Sonntag, 22. Dezember 2013

Besinnliche Weihnachten

Jedes Jahr zur Weihnachtszeit nutze ich die Stille, um mich zu besinnen. Dazu muss niemand religiös sein, auch weltlich denkende Menschen können sich zurückziehen, im Einklang mit sich und ihrem Leben sein.

Mir wurde bereits viermal ein Leben geschenkt, zweimal im übertragenen Sinne und zweimal tatsächlich durch den Kampf mit schweren Krankheiten. Im Alltag finde ich selten die Zeit, mir darüber Gedanken zu machen, Ende des Jahres jedoch schätze ich mich glücklich und bedanke mich bei meinem Willen, der mich nie im Stich ließ, selbst dann nicht, wenn mich alle verloren glaubten, selbst ich, bei meinem Körper, der allen Krankheiten trotzte und sich immer wieder regenerierte, bei meinem Geist, der mich mit Klugheit  selbst durch die schwierigsten, verworrensten Wege leitete und bei meiner Seele, die all dies geduldig erlitt, ohne ihren Optimismus und ihren Charakter zu verlieren.

Bei aller Dankbarkeit gibt es jedoch einen Wermutstropfen: wie viel Glück ich im Leben hatte, ist leider nicht jedem vergönnt. Ich denke an die vielen Kranken, die sich nicht mehr erholen, an Kriege, an die Flüchtlinge, die weit mehr hinter sich haben als unsereins und trotz der traumatischen Erlebnisse selten mit Gastfreundschaft und adäquater Hilfe empfangen werden, auch an die Armen hier in Deutschland, die ungewiss in die Zukunft blicken und ihren Kindern kein schönes Weihnachtsfest mehr bescheren können, sowie an all die anderen, die körperlich oder seelisch leiden müssen.


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