber so hat man noch ein paar Bonbons fürs darauffolgende Jahr, falls die Ideen einmal ausgehen sollten. ;-)

Sonntag, 13. Dezember 2015

Peinlich, peinlich Deutschland

Peinlich, peinlich, Deutschland: der rechte Terrorismus im eigenen Land nimmt wieder zu und ein Angriffskrieg gegen ein Land, das schon genug Gewalt erleiden muss. Was wäre, wenn Deutschland zerbombt würde, weil deutsche Terroristen Migranten ermorden und Flüchtlingsheime anzünden?
Kein Mensch käme darauf, das für vernünftig zu halten, aber der Krieg gegen Syrien soll vernünftig sein? Peinlich, peinlich, wenn man keine anderen Lösungen gegen Terrorismus im 21.Jahrhundert findet, sondern sich erneut der Barbarei verschreibt.

Kriegsbefürworter führen gerne Thomas Hobbes Theorien ins Feld Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf, dieser Naturzustand des Menschen, in dem jeder Mensch mit jedem im Krieg sei, ist aber nach Hobbes Theorien nur durch den Absolutismus, die Aufgabe sämtlicher Rechte aller Menschen an einen Souverän, zu bewältigen, der alle Macht und Gewalt im Staate inne hat. Eindeutige Argumente gegen eine Demokratie, gegen die Freiheit des Einzelnen, gegen die Zivilisation werden hier als Werte angeboten, die in einer Demokratie nichts zu suchen haben dürften.

Auch die Theorien des gerechten Krieges, (Augustinus, Thomas von Aquin) werden als Argumente immer wieder angeführt, sehen wir uns die Gründe nach Thomas von Aquin an, einen gerechten Krieg führen zu dürfen:

Zu einem gerechten Krieg sind drei Dinge erforderlich: Erstens die Vollmacht des Fürsten, auf dessen Befehl hin, Krieg zu führen ist. Denn es ist nicht die Sache einer Privatperson, Krieg zu veranlassen ...
Zweitens ist ein gerechter Grund verlangt. Es müssen nämlich diejenigen, die mit Krieg überzogen werden, dies einer Schuld wegen verdienen ... 

Drittens wird verlangt, dass die Kriegsführenden die rechte Absicht haben, nämlich entweder das Gute zu mehren oder das Böse zu meiden.

Falls es jemals eine Rechtfertigung für einen solchen Krieg geben sollte, der (ein 4. Kriterium)  nicht durch weniger Gewalt abgewendet werden könnte, untersuchen wir Aquins Kritierien in Bezug auf die aktuelle Lage.

Punkt Eins ist sicher erfüllt.

Punkt Zwei kann nicht erfüllt werden, weil ein Land nicht für seine Terroristen steht und somit für die Taten Einzelner oder einer terroristischen Vereinigung nicht gerade stehen muss, sowie Deutschland nicht für die NSU-Morde gerade stehen muss.

Punkt Drei kann nicht erfüllt werden, weil Rache auf die Terroranschläge folgte und Rache zu den niedrigsten Motiven der Menschen zählt, somit nichts Gutes bewirken kann und weil wir durch andere Kriegseinsätze wie in Afghanistan wissen, dass wir das Böse mit solchen Rachetaten in den arabischen Ländern nicht meiden, sondern vermehren.

Doch wie kommt es dann zum Krieg, zur Bildung der kriegerischen Masse und der Unterstützung des Volkes bei solchen Taten?

 Hierzu noch ein Zitat von Canetti:

Wie kommt es zur "Bildung" der kriegerischen Masse? Was schafft von einem Augenblick auf den anderen , diesen unheimlichen Zusammenhalt? Was bringt den Menschen dazu, so viel aufs Spiel zu setzen? ...
Es ist ein ganz erstaunliches Unternehmen. Man beschließt, dass man mit physischer Vernichtung bedroht ist (im Syrienkrieg geht es offiziell nicht einmal um Angst vor physischer Vernichtung, sondern nur um die symbolischen Werte von Solidarität (zu Frankreich) und Freiheit (Terroristische Angriffe auf freie Kulturausübung), denn physisch bedroht fühlt sich weder Frankreich noch Deutschland, Anm.: der Autorin) und verkündet diese Bedrohung vor aller Welt: "Ich kann getötet werden" ("Unsere Freiheit kann getötet werden", Anm. der Autorin), erklärt man und leise denkt man dazu: "Weil ich den oder jenen töten will."  Der Ton müsste in Wahrheit auf dem Nachsatz liegen: "Ich will den oder jenen töten, deshalb kann ich getötet werden." (Elias Canetti, Masse und Macht, Die Doppelmasse: Der Krieg, S. 82)

Der Irrsinn dieses Angriffskrieges gegen Syrien liegt auf der Hand: Weder Frankreich, noch Deutschland fühlen sich durch Syrien bedroht, also müssen westliche Werte den Angriff rechtfertigen, so, als wäre es möglich, einen Wert zu stürzen. Eine terroristische Vereinigung (IS) wird zum Staat emporgehoben und mit Syrien gleichgesetzt,  um statt Strafverfolgung nach westlichen Werten, eine unschuldige, selbst verfolgte Bevölkerung angreifen zu können, die jetzt nicht nur vor den Terroristen im eigenen Land fliehen muss, sondern zusätzlich vor den Bomben der NATO. Peinlich, wenn die eigenen Gesetze und Werte so missachtet werden.

Auch die öffentlichen Sprachverwirrspiele wie Islamischer Staat oder Islamisten statt Terrorismus zu sagen und zu schreiben, haben sowohl rechtes Gedankengut auch in der Mitte der Gesellschaft wieder aufflammen lassen, als auch die Zustimmung vieler zum Krieg bewirkt. Ich habe viele Gespräche geführt mit Menschen, die diese Begriffe verständlicherweise fehldeuteten, einmal, um Klarheit zu schaffen, zum anderen, um die Stimmungsmache, die diese Begriffe implizieren, damit durchschaubar zu machen. Die Aufklärung ist übrigens ein probates Mittel gegen Rechts und gegen Krieg.

Diese Machtgeilheit, Doppelmoral und Perversion des Westens, finde ich manchmal richtig zum K., auch wenn ich westliche Werte schätze, so lange sie nicht missbraucht werden, wie z.B. für diesen Krieg oder um rechtes Gedankengut wieder salonfähig zu machen.

Freundschaft und Solidarität bedeuten für mich übrigens, einen Freund vor seinen Dummheiten zu bewahren und mit ihm vernünftige Strategien zu entwickeln, nicht, die Dummheiten kopflos mit ihm gemeinsam zu begehen.
 

Sonntag, 29. November 2015

Schizophrenie und Wissenschaft

Bateson u.a., Palazzoli, Sechehaye und Schiff haben viel zu den Erkenntnissen der psychologischen Ursachen der Entwicklung einer Psychose beigetragen, meiner Ansicht nach, die wichtigsten Vertreter der psychotherapeutischen Praxis zu Theorien und  Behandlungansätzen bei Schizophrenie.

Die naturwissenschaftlichen Forschungen der letzten Jahre konnten diese Theorien um einige Erkenntnisse bereichern, wie z.B. die Hirnveränderungen bei Psychosen durch Sport positiv beeinflusst werden können oder dass Hochbegabung und Schizophrenie den gleichen genetischen Ursprung besitzen. Dies ist insofern wichtig, da Sport eine Psychotherapie postiv unterstützen kann, als auch um psychologischen Vorurteilen vorzubeugen, die in der Vergangenheit Hochbegabung und psychische Erkrankung stark der Mode unterwarfen und Menschen mit Diagnosen, die angeblich eine höhere Intelligenz aufwiesen als Normalbürger, von Schizophrenie, Borderline-Syndrom bis zur Dissoziativen Identitätsstörung abwechselnd als hochbegabt bezeichneten.

Auch gibt es neuere Erkenntnisse zu der Verteilung von psychotischen Erkrankungen in der Bevölkerung, während man früher annahm, dass Schizophrenie überall gleich mit einem Prozent in der Bevölkerung vertreten sei, weiß man heute, dass die Landbevölkerung weitaus weniger Prozentfälle als die Stadtbevölkerung aufweist. Dies passt auch zu meinen Beobachtungen, dass Reizüberflutung ein Haupttrigger bei Psychosen ist.

Will man aber eine Psychose umfassend verstehen, wird man nicht drumherum kommen, sich außer mit den klassischen Wissenschaften (Psychologie, Medizin, Biologie) zur Erforschung der Schizophrenie, auch mit der Philosophie zu beschäftigen, insbesondere mit der Seinsphilosophie und dem Konstruktivismus, denn nur, wer das Hinterfragen des Seins und der Welt intellektuell nachvollziehen kann, ist in der Lage zu begreifen, in welcher Situation sich jemand mit einer Psychose befindet. Diese Diskussion wird aber in meinem Fachbuch noch ausführlich geführt werden, hier soll sie nur als kleiner Denkanstoss dienen.

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