Mittwoch, 22. März 2017

Warum ich nach den Wurzeln des Rechtsrucks in Europa suche

Ausgehend von meiner These, eine Hauptverantwortung des Rechtsrucks in Europa und den USA liege ursächlich in der Bibel, sprach ich mit einigen über diese These. Durch die momentanen Entwicklungen, die ich seit Jahren beobachte, die von den meisten lange geleugnet wurden, dass eine Spaltung Europas in Gut und Böse und das Aufkommen von neuen Rechtsradikalen ein Problem werden wird, lag für mich auf der Hand, dass ein Großteil dieser Spaltung und ein Wunsch vieler, dass das Böse in Form von rechtsradikalen Parteien wieder regieren soll, mich auf die Suche nach Ursachen zu machen. Da ich selbst bei hochintelligenten Menschen und Atheisten auf großen Widerstand meiner These stieß (sowie der vorangegangenen Beobachtungen), obwohl die gesellschaftlichen und technischen Entwicklungen, der Kapitalismus, die neue Verarmung ohne Hunger, mit Heizung und Strom usw. keine ausreichende Erklärung sein können, veröffentliche ich hier Ausschnitte meiner Analysen.

In Ländern mit Krieg und Hunger kann ich eine Radikalisierung aufgrund der Verhältnisse durchaus nachvollziehen, weil dort versucht wird, irgendwie das Überleben zu sichern, in Europa aber muss ich mich auf meine Beobachtungen und Analysefähigkeiten verlassen.

Da die europäische Kultur aber eine lange Tradition durch Bibel und verschiedene Philosophen in der Spaltung des Menschen und der Welt besitzt, sind solche Entwicklungen auch mit vollem Bauch denkbar. Erst die Aufklärung brachte Erkenntnisse darüber, dass dieses Weltbild zu primitiv ist. Nietzsche wird heute noch von manchen verteufelt (auch hier wieder die Gut-Böse-Spaltung), weil er Gefühle und den Körper in die Philosophie integrieren wollte, da sie zum Menschen dazu gehören.

Es hat schließlich noch über 100 Jahre gedauert bis die Psychologie diesen Gedanken aufgreifen konnte und den Körper mit in die Psychotherapie integriert hat, um z.B. Traumafolgen zu minimieren oder zu heilen. Lange wurde an ein lediglich verbales Verarbeiten geglaubt, das aber für die Klienten häufig eine Retraumatisierung bedeutete.

Diese Spaltungstradition greift auch der Journalismus gerne auf, z.B. als Angela Merkel die Grenzen für Flüchtlinge öffnete, bejubelte er zunächst die Willkommenskultur, um sie später bei den ersten Problemen wieder zu verteufeln. Erst jetzt, kurz vor der Wahl, berichtet er wieder seriöser und lädt auch nicht mehr täglich AfD-Führungskräfte zu den Talkshows ein, um diese zu hypen, wie in der Vergangenheit.

Da ich der Überzeugung bin, dass sich Europa nur dann weiter entwickeln kann, wenn es auf die eigenen Wurzeln schaut und lernt sie als falsch anzuerkennen, wie die Spaltung der Welt in Gut und Böse, die Abspaltung der negativen Anteile des Menschen, der Gefühle und des Körpers, die Feindlichkeit anderen Religionen und Völkern gegenüber, die bereits in der Bibel ihre Saat haben, erst dann haben Rechtsradikalismus und Rechtsextremismus wenig Chancen in unsicheren Zeiten.








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