Sonntag, 13. Dezember 2015

Peinlich, peinlich Deutschland

Peinlich, peinlich, Deutschland: der rechte Terrorismus im eigenen Land nimmt wieder zu und ein Angriffskrieg gegen ein Land, das schon genug Gewalt erleiden muss. Was wäre, wenn Deutschland zerbombt würde, weil deutsche Terroristen Migranten ermorden und Flüchtlingsheime anzünden?
Kein Mensch käme darauf, das für vernünftig zu halten, aber der Krieg gegen Syrien soll vernünftig sein? Peinlich, peinlich, wenn man keine anderen Lösungen gegen Terrorismus im 21.Jahrhundert findet, sondern sich erneut der Barbarei verschreibt.

Kriegsbefürworter führen gerne Thomas Hobbes Theorien ins Feld Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf, dieser Naturzustand des Menschen, in dem jeder Mensch mit jedem im Krieg sei, ist aber nach Hobbes Theorien nur durch den Absolutismus, die Aufgabe sämtlicher Rechte aller Menschen an einen Souverän, zu bewältigen, der alle Macht und Gewalt im Staate inne hat. Eindeutige Argumente gegen eine Demokratie, gegen die Freiheit des Einzelnen, gegen die Zivilisation werden hier als Werte angeboten, die in einer Demokratie nichts zu suchen haben dürften.

Auch die Theorien des gerechten Krieges, (Augustinus, Thomas von Aquin) werden als Argumente immer wieder angeführt, sehen wir uns die Gründe nach Thomas von Aquin an, einen gerechten Krieg führen zu dürfen:

Zu einem gerechten Krieg sind drei Dinge erforderlich: Erstens die Vollmacht des Fürsten, auf dessen Befehl hin, Krieg zu führen ist. Denn es ist nicht die Sache einer Privatperson, Krieg zu veranlassen ...
Zweitens ist ein gerechter Grund verlangt. Es müssen nämlich diejenigen, die mit Krieg überzogen werden, dies einer Schuld wegen verdienen ... 

Drittens wird verlangt, dass die Kriegsführenden die rechte Absicht haben, nämlich entweder das Gute zu mehren oder das Böse zu meiden.

Falls es jemals eine Rechtfertigung für einen solchen Krieg geben sollte, der (ein 4. Kriterium)  nicht durch weniger Gewalt abgewendet werden könnte, untersuchen wir Aquins Kritierien in Bezug auf die aktuelle Lage.

Punkt Eins ist sicher erfüllt.

Punkt Zwei kann nicht erfüllt werden, weil ein Land nicht für seine Terroristen steht und somit für die Taten Einzelner oder einer terroristischen Vereinigung nicht gerade stehen muss, sowie Deutschland nicht für die NSU-Morde gerade stehen muss.

Punkt Drei kann nicht erfüllt werden, weil Rache auf die Terroranschläge folgte und Rache zu den niedrigsten Motiven der Menschen zählt, somit nichts Gutes bewirken kann und weil wir durch andere Kriegseinsätze wie in Afghanistan wissen, dass wir das Böse mit solchen Rachetaten in den arabischen Ländern nicht meiden, sondern vermehren.

Doch wie kommt es dann zum Krieg, zur Bildung der kriegerischen Masse und der Unterstützung des Volkes bei solchen Taten?

 Hierzu noch ein Zitat von Canetti:

Wie kommt es zur "Bildung" der kriegerischen Masse? Was schafft von einem Augenblick auf den anderen , diesen unheimlichen Zusammenhalt? Was bringt den Menschen dazu, so viel aufs Spiel zu setzen? ...
Es ist ein ganz erstaunliches Unternehmen. Man beschließt, dass man mit physischer Vernichtung bedroht ist (im Syrienkrieg geht es offiziell nicht einmal um Angst vor physischer Vernichtung, sondern nur um die symbolischen Werte von Solidarität (zu Frankreich) und Freiheit (Terroristische Angriffe auf freie Kulturausübung), denn physisch bedroht fühlt sich weder Frankreich noch Deutschland, Anm.: der Autorin) und verkündet diese Bedrohung vor aller Welt: "Ich kann getötet werden" ("Unsere Freiheit kann getötet werden", Anm. der Autorin), erklärt man und leise denkt man dazu: "Weil ich den oder jenen töten will."  Der Ton müsste in Wahrheit auf dem Nachsatz liegen: "Ich will den oder jenen töten, deshalb kann ich getötet werden." (Elias Canetti, Masse und Macht, Die Doppelmasse: Der Krieg, S. 82)

Der Irrsinn dieses Angriffskrieges gegen Syrien liegt auf der Hand: Weder Frankreich, noch Deutschland fühlen sich durch Syrien bedroht, also müssen westliche Werte den Angriff rechtfertigen, so, als wäre es möglich, einen Wert zu stürzen. Eine terroristische Vereinigung (IS) wird zum Staat emporgehoben und mit Syrien gleichgesetzt,  um statt Strafverfolgung nach westlichen Werten, eine unschuldige, selbst verfolgte Bevölkerung angreifen zu können, die jetzt nicht nur vor den Terroristen im eigenen Land fliehen muss, sondern zusätzlich vor den Bomben der NATO. Peinlich, wenn die eigenen Gesetze und Werte so missachtet werden.

Auch die öffentlichen Sprachverwirrspiele wie Islamischer Staat oder Islamisten statt Terrorismus zu sagen und zu schreiben, haben sowohl rechtes Gedankengut auch in der Mitte der Gesellschaft wieder aufflammen lassen, als auch die Zustimmung vieler zum Krieg bewirkt. Ich habe viele Gespräche geführt mit Menschen, die diese Begriffe verständlicherweise fehldeuteten, einmal, um Klarheit zu schaffen, zum anderen, um die Stimmungsmache, die diese Begriffe implizieren, damit durchschaubar zu machen. Die Aufklärung ist übrigens ein probates Mittel gegen Rechts und gegen Krieg.

Diese Machtgeilheit, Doppelmoral und Perversion des Westens, finde ich manchmal richtig zum K., auch wenn ich westliche Werte schätze, so lange sie nicht missbraucht werden, wie z.B. für diesen Krieg oder um rechtes Gedankengut wieder salonfähig zu machen.

Freundschaft und Solidarität bedeuten für mich übrigens, einen Freund vor seinen Dummheiten zu bewahren und mit ihm vernünftige Strategien zu entwickeln, nicht, die Dummheiten kopflos mit ihm gemeinsam zu begehen.
 

Sonntag, 29. November 2015

Schizophrenie und Wissenschaft

Bateson u.a., Palazzoli, Sechehaye und Schiff haben viel zu den Erkenntnissen der psychologischen Ursachen der Entwicklung einer Psychose beigetragen, meiner Ansicht nach, die wichtigsten Vertreter der psychotherapeutischen Praxis zu Theorien und  Behandlungansätzen bei Schizophrenie.

Die naturwissenschaftlichen Forschungen der letzten Jahre konnten diese Theorien um einige Erkenntnisse bereichern, wie z.B. die Hirnveränderungen bei Psychosen durch Sport positiv beeinflusst werden können oder dass Hochbegabung und Schizophrenie den gleichen genetischen Ursprung besitzen. Dies ist insofern wichtig, da Sport eine Psychotherapie postiv unterstützen kann, als auch um psychologischen Vorurteilen vorzubeugen, die in der Vergangenheit Hochbegabung und psychische Erkrankung stark der Mode unterwarfen und Menschen mit Diagnosen, die angeblich eine höhere Intelligenz aufwiesen als Normalbürger, von Schizophrenie, Borderline-Syndrom bis zur Dissoziativen Identitätsstörung abwechselnd als hochbegabt bezeichneten.

Auch gibt es neuere Erkenntnisse zu der Verteilung von psychotischen Erkrankungen in der Bevölkerung, während man früher annahm, dass Schizophrenie überall gleich mit einem Prozent in der Bevölkerung vertreten sei, weiß man heute, dass die Landbevölkerung weitaus weniger Prozentfälle als die Stadtbevölkerung aufweist. Dies passt auch zu meinen Beobachtungen, dass Reizüberflutung ein Haupttrigger bei Psychosen ist.

Will man aber eine Psychose umfassend verstehen, wird man nicht drumherum kommen, sich außer mit den klassischen Wissenschaften (Psychologie, Medizin, Biologie) zur Erforschung der Schizophrenie, auch mit der Philosophie zu beschäftigen, insbesondere mit der Seinsphilosophie und dem Konstruktivismus, denn nur, wer das Hinterfragen des Seins und der Welt intellektuell nachvollziehen kann, ist in der Lage zu begreifen, in welcher Situation sich jemand mit einer Psychose befindet. Diese Diskussion wird aber in meinem Fachbuch noch ausführlich geführt werden, hier soll sie nur als kleiner Denkanstoss dienen.

Samstag, 28. November 2015

Sonntag, 15. November 2015

Masse und Schizophrenie - ein Vergleich

Bateson u.a. untersuchten die Bedingungen, in denen es zur Schizophrenie kommt, eine der untersuchten Bedingungen ist die Theorie des Familienleibes, die kurz zusammengefasst besagt, dass alle Familienmitglieder einer Familie, in denen ein oder mehrere Kinder an Schizophrenie erkranken, einen einzigen Familienleib besitzen, in der keine Individualität und Abgrenzung zulässig ist. Massen reagieren hier ähnlich wie schizophrene Familien, sie besitzen nur einen Leib, einen Massenleib, der eine körperliche und geistige Abgrenzung verbietet, bzw. unmöglich macht.

Aus diesem Zusammenhang, des Massenleibes sind dann eben auch Massenhysterien bis hin zu Massenhalluzinationen (Marienerscheinungen) und Massenverfolgungswahn (Verschwörungstheorien), Kriege und Terrorismus zu erklären, denn es ist ausreichend, dass einer halluziniert, sich verfolgt fühlt, um die gesamte Masse in ihrem Massenleib, mit eben auch nur einem Gehirn (Gustave Le Bon) für die gesamte Masse, zum Halluzinieren zu bringen und/oder in einen Verfolgungswahn hinein zu katapultieren.

Die Führer solcher Massen leiden stets an Größenwahn, der auch die Masse in einen Größenrausch katapultiert, hier ist sie (die Masse) leicht manipulierbar und zugänglich für Halluzinationen, Verfolgungängste und schließlich auch Gewalt, da das Austreten aus dem Massenleib tabu ist.

Samstag, 14. November 2015

Masse und Ideologie

Aufgrund der starken Ideologienbildung der letzten Monate, die sich leider auch in der Mitte der Gesellschaft immer weiter ausbreitet und die ich wesentlich bedrohlicher finde, als die Geschehnisse selbst,  ich finde dabei nicht nur die neue rechte Bewegung bedrohlich, sondern ebenso die neue deutsche Willkommenskultur, die eine ähnliche Massenhysterie aufweist, wie die Rechten, eine kleine Stellungnahme. Verständlich, dass die Presse diese Hysterie anfeuert, da jede Menge Bürgerhelfer benötigt werden, gefährlich ist das trotzdem.  Manchmal würde ich die Leute gerne schütteln und sie zum Durchatmen und selbst Denken auffordern, aber dazu ein Zitat von Gustave Le Bon.

Triebhaftigkeit, Beweglichkeit und Erregbarkeit der Massen

Bei der Untersuchung ihrer grundlegenden Charakterzüge sagten wir, dass die Masse beinahe ausschließlich vom Unbewussten geleitet wird. Ihre Handlungen stehen viel öfter unter dem Einfluss des Rückenmarks als unter dem des Gehirns. Die vollzogenen Handlungen können ihrer Ausführung nach vollkommen sein, da sie aber nicht vom Gehirn ausgehen, so handelt der Einzelne nach zufälligen Reizen ...

Die mannigfachen Triebe, denen die Massen gehorchen, können je nach dem Anreiz edel oder grausam, heldenhaft oder feige sein, stets aber sind sie so unabweisbar, dass der Selbsterhaltungstrieb vor ihnen zurücktritt ...

 Daher sehen wir sie (die Masse) auch in dem selben Augenblick von der blutigsten Grausamkeit zum unbedingtem Heldentum oder Edelmut übergehen. Die Masse wird leicht zum Henker, ebenso zum Märtyrer.  (Psychologie der Massen, Die Massenseele, S. 40)

Samstag, 7. November 2015

Sterbehilfe - Bundesregierung errichtet Schwarzmarkt mit Zyankali

Frankfurt 2013 beschloss die Bundesärztekammer, Ärzten zu verbieten,  Todkranken beim Suizid zu helfen. Während Beihilfe zum Suizid weiterhin straffrei blieb, drohten Ärzten jetzt Sanktionen, wenn sie Menschen mit quälenden todbringenden Erkrankungen, Medikamente verschrieben, die sie von ihren Qualen befreien konnten.

Der Bundestag legt jetzt nach, gestern beschloss er, dass geschäftsmäßige Sterbehilfe unter Strafe zu stellen sei. Ärzte, die ihrer Berufsethik nach, Menschen die Qualen des Todeskampfes ersparen wollen, riskieren jetzt nicht nur ihre Zulassung als Arzt zu verlieren, sondern zusätzlich ein Strafverfahren.

Um die Auswirkungen solcher Beschlüsse und Gesetze zu untersuchen, fuhr Gedankenfetzen nach Frankfurt, um sich dort mit ansässigen Drogendealern zu unterhalten. Nachdem Junkies in den 80ern durch tägliche Razzien am Frankfurter Hauptbahnhof vertrieben werden sollten, ganz nach dem Motto, unsere Stadt soll sauber werden oder wenigstens sauber aussehen, trafen wir dennoch auf Johnny F. (Name von der Redaktion geändert), der uns mit den Worten: Haste was, willste was begrüßte.

Zyankali antworteten wir. Johnny F. winkte uns in eine Seitenstraße und zog uns in eine dunkle Ecke.
Johnny F.: Das ist ein heißes Eisen. 
Warum, wollten wir wissen. Er kenne uns nicht und der Handel mit todbringenden Medikamenten sei seit gestern verboten, ihm könnten nun empfindliche Strafen drohen.
Gedankenfetzen wollte wissen, wie das Geschäft laufe, seitdem der Bundesärztetag beschloss, dass Ärzte keine todbringenden Medikamente mehr verschreiben dürften.
Johnny F.: Ich habe Zyankali nicht grundsätzlich im Angebot, sondern habe es bisher nur auf Wunsch besorgt.
Gedankenfetzen: Wieso nehmen Sterbewillige Ihr Angebot nicht häufiger in Anspruch?
Johnny F.: Sterbewillige, die noch reisefähig sind, nehmen lieber den Sterbetourismus in die Schweiz oder in andere Länder in Anspruch, in denen Sterbehilfe erlaubt ist. Außerdem vermute ich, dass einige Ärzte ihre Berufsethik, Qualen zu verhindern, noch Ernst nehmen und trotz des Beschlusses der Bundesärztekammer, weiterhin Medikamente verschreiben.
Gedankenfetzen: Wird sich durch den Beschluss des Bundestages, geschäftsmäßige Sterbehilfe unter Strafe zu stellen, an Ihrem Geschäft mit Zyankali etwas ändern?
Johnny F.: Ganz sicher, ein Beschluss der Bundesärztekammer ist das eine, eine Strafverfahren etwas anderes.
Gedankenfetzen: Sie denken also, dass Ihr Geschäft mit Zyankali jetzt richtig anlaufen könnte?
Johnny F.: Ganz sicher, nach dem Beschluss des Bundestages, dürfte auch dem gutgläubigsten Patienten klar sein, dass er todbringende Medikamente nicht mehr auf legalem Wege bekommen kann. Die Angst der Bevölkerung vor dem Schwarzmarkt wird also schwinden, da es keine andere Möglichkeit mehr gibt, Sterbenden zu helfen.
Gedankenfetzen: Besteht nicht die Gefahr, dass unbescholtene Bürger, die sich auf den Schwarzmarkt begeben, übers Ohr gehauen werden?
Johnny F.: Die Gefahr besteht immer, ein Junky auf Entzug tut nahezu alles, um an den nächsten Druck zu kommen. Nachdem aber heute fast jeder Junky ins Methadonprogramm aufgenommen werden kann und es in Frankfurt sogar ein Heroinprogramm gibt, in dem Heroin kontrolliert an Süchtige abgegeben wird, ist die Gefahr nicht mehr so groß, wie in den 80ern und 90ern. Aufgrund der drohenden Strafe werden aber die Preise massiv steigen.
Gedankenfetzen: Wie passt der Zyankaliverkauf in Ihre Berufsehre, Drogendealer haben ja in unserer Gesellschaft eher den Ruf des Bösen?
Johnny F.: Gegen eine Aufwertung unseres Berufsstandes hätte ich nichts einzuwenden. Letztendlich helfen wir schon die ganze Zeit, Junkies auf Entzug, auch wenn uns der Staat einen Großteil des Geschäftes abgenommen hat, mit den Methadon- und Heroinprogrammen. Wenn wir jetzt noch Sterbende von ihren Qualen befreien können, umso besser.
Gedankenfetzen: Wir danken für das Gespräch und wünschen gute Geschäfte beim Zyankalihandel. 

Auf eine Nachfrage beim Bundestag, ob er sich darüber im Klaren sei, dass er mit der Verabschiedung des Gesetzes gegen erwerbsmäßige Sterbehilfe, dem Schwarzmarkt mit all seinen Gefahren Vorschub leiste und den Sterbenden sowie ihren Angehörigen zumute, antworteten Vertreter des Bundestages, dass ihnen das selbstverständlich bewusst sei und sie gegen eine Aufwertung der Drogendealer nichts einzuwenden hätten, denn ein Kernthema sei schließlich auch immer wieder die Inklusion benachteiligter Gruppen, schließlich versuche man schon seit Jahren durch das öffentliche Fernsehen auch den Beruf der Prostituierten aufzuwerten, zwar nur mit mäßigem Erfolg, aber nach dem Einführen von Hartz 4 und den Niedriglöhnen mussten doch neue lukrative Einkommensquellen für Niedriglöhner und Arbeitslose geschaffen werden.

Sonntag, 18. Oktober 2015

Jean-Paul Sartre - Der Körper

Wenn ich nämlich, nachdem ich "mein" Bewusstsein in seiner absoluten Interiorität und durch eine Reihe reflexiver Akte erfasst habe, es dann mit einem bestimmten lebenden Objekt zu vereinigen suche, das aus einem Nervensystem, einem Hirn, aus Drüsen, aus Verdauungs-, Atmungs- und Kreislauforganen besteht, deren Materie selbst chemisch als Wasserstoff-, Kohlenstoff-, Stickstoff-, Phosphoratome usw. analysierbar ist, begegne ich unüberwindlichen Schwierigkeiten: aber diese Schwierigkeiten kommen daher, dass ich mein Bewusstsein nicht mit "meinem" Körper, sondern mit dem "der anderen" zu vereinigen suche. Denn der Körper, dessen Beschreibung ist soeben skizziert habe, ist nicht "mein" Körper, so wie er "für mich" ist ... Mein Körper, wie er "für mich" ist, erscheint mir nicht innerweltlich. Zwar konnte ich selbst bei einer Durchleuchtung das Bild meiner Wirbelsäule auf dem Schirm sehen, aber ich war eben genau "draußen", innerweltlich; ich erfasste ein völlig konstituiertes Objekt als ein "Dieses" unter anderen "Dieses" , und nur durch eine Schlußfolgerung, führte ich ihn darauf zurück, "meiner" zu sein: er war viel mehr mein "Eigentum" als mein "Sein".
(Jean-Paul Sartre, Das Sein und das Nichts, Dritter Teil, Zweites Kapitel, Der Körper, S. 540)

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